30.06.10

Stinkende Schönheit


Ein botanisches Großereignis erlebte Jena in den vergangenen zwei Tagen. Im Forschungsgewächshaus des Max-Planck-Institutes für chemische Ökologie erblühte im sechsten Vegetationszyklus nach Aussaat die größte Blume der Welt. Der Titanenwurz (Amorphophallus titanum; aus dem griechischen amorphos für unförmig und phallos für Penis) zählt zu den spektakulärsten Pflanzenarten der Welt und ist in den Urwäldern der indonesischen Insel Sumatra beheimatet. Vor sieben Jahren wurden die Samen in einem Palmengarten in Frankfurt am Main gesammelt und von der Biologin Dr. Tamara Krügel gesät. Im Mittelpunkt des Forschungsprojektes der Abteilung Evolutionäre Neuroethologie stehen die faszinierenden Bestäubungsmechanismen.
Viel Zeit, den Blütenstand zu bewundern, durfte man sich nicht lassen, der Riesen-Stinkwurz blüht nur 24 Stunden. Angelockt von dem unerträglichem Verwesungsgeruch nach Aas, Urin und Exkrementen tummelten sich gestern neugierige Besucher und Fliegen um die prachtvolle Blüte. Die Mitarbeiter hatten ein kleines Fenster ins Hochblatt geschnitten und gewährten mir einen Blick in das Innere. Unten seht ihr die roten weiblichen Blüten, darüber die cremefarbenen männlichen Blüten, die die Pollen bilden.

Zwischen Geruch und Gestank liegen manchmal nur wenige Moleküle, die erste Pflanze dieser Art in Thüringen stank mit ihrer Blüte zum Himmel - Villa

Kommentare:

  1. Aber was nutzt so ein titanischer Phallus, wenn man dann doch betäubt ist?

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  2. Nennen Sie mich pervers, aber ich freue mich immer, wenn ich einer Stinkmorchel im Wald begegne.

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  3. @Chris

    Wie recht du hast!
    Kein sinnliches Erlebnis.

    @ Herr Krause

    Der Aberglaube schrieb der Stinkmorchel wunderbare Kräfte zu, so wurde sie zur Herstellung von Liebestränken und von Zaubermitteln benutzt.
    Im gemeinen Volksmund auch "Hexeneier oder Teufeleier" genannt.
    Der Phàllus impudìcus ist sogar im jungen Eistadium eßbar!
    Da ich mich gerade auf dem Weg in den tiefen, tiefen Thüringer Wald befinde (Mengersgereut- Hämmern)werde ich die Stinkmorchel mal im Auge und der Nase behalten. Sollte ich ein besonders schönes Exemplar finden, wird die Hausfrauenkamera gezückt.

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  4. sehr intiresno, danke

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