16.07.10

Volle Fahrt voraus - Kulturarena 2010 in Jena

Die Nordostpassage (Motto der Musikarena) ist der schnellste Seeweg nach Asien. Entlang der Nordküsten Europas und Asiens, vom Weißen Meer bis zur Beringstraße, ist die Route meist zugefroren und Eisbrecher bahnen den Weg. Nur in den Sommermonaten Juli, August lässt sich die Passage frei durchfahren. Vom Heimathafen Jena aus bewegte sich die Musikflotte mit einer Eröffnungtroika durch die flache Fahrrinne. Der Besucherstrom war noch etwas verhalten nach den Fußballwochen und durch die unerträglichen Sommerhitze. Als Kapitän war die Kulturjournalistin Shelly Kupferberg an Bord und führte die blutjunge Mannschaft durchs Arenagewässer.

Der flämischen Soul-Sängerin Selah Sue fiel die Aufgabe zu, das Eis zu brechen. Die blutjunge Belgierin entpuppte sich als Soul-Reggae-Röhre mit großer Bühnenpräsenz. Sie wird sicherlich nicht länger ein Geheimtipp bleiben. Allerdings sollte sie sich schnell ihre kleinen Starallüren abschminken (Fotografieren nur beim 5. Titel, üblich sind die ersten 3), dann wird aus der sehr talentierten, hübschen Sängerin, mit Sicherheit sehr bald, ein großer Star.

Ebenfalls blutjung war der zweite Matrose an Deck. Der absolut sympathische Holländer "Hamel", dessen Stimme während des Konzertes immer größer wurde, beschwört neue moderne Jazz-Zeiten herauf. Er wollte nie auf Kreuzfahrtschiffen enden und so er betrieb seine Ausbildung am Musikkonservatorium und bei einem Literatur- und Journalismus-Studium. Seine Pop-Musik schreibt er selbst und NL ist zu Recht sehr stolz auf ihn. Den Jenaer Musiker Rainer Pratzka (Dixielanders) begeisterte seine Stimmähnlichkeit mit Jamie Cullum und das perfekte Zusammenspiel mit der Band. Auch den anderen Landratten im Publikum gefiel der Bogen von Jazz-Klassikern bis Bossa Nova und sie erklärten den charmanten Blonden zu Everbody's Darling.

Die polyglot geprägte Musik der Gruppe "Rupa & The April Fishes" war mein dicker Fisch auf der Klangreise. Ich mag einfach die Fusionen aus Folk, Ska, Rock und Latin. Die "Aprilfische" aus San Francisco mischten noch Tango und französische Chansons dazu, lockten die bestuhlten Gäste zum Tanzen vor die Bühne und ab ging die Reise auf stürmische See. Die mexikanische Frontfrau Rupa Marya wäre auch als Ärztin zur Stelle gewesen, hätte jemand bei der Hitzeschlacht Schaden genommen.
Der erste Musikabend gab den Kompass vor, wohin die Arenareise geht. Bei 34 Konzerten stechen unterschiedlichste Musiker in See, werfen in Jena den Anker und nehmen mich mit an Bord. Der Abend endete vom Gattenlotsen begleitet in der heimischen Koje.

Bei ausverkauftem Haus und vor Beginn des Konzertes von "2Raumwohnung" wurde gestern der millionste Besucher seit Arena-Beginn vor 19 Jahren ermittelt. Eine Dame aus Apolda fing den geworfenen Ball und erhielt eine begehrte Dauerkarte für alle weiteren Veranstaltungen. Das Konzert war der kleinste, gemeinsame Nenner in meinem Arbeits-und Bekanntenkreis und die Stimmung auf dem Theaterplatz war hervorragend. Auch wenn die Musik des Popduos nicht so ganz die meinige ist, habe ich mich von der guten Laune anstecken lassen und den Arena-Abend genossen. 21.42 Uhr kam der bekannte Song "36 Grad", da war es in Jena aber nur noch 23.8°C warm.

Mein Freude auf das Samstagskonzert ist riesengroß, nehme ich doch einen blinden Passagier mit an Bord, auf den ich mich so sehr freue wie auf die japanische Band "Shibusa Shirazu Orchester".

Alle Mann an Deck, bereit zum Entern - Villa

Kommentare:

  1. Ich wünsche Dir viel Spaß, Villa. Aber nimm Dich vor Klabautermännern in Acht!

    Ich spinne derweil in der ventilierten Hütte mein Seemannsgarn weiter.

    Sehr liebe Grüße
    cuenta.......

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  2. Danke nach Berlin.
    Mein Lotse hat heute Geburtstag und ich sollte endlich mit den Party-Vorbereitungen in die Gänge kommen.

    Über "Ay, die Taille" konnte ich mich scheckig lachen und wenn der Partyservice mich heute Abend verlässt, bekommen alle Gäste ne schlanke Taille. Dem Gatten habe ich sein geliebtes Braten verboten, zu heiß...nicht, dass er mir als Lotse ausfällt.

    Auch die lieben Grüße zurück!

    PS. Habe morgen ein Date mit meinem liebsten Musikkritiker, freue mich sehr darauf.

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  3. Puh! Den Lotsengeburtstag habe ich glatt vergessen, aber das passiert mir mit den meisten Geburtstagen. Grüß ihn ganz lieb von mir.

    Da ich zu ahnen glaube, wer Dein Lieblingsmusikkritiker ist, grüß auch den herzlich, und ich wünsche allen viel Spaß, sowohl heute auf der Geburtstagsfeier, als auch morgen beim Konzert.

    Knuddel-Grüße
    Chris

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  4. Na Sie sind ja niedlich! Noch niedlicher als die Dame mit den Starallüren. Übrigens: Wie man munkelt, ist der morgige Passagier gar nicht so blind, die Linse soll er jedenfalls geputzt haben. Und in frohester Erwartung soll er auch sein.

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