05.05.13

Geteiltes Glück

Gibt es ein Ministerium für Glück und Wohlbefinden? Schaffen wir es gemeinsam zum Bruttonationalglück?
Die Plakataktion der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Mannheim begegnete mir gestern in der Oberaue auf meiner Frühlingswanderung durch das Pennickental in Richtung Wöllnitz und zurück durch die Saale-Auen.


Mein Ziel und Glück auf dieser etwas verregneten Wanderung sollte die Suche nach Morcheln sein. Dieser Frühjahrspilz ist ein begehrtes Glück für jeden Pilzgänger und eine kulinarische Köstlichkeit. Als ich nach vierstündiger Wanderung die Hoffnung längst aufgegeben hatte, wurde ich an den Saale-Auen doch fündig.
Die Käppchenmorchel, ein Schlauchpilz, der auch als Halbfreie Morchel bezeichnet wird, wächst bevorzugt in Auwäldern. Nun, davon haben wir ja in Jena reichlich.


Einmal die Büchse der Pandora geöffnet und meine Sammelleidenschaft kannte kaum Grenzen. Dabei mahnte mich ja das Plakat in der Oberaue: Bewusstsein, Reduktion, Zufriedenheit!


Zufrieden registrierte mein Pilzauge noch andere Pilzschönheiten. Der Schuppige Stielporling hatte riesige, frische Fruchtkörper ausgebildet. Sie sind auch essbar, aber ich habe sie nur abgelichtet.




An den gleichen abgeholzten Baumstämmen fand ich auch wunderschöne Becherlinge, welche ich noch bestimmen muss.



Mit dem Gespür für die richtige Zeit am richtigen Ort registrierte mein Pilzradar noch weitere Pilzlein.


Vom neu gestaltenten Märchenbrunnen im Jenaer Paradies aus trat ich den Heimweg an.


...um zu Hause festzustellen, für den kulinarischen Hochgenuss einer Morchelrahmsoße hatte ich nicht genügend Sahne im Haus. Also noch mal in den nächsten Supermarkt, Sahne kaufen. Das neue Studentenwohnheim in unmittelbarer Nähe des Supermarktes hatte im letzten Jahr die Grünanlagen mit Rindenmulch ausgestattet und da klingelte was in meinem Kopf: Rindenmulch = Mulcheln! Das erfreuliche Ergebnis seht ihr hier:


Komplettiert wird der heutige Sonntagspilzbraten "Morcheln in Rahmsoße" von einem Bacchus 2012 trocken "Jenaer Grafenberg". Dieser Jenaer Wein ist eine Rarität unter den Saale-Unstrut-Weinen. Den Weinanbau bei Kunitz beobachte ich seit seiner Wiederbelebung 2010 und nur er erscheint mir passend für das opulente Morchel-Pilzmahl.




Morchelbezwingerin Villa, mit drei Zeckenbissen, die ihr Glück gerne mit euch teilt.

Kommentare:

  1. Sehr schön wieder. Aber essen würde ich die wahrscheinlich nicht, zumindestens nicht ohne Deine fachkundige Anleitung...;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der Gatte hat sich auch geweigert, die köstlichen Morchel zu essen.
      Eine Delikatesse, sehr lecker.

      Löschen
  2. Drei Zeckenbisse!!! Für Deine Pilze riskierst Du ja einiges, liebe Villa. Auch hoffe ich, Deine Ernährung wird nicht zu pilzlastig. So lecker, wie die Dinger mit den lustigen Namen sind (Sind wir nicht alle ein bisschen halbfrei?), so sind sie doch nicht gerade Vitaminbringer, und ob der Jenaer Grafenberg da einen Ausgleich schafft...? Trotzdem läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Ich bitte, meine feuchte Aussprache zu entschuldigen, wenn ich Dir jetzt ganz herzliche Grüße von der Spree schicke.

    Chris
    (die ihre freien Montage genießt)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vier sind es inzwischen, auf diesen Sonder-Bonus könnte ich allerdings verzichten.
      Eigentlich wollten wir am Wochenende Dresden einen Besuch abstatten, aber das Morchelfieber war stärker. Mit stur nach unten gerichteten Blick bin ich dem Flusslauf gefolgt und war überglücklich über eigene Fundstellen.
      Ab Donnerstag absolviere ich einen Kurs: Jena, Orchideen, Pilze. Vier Tage unter Profianleitung - was freue ich mich darauf.

      Freie Montage? Das macht mich neugierig, ich klingel morgen mal durch.
      Abendgrüße Villa

      Löschen