07.03.11

25.Bluesfasching in Apolda - "25 Jahre wilde Ehe"

25 Jahre, eine reich erfüllte Blueszeit, feierte der Lindwurm Faschingsclub Apolda e.V. mit seinen Gästen am Wochenende in der Tiefgarage des Hotels am Schloß in Apolda. Das traditionelle Event der internationalen Bluesszene zieht Fans von überall her an und bietet alles rund um Blues und Bluesrock.

Wir haben uns für den Samstag entschieden und gleich die erste Band "Autumn Blues Band" auf der mittleren Bühne spielte so frisch und locker auf, dass es eine große Hörfreude war. Sänger Micha Berndt agierte mit Akustik-Gitarre und bluesigem Gesang von einer Apoldaer Bierkiste aus und seine Bandkollegen glänzten durch Spielfreude.
Wenn die Musik auf mehreren Bühnen spielt, hat man immer das Problem und die Befürchtung, was zu verpassen und so haben wir nur einen kurzen Abstecher zur großen Bühne gemacht, um den Rhytm Blues, Funk und Soul sowie zeitloser Rockmusik der Gruppe "Solace" zu lauschen. Auf der kleinsten Bühne spielte den ganzen Abend die heimische Band "Wicked Device", aber sorry Jungs, eure Musik war so gar nicht mein Fall.
"Shawue" hatte den längsten Soundcheck, leider waren die in deutsch gesungenen Folksongs sehr schlecht zu verstehen. Dabei war es egal, ob ich direkt vor der Bühne stand oder hinten an der Beschallungsanlage. Schade!

Im Verlauf der Musiknacht wurde der Dunst in der Tiefgarage dichter und dichter und meine "Hausfrauenkamera" hatte es immer schwerer, sich durch die Dunstglocke durchzusetzen. Dabei sang von 22.30-0.00 Uhr die mit Abstand wohl hübscheste Frau mit den schönste Beinen des ganzen Bluesfaschings. Die deutsch-Amerikanerin Jenny Boneja bewegte sich mit Eleganz und Anmut auf der Bühne und passte stimmlich perfekt zu den Musikern "The Ballroomshakers", um den Blues der vierziger Jahre zu zelebrieren. Für mich der beste Musikbeitrag des Abends.

Von 0 bis 2 Uhr spielte auf der großen Bühne "Kirsche & Co", seit Jahren eine feste Größe des Bluesfaschings. Bei dieser Band feiern die Macher vom Lindwurm seine Musik und sich selbst. Die Brote sind verkauft, die Bands ausbezahlt, die Spannung, ob alles klappt, hat sich gelegt. Sie tanzen im Kreis und hüpfen, als wenn es der letzte Bluesfasching wäre. Wer mochte, konnte zu den Rockmusikern auf die Bühne kommen.
Mich zog es aber wieder in die Unteretage, war ich doch gespannt auf den Bluesgitarristen und Sänger Khalif "Walin" Walter, der schon über 10.000 Zuhörern auf dem Cincinnati-Blues-Festival mit seinem Boogie-Blues begeisterte. Musik im New-Orleans-Stil.
Der Intensität seines klagenden Blues, seiner Improvisationen auf der Gitarre konnte ich mich nicht entziehen. Ein wahrer Real Blues Man. Großartig!

Als wir das Musikfest verließen und ich ein wenig über meine tauben Ohren jammerte, meinte der Gatte, Bluesfasching wäre nun mal kein Kindergeburtstag.
Dank an meine Freunde in Apolda. Ihr habt wieder eine großartige Bluesnacht organisiert, tolle Bands eingeladen und uns obendrein bei euch schlafen lassen. Und während ich schon mein müdes Haupt bettete, musstet ihr noch das größte Chaos in der Tiefgarage beseitigen.
Diese Silberhochzeit war ein Fest! Villa

05.03.11

Hammer-Essen in der Hammermühle

Seit Jahren beobachte ich die Berufsvita des Sohnes meiner besten Freundin, Ron Hartmann, vom Jungkoch zum Chef de Cuisine. Nach seiner Kochausbildung im Fairhotel Jena führten ihn seine Lehr- und Wanderjahre nach Österreich, Schweiz und Spanien. Zurück in Deutschland hängte er ein Studium zum Gastronomiebetriebswirt in Leipzig an seine Ausbildung.Während dieser sinnvollen Erfahrungen entwickelte er sich für mich zu einem wahren Zauberer in der Küche. Dies in der Praxis auch umzusetzen, versucht er derzeit im Hotel und Gesundheitsresort Hammermühle Stadtroda. Angetreten, die etwas antiquierte Küche der Hammermühle in eine Spitzengastronomie der Region zu führen, bedurfte es einer grundlegenden Erneuerung des Angebotes. Ich habe das neue Angebot getestet.

