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25.08.13

Hallelujah!

Wenn das Hallelujah aus 12000 Kehlen erklingt, waren wir nicht auf einem Kirchentag, sondern auf dem intensiven Konzert des fast 80-jährigen Kanadiers Leonard Cohen im königlichen Garten von Odense DK.
Das Auftaktkonzert, im Rahmen des Hans-Christian-Andersen-Festivals, bestritt der Altmeister der Musikwelt grandios in einem dreieinhalbstündigen Konzert. Es war nicht nur seine klingende Biografie, sondern auch die unsere. 
Begleitet wurde er von sechs Musikern und drei tollen Background-Sängerinnen, denen er immer wieder die Möglichkeit gab, mit Solos selbst zu glänzen. Dreißig wunderbare, unvergessliche Songs durften wir hören, die durch die sehr gut austarierte Anlage optimal wiedergegeben wurden.
Hallelujah - ein perfekter Open Air Sommerabend


Auf dem Weg nach Dänemark machten wir auf der schönen Halbinsel Darß in Prerow halt. Unsere Freunde aus Jena betreiben in erster Strandlage das Restaurant Dünenhaus und sind sehr motiviert, als Thüringer dort Fuß zu fassen. Das schöne Ambiente, die tolle Lage mit Seeblick, die gute Küche und ein dem Andrang gewachsener Service geben Anlass zur Hoffnung, dass es klappt.
Villa drückt fest die Daumen


Hallelujah ist ja ein Ausdruck, seine Freude auszurufen. Wir folgten einer Einladung meines dänischen Bruders und seiner Frau zu einem besonderen kulinarischen Aha-Erlebnis.
Der Marco Polo Reiseführer scheibt zu Rudolf Mathis: "Der vielleicht beste Fischkoch Dänemarks". Ob das so ist, kann ich nicht beurteilen, für mich aber war es Genießen in Perfektion. Ein hinreißender Abend, fünf Stunden das große Aften Menu am Hafen von Kerteminde, der vom großartigen Serviceteam wohltuend gestaltet wurde. Nach dem Motto: Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken, wählten wir die volle Weinbegleitung. Die Aromen des Rebensaftes, vom Sommelier mit viel Finger(Zungen)spitzengefühl ausgewählt, unterstrichen die köstliche Menüfolge.
Halllujah - ein Erlebnis der Sinne


Es folgten entspannte Tage auf der schönen Insel Fünen mit Spaziergängen, Pilzsuche, Fischfang mit Poul und seiner "Bells Bogense" und gemütlichem Beisammensein im Familienkreis.



Herzlichen lieben Dank an die Dänen und Hallelujah!

Villa

11.08.13

Ambosswolke über Jena

Als ich am 27. Juli bei dem Konzert von Acoustic Africa meinen Blick zum Himmel richtete, sah ich ein eindrückliches Naturschauspiel. Eine herrliche Ambosswolke schob sich in Richtung Jentower. Diese dichten vertikalen Wolkenformationen türmen sich an heißen Tagen auf und bringen meist Gewitter und Hagel.
Meine Kollegin Antje hat diese Wetterboten über Winzerla sehr schön eingefangen.


Ein wahres Feuerwerk am Musikhimmel feuert die Kulturarena 2013 ab und passend zu den Tropennächten brachten die Legenden der Karibikinsel Kuba vom "Buena Vista Social Club" heiße Rhythmen nach Jena.


Ehrengast und immer noch eine beeindruckende Musikpersönlichkeit war die am 29.Oktober 1930 in Havanna geborene Omara Portuondo. Weltweit bekannt wurde sie in einem Film von Wim Wenders.


Aus dem hohen Norden Dänemarks, aber bei weitem nicht unterkühlt, brachte uns die wunderbare Stimme von Tina Dico Sonnenschein ins Herz. In ihrer Heimat gehört die junge Popsängerin und Songwriterin zu den Stars und wenn ich nächste Woche zu einem Leonard Cohen-Konzert auf die dänische Insel Fünen fahre, nehme ich ihre Musik als Reisebegleitung mit ins Gepäck.



