07.07.09

Die Musketiere suchen den Heiligen Gral in Jena

Der Weg zum Gral ist mangelhaft beschildert.

Nun kennen wir sie also, die wirkliche, die ganze Wahrheit über die Musketiere.

Gestern war es soweit, der Rauten-Pullunderossi vom Dienst Olaf Schubert, gab in Jena ein Gastspiel und das Versprechen uns die ganze Wahrheit über die 3 alten Haudegen zu erzählen. 20 Euro sind zwar nicht gerade ein Schnäppchen, aber wenn es denn der Wahrheitsfindung dient, sind wir zur Stelle und geben üppiges Salär dem fahrenden Volk.

Harraarr! Hoo Hoo, H-O!

Ritter, aber nicht die Echten, welche wir von den täglichen Mittelalterspektakeln allerorten her kennen (die sind doch die Echten oder?) nein, Gaukler und Hanswürste der allerfeinsten Sorte rennen plappernd und kaspernd über die Bretter, die heute Abend die Welt bedeuten.

Noch eine letzte Schlacht mit SadomasoThilo aus Mittweida und D´Artagnan hat es geschafft. Der heilige Gral, hier "ein dierischer Eimor" genannt, kann König Artus überreicht und die angebetete Jacqueline von D'Artagnan zum Weibe genommen werden.

Harrrr! H-O! Hoo Hoo!!

SM Thilo, dieser fiese Knecht, schwingt einen übergroßen Hammer mit der Aufschrift §218. Vermutlich hat er diesen einer armen gefallenen Feministin aus den kalten Händen gerissen. Aber darüber nachzudenken bleibt keine Zeit, steht doch das Finale an. Jaqueline steigt aus einer grünen Plastiktonne („Materie um nichts - für Kehricht und Erbroch-eeenes“) um sich zu übergeben, also sich ihm, unseren Helden hinzugeben, natürlich. Der Erzähler beginnt einen schreiend komischen Abspann vorzutragen und die Truppe versammelt sich vollzählig auf der Bühne.

Vorher jedoch haben die zahlreichen Gäste im Fauloch zu Jena die spielfreudige Truppe um Olaf Schubert bei einem Klamauk sondergleichen erlebt. Da wird auf der Suche nach geeigneten Gralsfindern so ziemlich alles gecastet was Rang und Namen hat, ein Egon Olsen genauso wie Spiderman oder Rocky Graciano. Die Story ist so hanebüchen wie Ihre Protagonisten und genau so war es wohl auch gewollt. Dazwischen greifen Aramies&Co immer wieder zur Klampfe der elektrischen und verballhornen die gar süße Melodei von Abba bis Bloodhound Gang, nichts ist vor ihnen sicher. „Yes, we can es versuchen.“

Artig werden noch ein paar Jenaer Sehenswürdigkeiten eingeflochten und sogar ein kleiner Seitenhieb auf Erfurt wird nicht vergessen. Dabei hat diese reine Männertruppe nichts weniger notwendig als diesen Opportunismus. Höchstens einen guten Tontechniker und jemanden der sich mit Werbung besser auskennt. Etwas mehr als die paar vereinzelt herumdümpelnden Werbebanner hätten sicherlich noch den einen oder anderen auf die Bänke der Johannesstraße gelockt und Technik, speziell die Tontechnik im 16 Jahrhundert, steckt wohl auch noch in den Kinderschuhen. Hier wird nicht mit feiner Klinge gespottet oder satirisch hinterfragt, nein, hier kriegt jeder sein Fett auf derbe und direkte Art. Die Liste der so verarschten reicht von Störtebecker über Hitler bis Bettina Wegner, ein Linux-Pinguin wird zur Paketfriedenstaube und Napoleon zum Erklärer der Quantenphysik zwischen zwei Nickerchen. Alles egal und alles fast wahr.



Und wenn am Ende unser Held mit der Edelsalami nicht zum Ritter, sondern zum Ungarn geschlagen wird, wunderte sich auch niemand mehr, als er Jacqueline, die heiß begehrte Braut dann doch erst mal in den Kühlschrank zurücklegen lässt.

Die Wahrheit ist, dass es uns gefallen hat.

Einen heldenhaften Abend erlebt von Phillipp und Villa

Kommentare:

  1. Genießen Sie den Gedanken, dass Sie eine handfeste Geschichte mit mehr als einer Handbreit Platz eleben durften, Verehrteste. Wie mir aus glaubwürdiger Quelle mitgeteilt wurde, waren die sächsischen Aufführungen samt und sonders ausverkauft.

    Ich hätte mich, so ich denn Termin und Ort gekannt hätte, gern mit in die Unterwäsche gepullert. Bildlich gesprochen.

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  2. Tous pour un...
    Wir hätten Sie gerne auf unserer Bank dabei gehabt Herr Krause.
    Auch die gedungenen Kumpanen Rockys)wussten gut mit der humoristischen Klinge umzugehen und nass von unten wurden wir zu späterer Stunde.

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  3. Die Rockys! Hey!!! Spielfilmstern, oh Spielfilmstern. (Habe ich schon mal erwähnt, dass die seinerzeitige Pest-Kapelle ihren allerersten Auftritt mit Schubert, Stephan, Black Buster und Konsorten aka DekaDance hatte?)

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  4. Ha! DEKAdance
    ich erahne eine Seelenschwägerei.
    Am 20.10 sind sie im Cafe Wagner zu hören und das Städtchen ist immer eine Reise wert Herr Krause.

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