Dabei folgte ich der Menü-Empfehlung des Tages: französische Schnecken, Safran -Tagliatelle, Jakobsmuscheln & Garnelen und Aperol-Blutorangen Sorbet. Meine Freundin Esther hielt sich an den Loup de Mar (Ein "Wolf des Meeres"- Wolfsbarsch, stehend serviert.)
Sehr gute Schule bewies der aufgeschlossen agierende Restaurantleiter Christopher Franz, der mir unfassend meine vielen Fragen beantwortete. Er hat als Koch selbst bereits in einer Sterneküche in Magdeburg gearbeitet und so waren seine Auskünfte sehr fundiert. Besonders meine Fragen nach der Tages-Attraktion, den weißen italienischen Frühlingstrüffel, auch Bianchetti genannt, wurden ausführlich und souverän beantwortet. Sie sind mit die aromatischsten Trüffel, die in dieser Jahreszeit angeboten werden und mit ihrer leichten Knoblauchnote passten sie perfekt zu meinen Safran-Tagliatelle.
Der Weinbegleitung und Empfehlung des Restaurantleiters konnte ich blind vertrauen, war es doch der filigrane, feinduftige Auxerrois des Weingutes Proppe, der mein Herz erfreute.
Besten Dank an die Mannschaft der Hammermühle, ihr seid auf einem guten Weg, ein Highlight der Gastronomie in unserer Region zu werden und ich hoffe noch viele Gäste werden sich daran erfreuen.
Villa mit kulinarischen Entdeckerfreuden

02.03.11

Ausstellungsblues Jena-Apolda,

Am 28.Februar fand in der Bibliothek der Fachhochschule Jena eine Vernissage des VHS-Kurses Aquarellmalerei statt. Etwa 100 Besucher waren gekommen, um sich die 123 Gebäude-, Natur- & Winterimpressionen von 16 Teilnehmern anzusehen. Die Malerin Ulrike Rochlitzer leitet den Kurs und war auch mit eigenen schönen Bilder vertreten. Aber Freunde der Finsternis, warum habt ihr eure Ausstellungsstücke nur in so ein schlechtes Licht gerückt? Es war früher Abend im Februar, von draußen kam nur noch sehr diffuses Tageslicht und die Raumbeleuchtung in der Bibliothek war eingestellt, als wäre Verdunkelung angeordnet. Schade, die doch zum Teil sehr kleinen Bilder waren nicht wirklich gut zu erkennen und auch manche Anordnungen im Hochformat waren nicht optimal. Es zeigte sich wieder, dass es in Jena sehr viele Hobbymaler gibt und sie mit viel Freude ihre Werke zeigen.

Optimal ausgeleuchtet hingegen war die Ausstellung, die ich heute im "Kunsthaus Apolda Avantgarde" besuchte. Mit der Präsentation eines der berühmtesten und umstrittensten Fotografen des 20. Jahrhundert, Helmut Newton, hat es Apolda wieder einmal geschafft, Besucher anzulocken. Durch die 75 Leihgaben des Museum der Moderne Salzburg bekam ich einen Eindruck von der ausgeprägten Ästhetik seiner Fotos. Seine erotischen Fantasien lösten bei mir allerdings ambivalente Gefühle aus. Wer diese bemerkenswerte Ausstellung in Apolda noch mit eigenen Augen sehen will, hat bis 27.03.2011 Gelegenheit dazu.

Wer mit eigenen Ohren richtigen Blues hören will, hat auch in Apolda die beste Möglichkeit dazu. Die Auswahl am kommenden Wochenende, bei der vom "Lindwurm Faschingsclub Apolda e.V." liebevoll organisierten Veranstaltung, ist groß. 15 Bands rocken die Tiefgarage. Wie ich von meinen Freunden hörte, gibt es bereits so viele Vorbestellungen, dass ein Eintreffen bis 22.00 Uhr angeraten ist.