Wie ein Blitz am Gewitterhimmel spaltete The Brandt Brauer Frick Ensemble das Publikum im Arenarund. Für die meisten ein genialer Musikabend, für andere war die analoge Clubmusik zumindest ungewöhnlich. Elektronische Tanzmusik mit dem Instrumentarium der klassischen Musik zu vereinen, macht den typischen Brandt-Brauer-Frick-Sound aus. Der Regen passte zum Konzert.


Sehr angenehm war die Atmosphäre bei dem Johannes Oerding-Konzert. Es war eine Musik, die vom Herzen kam und dies merkte man auch jedem Ton an.



Ich wünsche der Kulturarena weiterhin eine Hochdruckwetterlage mit sonnigem, warmen Wetter und tollen Musikern auf der Bühne.

Auf dem Weg nach Norden

Villa

28.07.13

Acoustic Africa - Musik vom heißen Kontinent

Die Temperaturen an diesem Wochenende brechen alle Rekorde und Jena stöhnt über die Hitzewelle.
Von ihren Heimatländern Elfenbeinküste und Kamerun brachten uns die Musiker von Acoustic Africa zusätzlich heiße Töne und Rhythmen des afrikanischen Kontinents in die Kulturarena. Die drei Sängerinnen Dobet Gnahorè, Manou Gallo und Kareyce Fotso haben eigene erfolgreiche Soloprogramme, als Trio waren sie außerordentlich stimmgewaltig.


Besonders Dobet Gnahorè verblüffte mich neben ihrer Stimme mit ihrer unglaublichen Körpersprache und den fast akrobatischen Tanzeinlagen. 2010 wurde sie dafür mit einem Grammy in der Rubrik "Best Urban/Alternativ Performance" belohnt.


Aly Keita bediente virtuos das Balafon. Ein Balafon ist der Urahne unseres heute bekannten Xylophons, dabei geben Holzstäbe und Tierhaut den Rahmen und hohle Flaschenkürbisse dienen als Resonanzkörper.


Kleine Anmerkung: Knapp 90 Minuten Programm sind ein wenig wenig, um einen Kulturarenaabend zu füllen und die Bestuhlung war unnötig.

36 Grad und es wird noch heißer, mach den Beat nie wieder leiser ... Dieser Hit vom ausverkauften Kulturarena-Konzert 2010 (2raumwohnung) kam mir in den Sinn, und wenn es stimmt, was die Meteorologen vorhersagen, könnten wir heute die 40-Grad-Marke noch knacken.

Villa

27.07.13

Les Yeux d’la Tête ein kleines Stück Paris auf der Kulturarena

Von der ersten Minute an machte das Sextett Les Yeux d’la Tête das Arenarund zu einer lebensfrohen Tanz-Party und drehte uns Besucher durch die Anarcho-Polka-Mangel. Ein Live-Erlebnis der Extraklasse!


Explosiv, fiebrig, begeisternd - ein musikalischer Schmelztiegel, der Sommerhitze des Tages angepasst. Da konnte auch der halbstündige Sommerregen die Gemüter kaum kühlen.
Das Motto der Band: „On aime chanter, la fête et la folie!“ („Wir lieben das Singen, das Feiern und den Wahnsinn!“) honorierten die Besucher mit frenetischem Beifall, so dass der Zugaben-Teil ein klein wenig länger ausfiel, als es die Stadt erlaubt. Spielfreude pur - gut so!



Merci, ihr Pariser Jungs, für einen fabelhaften Musikabend.

Villa

21.07.13

Musikalischer Auftakt Kulturarena 2013

Sommer in Jena ist nun seit 22 Jahren fest mit der Kulturarena verbunden. Margret Franz und Lutz Engelhardt eröffneten am 17. Juli die KonzertArena.


