06.08.12

Hundstage

Datum und Sternbild passen, wir befinden uns mitten in den Hundstagen. In der Zeit vom 23. Juli bis zum 23. August wird das Sternbild Großer Hund nach und nach sichtbar und das Wetter sollte hochsommerlich sein/werden. Schöne Ferien/Urlaub wünschen die Hunde.




Schlafende Hunde möchte ich wecken und auf das Crowdfunding-Projekt meines Freundes Sebastian Weise hinweisen. Ich schätze seine Arbeit sehr und hoffe auf eine positive Dynamik für sein Fotobuch.


Direktlink zur Unterstützerseite auf Visionbakery

Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede, also: Schaut euch das Video an!

Villa

05.08.12

Straßenmusikanten erobern im Doppel die Kulturarena

Max Prosa und Felix Meyer im Konzert auf dem Theatervorplatz

Selten verpasse ich die "Freitagsfrischen Melodien" meines verehrten Blogkollegen Pest Krause, und als er vor zwei Jahren über den jungen Felix Meyer schrieb, ahnte ich nicht, dass dieser als Vertreter der "neuen deutschen Musikszene" ein Schwerpunkt des Kulturarenafestivals 2012 in Jena sein wird. Ich wurde aber auf ihn aufmerksam und die Scheibe "Erste Liebe/letzter Tanz" lief oft in der heimischen Küche.



Herr Pest Krause schrieb damals:
"Ich habe da einen Straßenmusiker entdeckt. Steht seit Tagen bei uns hier an der Ecke. Musst du antesten."  Einer, der aus Profession Fußgängerzonen beschlendert, überbrachte Herrn Krause den Tipp und den Namen Felix Meyer. "Sicher, klar, Straßenmusik", dachte Seine Pestilenz. "Bitte nicht noch so einer, der schimmelschrammelklampfend an Heaven's Door knockt." Doch der Tippgeber blieb ungewohnt hartnäckig und schob wenig später einen Tonträger über den Tisch. Mit den besten Wünschen.
Und Herr Krause saß und betrachtete eine angenehm understatementöse CD-Hülle. Schlicht, mit Typewriter-Fonts und guten Bildern. Vorn drauf Herr Meyer selbst mit Rauchwerk vorm Gesicht, Schmalhans Küchenmeister. "Na dann wollnwa mal", dachte Seine Pestilenz schicksalsergeben und schob die Scheibe in den Player. Und dann dachte er nur noch: "Wow". Und dann gab er das Denken auf.
Wo genau dieser Mann, dieser Herr Meyer, dieser schmale Felix diese Stimme herholt, bleibt sein Geheimnis. Voll ist sie, voluminös, klagend, rauh. Gänsehäutig. Ein Organ zum Niemalsvergessen. Wo Meyer jedoch seine klaren Geschichten, seine abgehangene Lyrik, seine schmelzfreien Gefühlsnotizen herholt, ist definitiv kein Geheimnis: Ein Leben lebt sich im besten Falle eben nicht ohne Spuren in Geist und Gemüt. Die Jahre der Tingelei über Europas Straßen und Plätze haben sich außerdem gekonnt im Hinterkopf eingenistet, und so kann die Auf-den-Punkt-Kapelle, die Felix Meyer ungeheuer begnadet begleitet, eine wunderbar entspannte Chanson-Folk-Pop-Lautmalerei kredenzen. Und dass das auf dem Asphalt und den Pflastersteinen der Republik erstaunlich gut funktioniert, zeigen zahlreiche Passanten-Mitschnitte der Tour zum Debut-Album "Von Engeln und Schweinen" auf dem Portal mit dem Ypsilon.
Und so bleibt Herrn Krause nur - und diese Bitte richtet sich auch an Sie, geneigte Rezipienten - die Augen in den Fußgängerzonen dieser Welt künftig wieder weit zu öffnen. Es könnte ja ein Juwel an der nächsten Ecke stehen. Und wenn es der Herr Meyer ist (und Sie werden die Stimme mindestens schon vorn am H&M erkannt  haben, obwohl die Band sich zwischen Nordsee und Nanu-Nana platziert hat; Sie können dieser Ortsbeschreibung in jeder Stadt folgen, alle Innenstädte sind gleich) dann gilt Parole "Stehenbleiben. Lauschen. Tonträger erwerben."