Wir sehen uns in Apolda - Villa

27.02.11

Literarischer Weinabend in Dornburg

Die Redensart "Aller guten Dinge sind drei" brachte den literarischen Weinabend im Ratskeller Dornburg auf den Punkt. Angeregt durch den Restaurantbesitzer Frank Tischendorf fand am letzten Samstag eine Paarung von Genuss, Kriminalgeschichte und Wein statt. Unstruter Schneckensüppchen, Rinderfilet und Limonencreme waren die Zutaten aus der Küche des Hauses, Auszüge aus dem Debütroman "Krügers Erbe", erschienen im Greifenverlag zu Rudolstadt, verlas Autor Klaus Jäger und Winzer Wolfram Proppe rundete mit edlen Rebensäften aus Sonnendorf und dem Gleistal den Abend ab.
Genießerherz, was willst du mehr?
Autor Klaus Jäger, im Berufsleben Lokalchef der "Thüringer Allgemeinen" in Apolda, siedelt seine Krimihandlung im thüringischen Riedburg an und der Protagonist Peter Hartmann ist wie er Journalist. Die ausgewählten Textpassagen vermochten die Zuhörerschaft zu fesseln und auch nach mehreren Weinproben wurde es mucksmäuschenstill, wenn gelesen wurde.
Ebenso spannend waren aber auch die Ausführungen des sehr ambitionierten Winzers Wolfram Proppe. Als Kellermeister im Weingut Bad Sulza trägt der gebürtige Jenaer dort die Verantwortung. Gemeinsam mit seiner charmanten Lebensgefährtin Wencke Werra (die an diesem Abend die Wirtsfamilie tüchtig unterstützte) baut er seit 2006 aber auch 4000 Rebstöcke auf dem eigenen Weingut am großen Gleisberg Golmsdorf aus. Und das sehr erfolgreich, eine Goldmedaille bei der 18. Landesweinprämierung von Saale und Unstrut für seine "Kerner Auslese trocken" waren der Lohn. Dornbug ist ein Refugium alter Weinstöcke, meinte der Winzer, und er hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese erfolgreich zu kultivieren.
Gaumenlyrik waren die Jungweine an diesem Abend!
Villa
Dornburger Schlösser mit Weinreben

Winterschlaf beendet

Kein Vorsatz wird je in Stein gemeißelt und als ich im Dezember 2010 nach einem Mega-Computercrash beschloss, die Blogseite ruhen zulassen, war mir klar, die Lust und Motivation zu bloggen kommt wieder. Inzwischen hat sich eine Jenaer Computerfirma sehr "Redlich" bemüht, meine gelöschten Daten und Fotos aus dem Datennirwana zurückzuholen.

So wie derzeit am Wehr am Paradiesbahnhof hat sich ganz schön viel angesammelt in der Winterpause und es wäre müßig, alles nachzutragen. Allerdings möchte ich mich für die vielen besorgten Anfragen bedanken. Mein besonderer Dank geht an den werten Herrn Pestkrause, der mit mir den bitterbösen Ausführungen Hagen Rethers im Volkshaus gefolgt ist. Das Programm "Liebe" war hammerhart, sehr sarkastisch, bisweilen sogar zynisch. Danke auch für die zauberschönen Kalender, so habe ich täglich deine großartigen Fotos vor Augen.
Ebenfalls angekommen ist das Adventsrätsel-Gewinnpäckchen von John-mit-H. Mir ist es fast peinlich, schon so viele Jahre immer wieder zu gewinnen, aber ich lege im Dezember auch sehr viel Ehrgeiz in die oft schwierige Lösung aller 24 Tagesrätsel. Lieber John-mit-H , dein verrücktes Glücksrad ist der Partyspaß schlechthin. Für mich erstaunlich, dass es heute möglich ist, fast alle Aromen künstlich herzustellen. Aber nur Verrückte kommen wohl auf die Idee, Baby-Windel-, Nasenpopel-, Hundefutter-, Erbrochenes- und Tausendfüßleraroma in Bonbons einzuarbeiten.Mein Dank für den witzigen Gewinn geht nach Hannover.
Eine weitere Blaue Mauritius der Modelleisenbahn bereichert meine Sammlung. Laut "Knoll´s Spezialkatalog der Sondermodelle" wurden nur 20 Wagen hergestellt, ausgestattet mit dem päpstlichen Wappen und der gedruckten Papstunterschrift. Angeblich sollen sie auch vom Pontifex höchstpersönlich gesegnet worden sein, was ich aber nicht so recht glaube.
Und wieder beteilige ich mich an einer Studie des Institutes für Ernährungswissenschaften der Uni Jena. Diesmal geht es um den "Einfluss von Calciumphosphat und Vitamin D auf Marker des Knochenstoffwechsels." Vitamin D und Calcium wurden in leckeres Brot verbacken und sollen den Knochenstoffwechsel positiv beeinflussen. 10 Wochen Brotzeit und diverse Probensammlungen - später werde ich gespannt auf das Ergebnis sein. Eine andere sehr interessante Jenaer Ernährungsstudie wird in dem spannenden Artikel des "redaktionsblog" aus Österreich erwähnt. Meine Frage geht an den Freund Sol in Graz: " Kommt die fleischlose Gesellschaft?"
Nicht fleischlos, aber kulinarisch sehr ansprechend ist ein neuer Jena-Blog, "Das süße Leben", der Neuzugang meiner persönlichen Blogroll.
Um Thüringer Blogs ging es auch im Februar bei einem Bloggerkonvent in Weimar. Phillip hat mich begleitet und in sehr entspannter Atmosphäre wurden verschieden Aspekte dieses Mediums diskutiert.