Drei Jahre habe man versucht, den jungen Ausnahmeposaunisten Trombone Shorty (Mr. Troy Andrews) und seine Stammband Orleans Avenue auf die Bretter des Theatervorplatzes zu bekommen. Das Auftaktkonzert wurde von den Besuchern begeistert aufgenommen, da hatte sich die Geduld gelohnt.
"Supafunkrock" nennt dieser coole Typ sein berauschendes musikalisches Gebräu und es erwies sich als fulminanter Kracher. Mit brachialer Energie powerte er an Posaune und Trompete, riss seine Mitstreiter in den Bläserwahnsinn und die Zuhörer von den Stühlen. Seine tolle Soulstimme gab`s als Zugabe obendrauf.




Ein absoluter Knaller im Arenarund.

Auch der zweite Abend sollte sich als Highlight erweisen. Auf großer Welttournee machte die legendäre Stimme von Supertramp Roger Hodgson in Jena Station und erfreute uns mit seinem großen Repertorium.


Annedore hat ihre Konzerteindrücke für Jenalebt zusammengefasst, lieben Dank dafür.

Roger Hodgson in Jena

Wochen habe ich auf dieses Konzert hingefiebert, davon geträumt, und am Donnerstag war es endlich soweit. Als Roger Hodgson bescheiden und freundlich lächelnd auf die Bühne kam, verspürte ich nur noch eines: pures Glück! Und dieses Gefühl hielt vom ersten Ton von "Take the Long Way Home" bis zum letzten Ton der dritten Zugabe, "Breakfast in Amerika", an.
Das Repertoire umfasste bekannte und weniger bekannte Songs aus mehreren Supertramp-Alben, aber auch beispielsweise "Death and a Zoo" vom Soloalbum "Open the Door". Die Band wirkte sehr harmonisch und sorgte mit ihrem Können für den perfekten Supertramp-Sound. Das Publikum sang begeistert mit, klatschte und tanzte. Es war offensichtlich, dass auch die Musiker sich hier, an diesem "secret place", wie Roger Hodgson es ausdrückte, wohl fühlten.
Warum mir seine Lieder so am Herzen liegen? Weil sie sowohl musikalisch als auch inhaltlich bedeutend sind und mich im tiefsten Inneren berühren. Aber auch der Musiker selbst berührt mich in seiner ganzen Art.
"The most important thing in life is LOVE"
Und so wird mir dieses Konzert als eines der schönsten Ereignisse in meinem Leben in Erinnerung bleiben.

Annedore


So kann es weitergehen: Sommerfeeling und ein großartiges Arenaprogramm.

Villa

17.02.13

27. Bluesfasching in Apolda

Unter dem Motto: "BLUES - Klappe die 27." produzierte der Lindwurm Faschingsclub Apolda e.V. eine filmreife Veranstaltung. Dabei zauberten die Lindwurm-Requisiteure einen historischen Abriss der Filmgeschichte in die Tiefgarage des Hotels am Schloß - ein tolles Szenenbild! Komparsen waren die Bluesgänger aus ganz Deutschland, die für ausverkaufte Kasse sorgten.


Akteure an den zwei Abenden waren: Inutero, Blues Attack, Footsteps, Mauricio Pugno feat. Mz Dee, Tumbling Dice, Engerling, Heinz Glass Band, High Voltage, Why Ma', Le-Boogie Band, Guitar Crusher, Hot 'n' Nasty, Monokel, Kirsch & Co.

Letzterer (Kirsche) spielte trotz des Handicaps einer gebrochenen Hüfte, die er sich bei einem Sturz zugezogen hatte. Die aufmerksame Regie hatte ihm dazu einen goldenen Rollator und vergoldetes Bettgeschirr auf die Bühne gestellt und so mussten die Kirsche-Fans nicht auf ihre Wunschbesetzung verzichten.

Einen fetten Stern in den "Walk of Fame" der Tiefgarage hatten sich die fünf frischen Jungs von "High Voltage" verdient. Sie heizten uns auf der kleinsten Bühne mit zwei Auftritten ordentlich ein und haben mir am besten gefallen.


