Ganz nett dachte ich im Vorfeld, als ich mir die Auswahl-Videos zur 20. Kulturarena anschaute. Unentschlossen, ob "ganz nett" reichen würde, begab ich mich dennoch (und dieses Entdecken ist ja das Schöne an der Kulturarena) zu dem Konzert der Hamburgerin. Jena wäre eine schöne Festival-Location, meinte Anna und überhaupt käme ihr das alles vor wie im Film. Mit viel Liebe zum Detail hatte sie "Lieder für jede Gelegenheit" im Programm und führte uns anrührend durch ihre kleinen Alltagsgeschichten. Mit entwaffnender Natürlichkeit interagierte sie mit der anwesenden Zuhörerschaft, verwies charmant auf Biografisches und brillierte bei ihren Chansons und Balladen.

Am Ende belohnten 1700 Zuhörer Anna Depenbusch und ihre Hausband mit Standing Ovations bei ihrem ersten Open Air. Sie belohnten uns mit drei Zugaben und schickten uns mit dem letzten Song "Astronaut" in unseren eigenen Kosmos zurück.

Der vom Gitarrenmeister Carlos Santana so gehypte Rebel Reggae Rock aus Down Under, "Blue King Brown", nahm dagegen nur verhalten Fahrt auf. Sie sind in Europa noch eine relativ unbekannte Größe, aber die Aussicht auf schönes Sommerwetter und dazu passenden Sound hatten den Platz ordentlich gefüllt. Normalerweise gibt es bei Konzerten eine Kompressionswelle nach vorn, diesmal lichteten sich schon nach dem vierten bis fünften Titel die Reihen vor der Bühne und vor Ende des Konzertes hatten sich auch die Ränge deutlich geleert.
Dabei hatte die Band aus Melbourne mit ihrer musikalischen Mischung aus Roots, Dub und Raggae eine politische Botschaft zu überbringen. Bei der auf Deutsch gehaltenen Ansprache forderte Bandleaderin Natalie Pa'apa'a uns auf, für soziale Gerechtigkeit, Klimawandel und gegen Hass und Krieg einzustehen.
Dabei hatte die Band aus Melbourne mit ihrer musikalischen Mischung aus Roots, Dub und Raggae eine politische Botschaft zu überbringen. Bei der auf Deutsch gehaltenen Ansprache forderte Bandleaderin Natalie Pa'apa'a uns auf, für soziale Gerechtigkeit, Klimawandel und gegen Hass und Krieg einzustehen.

Die Band sieht sich als Teil der globalisierungskritischen Protestbewegung.
Allerdings wirkte ihr Urban Roots Reagge auf mich zuweilen zu angestrengt. Die Hip Hop Habitus-Gesten der Backgroundsängerinnen Nadee und Jess Harlen konnten mich nicht überzeugen, erst als sie ihre Solo-Auftritte hatten, bemerkte ich ihre guten Simmen. Das Percussionsfeuerwerk und die Gitarren webten einen treibenden Latinflow-Teppich, auf dem die Besucher dann doch zum rhythmischen Kopfnicken auch noch die Tanzbeine schwangen.

Wie sagte Anna Depenbusch so schön: Open air macht Spaß!
Villa