Die Letzte in meinem Dankesreigen ist meine Freundin Christa aus Berlin. Eigentlich für das Blog Cuentacuentos konzipiert, hat sich die Geschichte von Martin verselbständigt und ist nun als Taschenbuch gegenständlich. Vielen Dank für das Buch und die schöne Widmung:
"Unsere Freundschaft verbindet uns seit den Tagen, als dieses Buch noch in seinen Kinderschuhen steckte. Kinderschuhe werden schnell zu klein, Freundschaften wachsen mit."

So, der Neuanfang wäre gestartet und auch wenn ich die Blog-Auszeit genossen habe, freue ich mich nun wieder darauf, das virtuelle Papier zu füllen.
Villa

14.11.10

Austern-Safari im dänischen Wattenmeer-Rømø

Das 10. Mal in Folge verlebte ich meinen Herbsturlaub mit Freunden in Dänemark. Die kleine Nordseeinsel Rømø, die wir über einen Damm erreichten, bot auch in diesen Novembertagen viele Möglichkeiten im Freien die Natur zu erleben.

Ein großes Highlight war die spannende Wattwanderung zu den Austernbänken vor der Küste. Flämming, unser wettergegerbter dänischer Naturführer, begleitete uns bei Ebbe durch den schwarzen Modder des weiten, weiten Watts. Nicht alle unsere Gummistiefel waren so dicht, dass die Füße trocken blieben. In dem schlickigen Untergrund gab es immer wieder kleine Wasserläufe, in denen man zu versinken drohte. Als wir die ersten Muschelbänke erreicht hatten, war das Ernten eine kalte, nasse Angelegenheit. Die Biester hingen oft in größeren Klumpen zusammen und an ihren scharfen Kanten konnte man sich leicht schneiden. Wir sammelten die Schalentiere reichlich in unsere Eimer.
Die Pazifische Felsenauster (Crassostrea gigas) hat sich erst in den letzten Jahrzehnten auf den Nordseebänken breit gemacht und sie stören durch ihre Bio-Invasion das ökologische Gleichgewicht der Wattlandschaft. Klimaerwärmung (steigende Meerestemperatur) macht`s möglich. Jeder kann für seinen eigenen Bedarf den Hauch von Salzwasser, Muskelfleisch und Luxus einsammeln. Nur die Gezeiten bestimmen den Aufenthalt. Die ersten Exemplare haben wir roh vor Ort probiert, doch einige meiner Freunde haben sich so vor dem glibberigen Inhalt geekelt, dass sie sich nicht überwinden konnten, sie lebend zu verspeisen.


Zurück aus dem Watt erzählte uns Flämming in der alten Trøjborger Schlossruine viel Wissenswertes über die Austern, ihre Geschichte in Dänemark und ihre Verarbeitung. Es gab wohl auch Zeiten, in denen der dänische König das Sammeln der Nordseeaustern für das gemeine Volk unter Todesstrafe stellte. Mit einem speziellen Austernmesser öffnete er uns die Austern, die wir mit Zitrone und Sekt zu uns nahmen.
Die Austern bleiben auch nach dem Ernten einige Tage frisch, allerdings halten sie an der Muschel- Kalkhülle sehr fest und ergeben sich nicht so leicht ihren Fressfeinden.
Wir haben einen großen Teil auf den Grill gelegt und sehr kreative Dipps dazu serviert. Der Gatte war verschlossen wie eine Auster und entsagte der Leibspeise der Reichen vollständig.