Altstar war die Blues-Legende Sidney Selby "Guitar Crusher", der sehr ausdruckstarken, ursprünglichen Blues auf die Bretter brachte. Von dem 82-jährigen Original aus North-Carolina sprangen noch lange nach 2.00 Uhr nachts magische Funken auf das Publikum über.


Beste Grüße an meine Freunde in Apolda, ihr habt wieder eine preisverdächtige Produktion hingelegt.

Villa an der Kamera

30.12.12

Im Haltegriff des Fungi-Virus

Das Jahr 2012 neigt sich dem Ende zu, und wenn ich auf meine persönlichen Highlights zurückschaue, stelle ich fest, das Fungi-Virus hat mich befallen. Seit meiner Kindheit sammle ich begeistert Pilze, aber in keinem Jahr davor war ich mit dieser faszinierende Wunderwelt so beschäftigt.
Da lag es nahe, auch am Ende des Jahres nach den Klassikern unter den Winterpilzen zu schauen und ich wurde gleich vor der Haustür an der Saale fündig.
Austernseitlinge, deren Formationen stark an Muschelbänke erinnern, sind wohlschmeckend und ich fand sie gestern an abgestorbenen Baumstämmen und -stümpfen am Jenaer Camsdorfer Ufer.


Das morastige Ufergelände mit Pappeln, Weiden und Erlen hatte aber noch mehr zu bieten: Samtfußrüblinge (Winterpilz). Dieser beliebte Speisepilz wird von den Japanern als Inotake vermarktet und ist eine Delikatesse in der Küche. Die samtfüßigen Fruchtkörper schmecken angenehm mild-nussig.


Die fast frühlingshaften Temperaturen (9°C) erlaubten eine ausgedehnte Winterwanderung und ich wollte unbedingt noch Judasohren finden. Die fein-samtig-braunen Pilze schmecken nicht sonderlich gut, sind aber reich an Magnesium, Eisen und Kalium. Im Handel werden sie als Mu-Err-Pilz oder Chinesische Morchel verkauft. Mir gefällt ihr putziges, knorpeliges Aussehen, das an ein menschliches Ohr erinnert.


Schon Johann Wolfgang Goethe ließ 1783 nach einem Hochwasser eine Begradigung der Flussschleifen im Bereich der Camsdorfer Brücke durchführen und man findet in den Flussauen wunderbaren alten Baumbestand.


Wer also nach der Silvesternacht seinen Kopf freibekommen will, dem empfehle ich einen Winterspaziergang an "Jenas hellem Strande". Und haltet die Augen auf, ihr werdet erstaunliche Winterpilze sehen.

Norbert Leisegang Keimzeit

Das musikalische Jahr ging bei mir mit zwei Konzerten zu Ende, einem ein wenig enttäuschenden Elsterglanz-Konzert in Gera und einem großartigen Keimzeit-Konzert in Leipzig. Jenas Kulturarena kommt auch 2013 mit tollen Künstlern und meinem Lieblingsmusiker Leonard Cohen werde ich hinterher reisen. Karten für ein Konzert in Dänemark sind schon geordert.

Ich wünsche meiner Familie, meinen Freunden und meinen Lesern ein glückliches, schönes und gesundes Jahr 2013!

Villa

18.10.12

Der Staub des Alltags

Trefflich formuliert hat Pablo Picasso seinen Ausspruch: "Kunst wischt den Staub des Alltags von der Seele." Meistens hat der Staub bei mir keine Zeit sich zu setzen. So auch am gestrigen Tag. Nach ein paar Stunden Tages-Job fuhr ich mit dem Zug nach Gera zu einem Symposium über moderne Krebstherapie. Der Weg zum Tagungsort führte mich durch die schöne Orangerie Gera. Das Barockbauwerk beherbergt die Kunstsammlung Gera und das Otto-Dix-Haus.

