15.08.10

Barfuß und in Lederhosen - La Brass Banda in der Kulturarena

Der Auftritt der Brassband-Musiker aus dem bayrischen Chiemgau begeisterte die völlig ausverkaufte Kulturarena. So langsam gehen mir die Superlative aus und als ich meinen Tubaspielenden Schwiegersohn nach Konzertende befragte, meinte er, die Blechkapelle wäre außerirdisch. Das lag sicherlich auch an Hans (Andreas Hofmeir) dem Tubaprofessor der Universität Mozarteum Salzburg, der an diesem Tag Geburtstag hatte und uns mit seiner Helikontuba feinsten Blechbeat bot. Sein Tuba-Posaune-Liebesdialog heizte die Publikumseuphorie mit schräger Komik an und infizierten uns im Rhythmus der Tuba. Aber auch Sepp (Stefan Dettel), Chef der Punkbläser, wusste mit seiner Trompete, seinen kabarettreifen Zwischenansagen und Liedtexten zu überzeugen. Seiner ungebremsten Sprachgeschwindigkeit konnten wir kaum Schritt halten und so tanzten wir in bebender Musikalität. Vor mir hüpfte sich ein Zweimeterbursche in Olympiarekordhöhe. Fast jeder ließ sich von den fünf bayerischen Musikern mitreißen und die von mir ungeliebte Blasmusik hat eine neue Dimension erhalten.

Ganz bsuffen hams mi gmacht und die Haxn hobn si von ganz oileine bewegt!

Staff Benda Bilili war der letzte Konzerthöhepunkt meiner diesjährigen Kulturarena. Die aus der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa kommende Band drückt ihren Überlebensmut mit ihrer Musikmischung von traditionellen kongolesischen Rumba mit Elementen aus Reggae, Soul und Blues aus. Obwohl vier Musiker in Rollstühlen (eine Folge von Kinderlähmung) saßen und einer an Krücken vor dem Mikro stand, legten sie Tempo und Groove auf die Theatervorplatzbretter, dass es eine Freude war. Es gab keinen Mitleidsbonus, aber großen Respekt vor den mutigen Musikern.

Kommende Woche steige ich in den Nachtzug nach Lissabon Flieger gen Süden und begebe mich auf die Spuren der ureigensten Musikschöpfung Portugals, dem Fado.

Wehmütig, in Mollstimmung nehme ich Abschied von der Kulturarena 2010 in Jena - Villa

Kommentare:

  1. Danke für die in Mitleserschaft gezogene Begeisterungswelle, die bis hierher schwappte.
    Nicht einfach, dabei ganz neidlos zu bleiben - zu gerne hätt ich mich auch im Musiktaumel aufgelöst - aber gegönnt sei es allen, die geniessen konnten.
    Noch ein Tipp zu Portugal : bei ihr http://sonnigersueden.blogspot.com/
    kann man immer ein wenig über portugiesisches Leben erfahren.
    Viel Spass :-))

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  2. Glück zu Müllerin!
    Manchmal hätte ich mir eine so schöne Rückzugsmöglichkeit wie deine Mühle gewünscht. Aber was ja nicht ist, kann noch werden.
    Danke für den Portugallink. Im Land waren wir schon, aber immer war für Lissabon zu wenig Zeit. Nun wird es eine ganze Woche *freu*
    Grüße in den Norden, Grüße in die Wassermühle

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