Villa, die nachts von lebenden Austern im Bauch träumt.

31.10.10

Wein trifft Kürbis

Das wunderschöne Herbstwochenende veranlasste mich, meiner selbtgewählten Dokumentationspatenschaft über den neu angelegten Weinberg am Fuße der Kunitzburg nachzukommen. Und sie sind wunderbar gewachsen die 7000 Reben, ca. ein Meter hoch. Allerdings entdeckte ich auch eine üppige, spontane Wildflora (Unkraut), da ist wohl ein kleiner Hackeinsatz von Nöten.

Einmal auf dem Weinweg, beschlossen wir, der Weinstraße an Saale und Unstrut zu folgen und eventuell unsere Vorräte des Jahrganges 2009 aufzufüllen. Unser Ziel war der sehr ambitionierte Winzer Frank Böhme des "Gleinaer Weingutes Böhme", der in den letzten Jahren ein gutes Gespür für Spitzenqualität bewies. Zahlreiche prämierte Weine, Ehrenpreise und die Auszeichnung "Empfehlenswerter Betrieb" im Gault Millau Wein Guide gaben nicht alleine den Ausschlag, sondern unserer vorgeprägter, rein subjektiver Weingeschack. Weinbauern sind oft sehr nett und unkompliziert. Wir platzten unangemeldet, jenseits offizieller Öffnungszeiten, in das Weingut. Obwohl am Vormittag die anstrengende selektive Traubenlese von Hand die Winzer beschäftigte, nahmen sie sich viel Zeit für uns. Frank Böhme gewährte uns Einblicke in seine Betriebsabläufe, seine Umbaupläne und seine Weinphilosophie. Sein persönliches Ziel ist es, auch einen qualitativ guten Rotwein in unseren Breitengraden, also weg vom ausschließlichen Weißweinimage, zu erzeugen. Hilfe hatte er vom Jungwinzer Hendrik Bobbe. Dieser hat gerade seine Ausbildung im Weingut Pawis absolviert, stellt dem Gleinaer Weingut Böhme seine Arbeitskraft zur Verfügung und sammelt dabei wertvolle Keltererfahrung.

Leider war unser Lieblingswein vom letzten Jahr restlos ausverkauft, aber ein paar gute Tropfen konnten wir dennoch erwerben. Am Nachmittag sollten die letzten Trauben geerntet werden und wir wünschen guten Ertrag und uns weiterhin edle alkoholische Traubengetränke.

Auf unseren Heimweg kamen wir an einem riesigen Kürbisfeld vorbei. Die große Vielfalt hat mich verblüfft und an einem kleinen mobilen Kürbisstand erwarben wir passend zu Halloween ein mittelschweres Exemplar.

Inzwischen ziert der Kürbis als Fratze Phillipps Garten, fraglich ist, ob er wirklich böse Geister abzuschrecken vermag.


Wein traf Kürbis, ein Wochenendausflug am letzten Oktobertag - Villa

26.10.10

Jena zeigt Kunst auf nackter Haut

Alt ist die Kunst der Körperbemalung. Mir fällt da spontan die "Kriegsbemalung", DAS Klischee in alten Indianerfilmen, ein.
Ob Bodypainting Kunst ist, bleibt dem Betrachter überlassen und dazu hat er am kommenden Freitag ausreichend Gelegenheit. Fünf Bodypainter, darunter der Weltmeister im Bodypainting, Enrico Lein, werden die allerdings kurzlebigen und eventbezogenen Kunstwerke vor aller Augen in der Goethe Galerie entstehen lassen. Exotisch bunt wird es zugehen auf diesem Body Art Festival und wem das nicht ausreicht, der kann in der Neuen Mitte selbst Modell stehen und sich ein Grusel-Bodypainting auftragen lassen. Halloween lässt grüßen.

Vor einiger Zeit konnte ich im alten Astoria Kino unter dem Markt die sehr erfolgreiche Ingrid Bingler (geb.1941) bei ihrer dreidimensionalen Bodypaint-Performance beobachten. Sie schuf eindrückliche Visionen mit intensiver Farbigkeit.

Wer sich allerdings über die viele nackte Haut empören sollte, hat dazu auf dem Markt die beste Gelegenheit. Die Imaginata und die Staatlichen Berufsbildenden Schule Jena-Göschwitz haben gestern inmitten des Wochenmarktes eine 6 Meter hohe, begehbare "Treppe der Empörung" errichtet.