Im Stadtzentrum Gera kam mir Picassos Spruch unter die Augen, begleitet von den auffälligen Fassadenfiguren der Geraer Künstlerin Katja Byhan-Radewagen.


So richtig entstaubt wird mein Alltag durch Musik und um das geplante Konzert am Abend in Erfurt rechtzeitig zu erreichen, musste ich der Deutschen Bundesbahn vertrauen. Mit nur 25 Minuten Verspätung habe ich es auch knapp geschafft.
Keine Staubfänger sind die Musiker von "Der Familie Popolski". Mit ihrem neuen Bühnenprogramm "Get the Polka started" haben sie im HsD Gewerkschaftshaus ganz schön Staub aufgewirbelt. Es war ein Spektakel, das so richtig Spaß gemacht hat.


Villa, die von der Familie Popolski begeistert war

15.09.12

Hundert Taschen

"Wenn man viel hineinzustecken hat, so hat ein Tag hundert Taschen" lautet ein Zitat von Friedrich Nietzsche und meine Taschen sind prall gefüllt.
Die letzten Konzertbilder der Kulturarena wollte ich noch zeigen. Die Zeit des Festivalfiebers vor dem Theaterhaus war für mich Kraftakt und Jungbrunnen zugleich. 68.500 Besucher begaben sich auf diese musikalische Sommer-Entdeckungsreise 2012 in Jena und erfreuten sich an Live-Musik.

Heimvorteil hatten die Jena-Herren von "Feindrehstar", die feinste Clubmusik unter die tanzwütige Menge brachten. Gemeinsam mit dem Genfer DJ Kadebostan und seiner National Fanfare of Kadebostany übertrugen sie trotz Regen die Spielfreude eins zu eins aufs Publikum. Ein großer Abend!



Sein bislang am schnellsten ausverkauftes Konzert sei es gewesen, erklärte Tim Bendzko den 3000 Besuchern und natürlich wollte er "Nur noch kurz Jena retten". Das Tim Bendzko-Konzert war eine fröhliche Familiensause. Nicht so ganz mein Musikgeschmack, aber ich ließ mich von der munteren Bühnenshow und den begeisterten Fans anstecken.


Eine der hundert Taschen habe ich gestern sehr gerne gefüllt mit dem Besuch der aktuellen Ausstellung in der Kunstsammlung im Stadtmuseum. Die wunderbare Ausstellung des russischen Malers Alexej von Jawlensky, der mit seinem expressionistischen Stil den Impressionismus ablöste, ist schon vor hundert Jahren vom Jenaer Kunstverein gezeigt worden. 1912 stieß Jawlensky mit seinen "Köpfen" bei den Jenaern auf Begeisterung. Er schloss sich der Arbeitsgemeinschaft "Blauer Reiter" an und auch von seinen Weggenossen Klee, Feininger und Kandinsky sind einige Bilder in der Ausstellung.


Wer sich musikalisch die Taschen vollhauen möchte, hat beim Altstadtfest Jena 2012 eine große Auswahl. Gestern nach dem traditionellen Turmblasen und Bieranstich eröffneten fast hundert Jahre Bandgeschichte den musikalischen Reigen. Mit "Modern Soul Band" und "Electra" standen zwei DDR-Klassikrockbands auf der Marktbühne, die bis heute großartige Konzerte geben können. Als gegen 23.00 Uhr "Tritt ein in den Dom" zelebriert wurde, Bernd Aust mit wunderbaren Querflötensolos glänzte, waren die gestandenen Dresdner Jenas Markthelden.


Ebenfalls aus Dresden kommt die Band "Letzte Instanz", die mit Rock im Wave-Gothic-Stil am Sonntag auf der Bühne stehen wird. Mein Favorit ist am Mittwoch, 19.September, zu hören, die Musiker aus dem kulturellen, belgischen Schmelztiegel Antwerpen, das Antwerp Gipsy-Ska Orkester.