Der Straßenstaub scheint abgewaschen, Felix Meyer und seine fünf Begleitmusiker begeisterten am Samstag textsichere Fans und Interessierte mit wunderbaren, musikalischen Bildergeschichten. Die Arena füllte sich anfänglich etwas spärlich, viele Besucher waren wohl von der ungewöhnlichen Anfangszeit 19.00 Uhr überrascht. Felix Meyer forderte die Ränge auf, aufzustehen und zum Tanzen nach vorne zu kommen. Beim letzten Titel der heftig geforderten Zugabe fiel das Mikro aus und da zeigte der Straßenmusikant, dass er auch sehr gut ohne Technik das Lied "Der Wind trägt uns davon" zu Gehöhr bringen kann.

Den zweiten Teil des Abends bestritt der Liedgut-Poet Max Prosa

Diese Songwriter-Entdeckung war neu für mich. Der charismatische Lockenkopf stellte Titel seines Debütalbums "Die Phantasie wird siegen" vor und überzeugte mich mit seinen eigenen Beobachtungsperspektiven auf die Gesellschaft. Mit großer Leidenschaft intonierte er seine Lieder.



Nun ist Halbzeit im Sommerfestival. Felix Meyer und Max Prosa haben ihr Doppel in Jena gewonnen. Kommende Woche freue ich mich auf AL DI MEOLA (ausverkauft!) und Pest Krause, der dieses Konzert mit mir besuchen wird.
Villa

29.07.12

Sommer, Sonne und die Lust am Klang

Zwei wunderschöne Konzerte auf der Kultuarena und eine Woche Sommerwetter. Das Leben kann so schön sein! Mit "LAMB" aus Großbritannien und der fast heimischen "Alin Coen Band" erlebten wir sehr intensive, melodiöse Sommerkonzerte.






Danke Phillipp für das schöne kleine Sommerfest. Nicht nur die Sängerinnen, auch euer Garten hat sich ein wunderbares Kleid angezogen.
Villa

28.07.12

Celebrate Good Times! Kool & The Gang feiern gute Zeiten auf der Kulturarena

Direkt aus dem Zeitstrahl der 70er zu uns nach Jena gereist, um auf der Kulturarena Jena ein generationsübergreifendes Konzert zu geben, schienen die Größen aus Übersee. Dabei verwandelten sie das ausverkaufte Arenarund vom ersten Titel "Fresh" an, in einen Dance-Olymp. Eine hübsche Rosawolkenformation und ein kleines Wetterleuchten am Abendhimmel ersetzte dabei die Disko-Kugel. Die Spielfreude scheint auch nach 40 Jahren Bandgeschichte nicht abhanden gekommen zu sein und die acht Musiker um Robert Bell, dessen Spitzname "Kool" auch Namenspate der Band ist, brachten einen Ohrwurm nach dem anderen. "Joanna, Jungle Boogie, Ladies Night...". Aus meiner Jugend waren sie mir alle noch im Kopf und das Ohr erkannte sie schnell. "Kool" waren einfach cool. 90 Minuten spielten sie Non-Stop und hatten dabei das Jenaer Publikum immer auf ihrer Seite. Die vier offiziellen Bandmitglieder gaben aber auch ihrem "frischem Blut" die Chance zu glänzen und besonders die funkigen Bläsersätze haben mir gefallen.








Der Drummer saß hinter so einem Käfig aus Kunststoff, dessen Sinn sich mir nicht so richtig erschließt, sollte wohl als Schallschutz dienen. In dieser ersten richtigen tropischen Jenanacht hätte sich der Schlagzeuge sicher lieber eine Klimaanlage gewünscht. Jedenfalls hat sich der Jentower schön darin gespiegelt.