Kein Treppenwitz-Villa

04.10.10

Wenn in Jena die Köche tanzen

Wenn in Jena die Köche tanzen, dann haben die Jena-Saale-Holzland-Köche, mit ihrem Vereinsvorsitzenden Lutz Melchert, zu ihrem alljährlichen Köcheball eingeladen. Unter dem Motto "Bewegende Momente" wurde uns ein sehr genussvoller Herbstauftakt geboten. So langsam platzen dafür die Räumlichkeiten im Hotel am Stadion/Thür. Sozialakademie aus allen Nähten, dennoch bleibt diese Veranstaltung fast familiär und nicht abgehoben. Spannend wie in jedem Jahr war die kulinarische Plattenschau der auszubildenden Jungköche. Die Wertungen fielen schwer, alle wussten sich gut ins Licht zu setzen und stellten sich dem fairen Wettkampf. Die aufgetischten Köstlichkeiten waren eine Mischung aus Gaumenfreuden und Kunsterlebnis.

Der stattliche Chefkoch Melchert erwies sich wiedereinmal als perfekter Entertainer, der das Publikum und seine Mannschaft im eigenen Haus gut im Griff hatte. Von Daniel Ficker aus dem 3. Lehrjahr kam die pochierte Lachskreation. Passend zum Thema zeigten die Akteure der Bewegungsküche Jena ihr tänzerisches Können. Die jungen Leute zeigten uns, zu was man körperlich noch in der Lage ist, wenn sich Muskelfleisch noch nicht in Bauchspeck umgewandelt hat. Ein wenig Bewegung nach all dem Probieren, Kosten und Testen ergab sich bei einem Tänzchen mit dem Gatten zur Live-Musik der Band PARTYLINE aus Camburg.

Den Publikumspreis der Ausstellungsplatten erhielt, wie auch in den vergangenen Jahren, das "Gasthaus am See" aus Hainspitz. Dafür meinen herzlichen Glückwunsch.

Newcomer in diesem Jahr waren die Brüder Nico und Danilo Kropf aus dem Burgaupark. Sie interpretierten die moderne Küche auf eigene, unverwechselbare Art. Ihre Gugelhupf-Variationen und die Steinbeißer in der Gemüsematte waren optisch eine Augenweide.
Der Köcheball war eine großartige Veranstaltung und ein ungetrübtes kulinarisches Erlebnis. Bleibt noch zu erwähnen, dass der Gatte beim Kräutergewinnspiel gewann und in dem Preispaket eine schöne Rennfahrerbrille war. Wenn das kein Glück ist?

Das hohe Lied der Bewegung sang ich am nächsten Tag im Wald, bei Pfifferlingen, Schirmpilzen und Maronen.

Villa mit neuem Speiseplan im Kopf

'PS:'. Doppelklick auf Fotos macht zweimal groß

02.10.10

Treibgut ahoi

Bei dem Kommentargeplänkel um den Seifenkistenbau schickte mir Andreas Koch (Jenaer Ingenieur, Bastler, Filmemacher und LNTler) den Video-Link seines Buddelschiffsbau. Seit einigen Jahren segeln die Narren des traditionsreiche Jenaer Faschingsverein "Lustiges Närrisches Treiben" (LNT) mit dem Segelschiff "Meridiaan" auf Ijsselmeer- und Wattenmeer vor den Niederlanden. Das Projekt "Sailing Kids" ermöglicht jungen Krebs-Patienten der Jenaer Kinderklinik eine unbeschwerte Segelwoche auf der Nordsee. "Kochi" zeigt in seinem Video seinen Buddelschiffsbau der Meridiaan. Etwa 200 Stunden hat er gebraucht die Nachbildung in die große Kümmerlingflasche zu verbringen.



Phillipp wettete mit mir, dass er es schaffen würde, in drei Minuten ein Buddelschiff in eine kleine Kümmerlingflasche zu basteln. Dem achtjährigen Nichtenkind fiel die Aufgabe zu, den Spaß mit ruhiger Hand zu filmen.



Um nicht als frivole Galionsfigur zu enden, setze ich mir heute die Kochmütze auf und begebe mich als Kombüsenjunge auf eine kulinarische Reise. Ziel der Reise werden die Gaumenfreuden auf dem Köcheball der Jena-Saale-Holzland-Köche sein.

Treibgut kann viele Geschichten erzählen - Villa