26.05.11

RotFront auf dem Jenaer Frühlingsmarkt

Eine Globalisierungsparty der Extraklasse, die ultimative Absage an Langeweile, erlebten die Jenaer mit der Band RotFront auf dem Jenaer Frühlingsmarkt. In Sachen Völkerverständigung kennen sich die Musiker um den Frontmann der Emigrantski Raggamuffin-Formation Yuriy Gurzhy aus, sind sie doch selbst eine gemischte Migrantengemeinde. Der fulminante Liveauftritt bestach durch eine Bläsertruppe die auf den Punkt spielte und urbanen Sound, quer über den Erdball zusammengestellt. Das Kronjuwel der Band war die hinreißende ungarische Sängerin und Schauspielerin Dorka Gryllus. Im letzten Jahr wurde die Band mit dem deutschen Weltmusikpreis "RUTH" ausgezeichnet. Ab der zweiten Halbzeit verstärkte "Ranking Smo" aus Leipzig die sieben Musiker.

"Remmidemmi", einer der Bandtitel, entsprach auch der Stimmung in Jenas guter Stube. Es war eine schweißtreibende Show, die Menge tobte und brachte den Markt zum Kochen. Auch im Publikum hatte sich ein buntes Völkchen gesammelt. Hannes Wehrhan und Martin Hädrich, Musiker der Jenaer Ska-Band BABAYAGA standen neben mir und meinem Handtuch (schließlich war ja Towel Day). In den vorderen Reihen hüpfte sich die Jugend voller Energie die Seele aus dem Leib. Nur der Vertreter der heimischen Punk-Szene brauchte einen Stuhl zum Sitzen.

Villa musste keinen Pangalaktischen Donnergurgler trinken, um sich völlig besoffen zu fühlen.

21.05.11

Frühlingsmarkt und Tropische Nacht Jena

Mit Musik zum Anfassen in Dixieland-Besetzung eröffnete die Band "Brass Up" aus Weimar am Freitag den Frühlingsmarkt Jena 2011 musikalisch. Vom 20. bis 29. Mai wird unter der künstlerischen Leitung von Oliver Jahn wieder ein tägliches, kostenloses Bühnenprogramm geboten. Das Frühlings-Open Air ist gefragt, weit über die Stadtgrenzen Jenas hinaus.


"Was sollen wir trinken, sieben Tage lang, was sollen wir trinken, so ein Durst" und "Die Bäume sind die wahren Götter dieser Welt" waren zwei Titel der Rockband City, die am Abend erste Glanzlichter setzte. Gesäumt von den schönen rot blühenden Kastanien auf dem Marktplatz hatten die Wirte und Marktkaufleute reichlich zu tun, der Besucherandrang war riesig. "Immer mit der Angst, dass man was versäumt ..." sang Toni Krahl als Eröffnungslied, aber die Angst war an diesem Abend unbegründet. Die City-Rocker flogen mit uns nicht über die Welt, sondern über 39 Jahre Bandgeschichte bis zu dem wunderbaren Zeitlos-Hit "Am Fenster".

Günther Kurzhals, mit dem ich schon bei einigen Konzerten zusammenstand, hat mir seine Eindrücke vom gestrigen City-Konzert geschickt:


City in Jena

Selbst Toni Krahl konnte sich nicht mehr an das letzte Konzert von City in Jena erinnern und dank der Organisatoren des Frühlingsmarkts sollte dies nun ein Ende haben.
Um es vorwegzunehmen: Bands werden es immer schwer haben, ein Publikum zu begeistern, das durch freien Eintritt, vielleicht auch zum ersten Mal, mit ihnen in Verbindung tritt. Da City nicht zuletzt durch seine anspruchsvollen Texte lebt, springt der Funke nicht gleich (wenn überhaupt) über und das Spiel Band – Publikum lebt zumindest am Anfang von einigen wenigen zielgerichtet erschienenen Fans, die mit City groß geworden sind.
Ich will hier nur kurz auf die Titelliste eingehen. Es waren auch für mich neue, weniger bekannte und doch anspruchsvolle Lieder dabei, die wie gesagt durch ihren Text und den City-typischen Sound gefielen („Dass die Erde eine Kugel ist“ oder „Vater glaubte“).
Auch zu aktuellen Themen nahm die Band Stellung (Afghanistan, Kernreaktorunfall Japan und die Stellung der deutschen Politiker dazu) mit ihrem Titel: „Sag mir, wo die Blumen sind“, der nahtlos in John Lennons Friedenshymne „Give Peace A Chance“ überging.
Akustische Highlights waren Fritz (Der Mann unterm Hut), Puppels E-Gitarren-Solo von Beethovens „Freude schöner Götterfunken“ oder die Soli von Georgi Gogow auf seiner E-Geige.
Natürlich hatte wie bei jedem Konzert von City auch diesmal Drummer Klaus Selmke Geburtstag (wie alt ist er eigentlich gestern geworden?) und wurde mit „Happy Birthday“ gefeiert.
Eigentlich gab es jede Menge Hits aus der alten („Der King vom Prenzlauer Berg“, „Wand an Wand“, „Gläserner Traum“, „Unter der Haut“, „Casablanca“), wie auch der jüngeren Vergangenheit („Flieg ich durch die Welt“, „Sommerherzen (Yeah! Yeah Yeah!“, „Berlin“). Das alles gipfelte im kommerziell erfolgreichsten Song einer DDR-Band überhaupt: „Am Fenster“. Georgi Gogow lief mit seiner Geige zur Höchstform auf. Unglaublich, wie er mit seinem Instrument im wahrsten Sinne des Wortes spielte.
Abschließend noch eine Bemerkung: Nicht nur die oft umherflitzenden Tontechniker ließen vermuten, dass da etwas nicht optimal ausbalanciert war. Auch das individuelle Empfinden sprach dafür. Bleibt zu hoffen, dass das nächste Konzert von City in Jena nicht wieder Jahrzehnte auf sich warten lässt.