Beim letzten Titel "Celebration" hielt es auch die Letzten nicht mehr auf den Sitzplätzen. Kool&The Gang und das Publikum feierten begeistert eine Partynacht.

Ein tolles Konzert, das sich fest in meinen Kulturarenaerinnerungen verankern wird.

Villa

19.07.12

Glückspilz


Gerade diesen heutigen Fund verspeist: Neben den wunderbaren "Herrenpilzen" wachsen nun auch die Rotkappen, Birkenpilze, Maronen, Sandpilze und andere.
Wer sich nicht selber in den Wald traut, ich habe gestern im Berghotel zum Edelacker in Freyburg an der Saale-Unstrut die "Benneckensteiner Pilzpfanne" verkostet. Sehr lecker!


Glückspilz Villa

Osaka Monaurail - Maßvoller Auftakt Kulturarena 2012


Leider fehlten beim ersten Auftaktkonzert der Kulturarena Jena 2012 ein wenig die Massen. Nur etwa 900 Besucher sahen gestern die Soul-Supershow der Herren aus Fernost. Die Jungs aus Tokio in ihren maßgeschneiderten Anzügen haben sich dem Sound des "Godfather of Soul" James Brown verschrieben. Ich war erstaunt, dass ausgerechnet aus dem Land der untergehenden Sonne uramerikanische Funkmusik aus den 60/70iger Jahren zu hören war. Die Jungs waren unglaublich abgedreht und vergaßen bei all ihrer zackig-knackigen Live-Präsenz nie die Spieldisziplin. Sie waren rund um ihren Frontman Mr. Ryo Nakata ein bestens eingespieltes Team und boten allerfeinsten Funk. Sehenswert waren auch die Tanzeinlagen und die Jonglierkunst an den Blasinstrumenten.







Der Energie dieser Funk Band waren Villas Beine nicht gewachsen, sie zappelten und zuckten von alleine.

16.07.12

Forever Young


Liebe Glückwünsche an alle heutigen Geburtstagskinder, besonders an eines.
Herzlichst Villa

15.07.12

In der Not frißt der Teufel Hexeneier

Da Phillipp schwächelt, musste ich den Gatten zwingen, drängen, überreden, mit mir bei strömenden Regen in den Wald zu fahren. Diesem Sommer, der keiner ist, fehlt die Wärme und Sonne. Für das Pilzwachstum scheint das aber nicht so maßgebend zu sein und Anfang Juli ist schon ganz schön der Teufel los in den Wäldern.
Gleich beim Betreten des Waldes fand ich wunderschöne Exemplare Bitterpilze - Gallenröhrlinge.
Der ungenießbare Doppelgänger des Steinpilzes sieht besonders jung den Sommersteinpilzen täuschend ähnlich, weil beide noch weiße Röhren haben. Da hilft nur kosten und mit der aufkommenden Bitternis auch die Enttäuschung runterzuschlucken.
Reichlich fanden wir Rotfüßchen und Ziegenlippen, ich kann sie oft nicht auseinanderhalten. Bei den kühlen Temperaturen haben es auch die Maden noch nicht gemerkt, dass Pilzsaison ist und wir konnten die Funde gut verwerten.
Nach einem lauten Schrei von mir, glaubte der Gatte eine Rotte Wildschweine würde mich angreifen, aber es war nur die Freude über eine schöne Fundstelle Steinis, wunderbar fest mit fabelhaften braunen Hüten, wie Samt und Seide.


Ein riesiger, leuchtend weißer vegetarischer Penis, hervorgegangen aus einer eiförmigen Knolle, erregte meine Aufmerksamkeit. Im Volksmund werden diese Gebilde Hexeneier genannt und die Stinkmorchel (Phallus impudicus) lockt mit ihrem Geruch zahlreiche Aasfliegen an. Wunderbare Kräfte schrieb der Aberglaube der Stinkmorchel zu, sie wurde zu Liebestränken und Zaubermitteln benutzt.

Da mir die Stinkmorchel als Medizin doch nicht so geeignet erscheint, schicke ich dieses reizende medizinische Personal mit Genesungswünschen zu Phillipp.

