07.03.10

Kneippkur Schwarzbiernacht

Außerordentlich durchblutungsfördernd erwies sich die 11. Schwarzbiernacht in Jena. Die Wechselbäder aus dampfenden Kneipen und eiskalter Winternacht hatten durchaus heilende Wirkung. Schwer hatten es die Jäger und Sammler, sich durch die drei Dutzend, meist völlig überfüllten Lokalitäten durchzukämpfen und wer seine persönliche Vorauswahl im Kopf hatte war klar im Vorteil. Pflicht für alle war das Eröffnungskonzert "Genesis Klassik" mit Ray Wilson & The Berlin Symphonie Ensemble. Ray Wilson (ehemaliger Sänger von Genesis), der ansonsten Stadien füllt, bekannte, dies wäre sein erster Auftritt in einem Einkaufszentrum. Er zelebrierte mit dem Berliner Ensemble die größten Genesis-Hits nach dem Motto: Klassik trifft Pop. Herrliche Titel waren dabei, wenn auch die Sicht auf die Akteure in den von Menschen berstenden Rängen und Gängen schwierig war.


Unser zweiter Anlaufpunkt war die Cheers American Sportsbar. Dort hatten wir das außerordentliche Glück nicht nur der ganzen Palette lebensfroher, kraftvoller und temporeicher karibischer Tanzmusik zu lauschen, sondern auch einen begehrten Sitzplatz an der Bar zu erhaschen und wohl Jenas professionellsten Barkeeper bei der Arbeit über die Schulter zuschauen. Er jonglierte mit seinen Arbeitsmitteln im Takt heißer Salsa-Mamba, Cha und virtuosen Latin Jazz. Klasse: Fiesta Latina "Orquestre Tropical" und Barmann!
Der Gatte favorisierte an diesem Abend ganz klar die "Die Toten Ärzte", die uns bewiesen, dass auch Coverbands eine Hammershow hinlegen können. Allerdings sich in die Nähe der Bühne durchzukämpfen, grenzte fast an Körperverletzung. Zwischenzeitlich musste der Rosenkeller wegen Überfüllung aus Sicherheitsgründen zeitweise gesperrt werden. Schmunzeln musste ich beim Tote Hosen-Titel "Steh auf, wenn du am Boden bist", niemand hatte auch nur die Chance ein Fitzelchen Boden des Kellergewölbes zu sehen.
Mein heißer Favorit an diesem Abend war die ungarische Speed Folk Band "The Transsylvanians". Im etwas luftigeren Volksbad Jena war auch mehr Raum und Luft zum Tanzen. Ihre Hommage an den ungarischen Dichter Ady Endre wurde humorig. spritzig und geistreich anmoderiert und musikalisch mitreißend und kraftvoll umgesetzt. Der Teufelsgeiger Andras Tibrcz ist Ungar, wie die Bandsprache und die halbungarische Sängerin und Kontrabassistin Isabel Nagy hatten wohl Paprika im Blut, so temperamentvoll tanzte sie mit ihrem riesigen Instrument und ihrer Hammerstimme. Eine Band zwischen Folk, Ska und Bartók, zwischen Rockmusik und Poesie.
Etwas ausgeruht haben wir uns anschießend bei den Jazz-& Soulbearbeitungen der "Original Köstritzer Jazzband" in der Ratszeise und beendten die Nacht endgültig bei Rock`n`Roll Rockabilly und den "The Wildwood Boys" in der Carlsberg Sportsbar.
Mehr ging nicht in einer Nacht und sicherlich sind uns einige Schmankerln durch die Lappen gegangen, aber weniger ist ja bekanntlich mehr.

Voller Kurerfolg Villa

Kommentare:

  1. Gerade noch im Urwald und schon wieder im Partyleben ;-)

    Servus
    Sol

    PS: Ich melde mich in den nächsten Tagen!

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  2. @SOL
    Welch eine Freude von dir zu hören!!!!
    Der Urlaub war so schnell vorüber, leider.
    Es war alles sehr intensiv und ich habe viel Kraft getankt.
    Herzliche Grüße nach Österreich und ich hoffe dem Ölberg geht es gut.

    PS Freue mich auf deine Mail

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