Am Freitag war auch der Botanische Garten der Uni Jena Gastgeber der Tropischen Nacht. Zum siebenten Mal hatte man sich dem Thema "Karibik" verschrieben und auch dort war das Besucherinteresse sehr, sehr groß. "Es hat sich gut etabliert", meinte Thomas Bopp, der technische Leiter des Botanischen Gartens.
Tropenfeeling versprach Robert Ackermann und seine musikalische Auswahl für die Veranstaltung brachte es mit Pista (Ska-Variationen) und The Jenacity House Orchestra beim Tänzchen in der Karibik-Lounge unter den Buchen gut rüber. Mit Cocktails in der Hand durch die beleuchteten Gewächshäuser zu wandeln, war kaum möglich, das Gedränge war zu groß.

Ein Leben ohne Feste ist wie ein langer Weg ohne Einkehr (Demokrit)
Villa

02.05.11

Bunte Vielfalt beim Spacekidheadcup in Weimar

Inzwischen eine feste Institution ist der am 1.Mai stattfindende Spacekidheadcup an der Strecke zwischen sowjetischem Ehrenfriedhof und Belvederer-Allee-Kurve in Weimar. Diese Veranstaltung (auf Non-Profit-Basis) wird von den Studierenden der Bauhaus-Universität organisiert. Das erste Rennen fand zu Ehren von Juri Gagarin, der 1961 als erster Mensch ins Weltall flog, vor 21 Jahren statt.
Auch in diesem Jahr sollte die Veranstaltung zu einem entspannten kreativen Happening geraten.

"Pimp my Ride" war unsere Aufgabe am Vortag. Die Seifenkiste hatte den Winter gut überstanden und wurde mit einem eleganten, roten Sitz aufgemotzt. Ein ausgedienter Mensastuhl, etwas Schaumstoff und rotes Kunstleder, fertig war die Laube. Ein kleines Sicherheitstraining absolvierte unser jüngstes Teammitglied Lina Rabea.


Angenehm lässig wurden auch die skurrilsten Gefährte auf Fahrttüchtigkeit überprüft, das begehrte TÜV-Siegel war kein Problem. Solange keine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben ausging, wurden auch die grenzwertigsten Mobile mit studentischer Unbekümmertheit durchgewunken. Herrlich! Die charmanten Moderatoren meinten, frühe Startnummern wären mit Sicherheit keine Hochschüler, die würden vor Mittag eh nicht aus dem Bett kommen (unsere Startnummer war die 14 von 53).


Im Fahrerlager fachsimpelten wir mit anderen Piloten und staunten über ihre Fantasie und ihr unerschöpfliches Improvisationstalent.


Jede Menge Schaulustige aus Weimar und dem Rest der Welt säumten die Strecke. Spaß und Schönheit in der Bewegung hatte auch eine Abordnung aus der freien Universität Bozen, die mit ihrem Grasmobil zwar nicht heil im Ziel ankam und ihre phantasievollen Kopfbedeckungen verlor, aber echte Teamfähigkeit bewies.

Mein Favorit waren die vier Kinder, die mit roten fahrbaren Pappbuchstaben das Wort LOVE den Berg runterrollen ließen. Sie gewannen auch einen Preis für die beste Show.

Nicht alle schafften das Gefälle der Startrampe, manche bretterte es unterwegs in die "Banderole" oder sie trugen ihren Untersatz einfach ins Ziel. Auch ein aus zwei Bodenstaubsaugerm konstruiertes Mobil musste der Steckenführung Tribut zollen. Recht flott war die ganze Abwicklung, nach dem ersten Show-Durchgang folgte eine Zeitmessung im 2. Durchgang.

Das Rennen war ein großartiges Erlebnis und für unsere gute Platzierung (drittschnellste Zeit) wurden wir mit einem tollen Buch über 20 Jahre Weimarer Seifenkistenrennen belohnt.

Großes Kompliment an die Studenten der Bauhaus-Uni Weimar. Ihr habt mit großem Idealismus, Witz und Charme all den fröhliche Menschen ein tolles Fest organisiert.

Team: Jenalebt
Wie immer: Doppelklick macht Bilder groß