Villa

08.07.12

Endlich da - Sommersteinpilze 2012 in Thüringen

Die Bauernregel im Kopf: "Warmer Regen macht Pilze groß", war ich schon letztes Wochenende unruhig und wir starteten die erste Waldpilzsuche in diesem Jahr. Aber außer Heidelbeeren und schönen  roten Fingerhut war noch nichts zu finden. Doch ich konnte sie schon spüren!
Das Steinpilzmyzel kann sich nach Regen schneller durchsetzen als die Konkurrenz und eine Woche später sind aus den unsichtbaren Pilzbabys wunderschöne Großpilze gereift. Ein paar Butterpilze standen ihnen zur Seite, diese fand ich in einem Waldstück, das über und über voller reifer Walderdbeeren war. Bei Wikipedia steht: "Walderdbeeren sind seit langer Zeit ein Symbol der Weltlust, der Verlockung und der Sinnesfreude." Was dieses Kleinod unter den Erdbeeren mit Weltlust zu tun haben soll, ist mir nicht klar, aber diese Wildform der Erdbeere ist hocharomatisch, da sind Sinnesfreuden garantiert.



Der frühe Vogel fängt den Wurm, kann er ja machen, ich fang lieber Pilze.
Villa

„PS:“ Ja, ja Phillipp du hast den Auftakt gewonnen!

21.06.12

Richie Hawtin lässt das Obst tanzen

Im Bauch von Barcelona, an der Las Ramblas, liegt die wohl schönste Markthalle der Welt. Dort hatte ich Gelegenheit, in den Elektronik-Musik-Kosmos einzutauchen und die Minimal-Techno-Ikone Richie Hawtin zu erleben. Drei Tage und drei Nächte strömten 98.000 Besucher zu dem größten Musikfestival in Europa für elektronische Musik. Das "Sónar" lädt jährlich im Juni zu Konzerten und zu Schauen internationaler Multimediakunst ein.


Wie zum Teufel konnte es mich in die vorderste Front dieses Hexenkessels verschlagen? Während der Gatte längst weit abgedrängt am Rande des Platzes geduldig auf mich wartete, brachte Hawtin die Menge zum Toben. Ekstatisch, irre, ein gewolltes Chaos.





Der Rausch der Bilder und musikalischen Eindrücke bleiben in Erinnerung.

Der Wochenmarkt Mercat de la Boquera war überhaupt ein Ort, der meine Sinne ansprach. Jeden Tag deckten wir uns dort mit frischem Obst und katalanischen Spezialitäten ein.


Direkt auf dem Flanierweg entlang der Rambles zum Hafen regiert dagegen die touristische Offensive. Dort haben wir sehr schlecht gegessen, egal wo wir es probierten. Vertrocknete Tapas, mager belegte Baguette, Fast Food ohne einen Hauch von Gemüse, nichts was meinen Erwartungen entsprach. Schließlich entdeckte ich aber doch für die schnelle Mahlzeit zwischendurch eine sehr angenehme Alternative. Pinchos (baskisch: Pintxos). Dies sind kleine, frisch zubereitete Köstlichkeiten auf einen Zahnstocher gespießt. Man sucht sich an der Bar die Teile nach seinem Gusto aus, abgerechnet wird später nach Anzahl der Spieße.


Einen feinen Restaurant-Tipp habe ich noch. An der ehemaligen Stierkampfarena "Las Arenas" am Placa Espanya schwebt man mit einem gläsernen Außenfahrstuhl auf die 360° Panorama-Dachterrasse. Unter den zahlreichen Restaurants wählten wir das "Cinco Jotas" und waren vom Essen und der Aussicht begeistert.


Barcelona, die katalanische Metropole will erobert werden. Wir haben unzählige Plätze, Ausstellungen, Parks, Museen und architektonische Meisterleistungen gesehen. Der Gatte war mir wie immer der perfekte Begleiter. Wir mögen Städte - und diese in Spanien war besonders schön.


Olé, Villa