Villa, die sich aufmacht, die Ankunft der über hundert Oldtimer aus Thüringen auf dem Ernst-Abbe-Platz zu besichtigen.

26.08.12

Opulenter Wüstenrock von "Giant Giant Sand"

Als ich im Kulturarena-Programmheft von wüstenhaft-melancholischem Gitarrenrock las, erinnerte ich mich sofort an die schönen USA-Reisebilder meines dänischen Bruders vom letzten Jahr. Howe Gelbs Konzert wäre ganz nach seinem Geschmack gewesen.


Die amerikanische Band "Giant Giant Sand" erreichte, dass man die unendlichen Weiten der Wüste auch in Jena spüren konnte. Howe Gelb (Sänger und Gitarrist), der erst etwas später auf die Bühne kam, gilt als DIE Leitfigur in der Independent-Musikszene Arizonas. Seine generationenübergreifende Band bestand aus amerikanischen und dänischen Musikern. Putziges Detail: Der dänische Violinist Asger Christensen hatte sich während des Konzertes ein Baby (natürlich mit Kopfhörern ausgestattet) auf den Rücken gebunden und fast konnte man meinen, das Kleine bewegte die Füßchen im Takt. Obwohl Hower Gelb die dominierende Stimme des Abends war, kamen auch alle anderen Musiker zu schönen Solo-Parts. Sie waren in gigantischer Spiellaune.


Villa, heute mit Grüßen an ihren Bruder in Dänemark, der wie Howe Gelb seit vielen Jahren mit einer dänischen Frau verheiratet ist.

Zauberhaft - ausverkauftes BOY-Konzert in Jena

Die zarten Zwei des Duos BOY, Valeska Steiner und Sonja Glass, lieferten mit ihrer Band ein großartiges Konzert in Jena und hinterließen einen sehr nachhaltigen Eindruck auf mich.
Das Vorprogramm bestritt das Pop-Duo "Me and My Drummer" Charlotte Brandi und Matze Pröllochs. Leider kamen wir etwas spät in die Arena, da der Andrang im Einlass zu groß war. Die Fotos dieser Musiker kommen von dem Fotografen Sebastian Weise und ich möchte noch einmal auf sein Crowdfunding-Projekt hinweisen. 52 % sind schon geschafft, der Rest sollte auch noch zu stemmen sein.


Sebastian, alias Pestkrause schreibt über den Abend:

Zeit für Süßigkeiten - ME AND MY DRUMMER und BOY in der Kulturarena Jena

"Gott, ist das süß!" Diese oder ähnlich gelagerte Äußerungen war Kern der Publikumsmeinung an diesem denkwürdigen Donnerstagabend im Jenaer Arena-Rund. Und es war dem nichts hinzuzufügen oder eben doch so viel. Das war mehr als süß. Das war schnuckelig und (ver)liebenswert und in hohem Maße anhimmelungswürdig. Und da spricht der Autor nicht nur vom Geschehen auf der Bühne, auch unten auf dem Platz war Zeit für Süßigkeit. Auch wenn BOY-Sängerin Valeska Steiner überrascht ausrief, dass noch nie so viele Männer im Publikum gewesen wären wie an diesem Abend in Jena, zeigte es sich doch wieder, dass BOY die bei weitem hübschesten Frauen als Fans hat. Und sie kamen zahlreich, um sich im Elektro-Pop-Sound der Band zu wiegen, mitzusingen und zu tanzen. Ausverkauft war die Veranstaltung und wohl auch am Schluss der Merchandise-Stand, und zahllose glückselig blickende Damen und Herren (der Autor eingeschlossen) nannten nun zumindest einen BOYtel ihr eigen. Tolles Konzert, tolle Band und auch tolles Vorprogramm: ME AND MY DRUMMER waren im Sound angelehnt an den Hauptact des Abends, konnten aber durch ein wenig mehr Wuchtigkeit punkten. Alles in allem ein großes Daumen-Hoch für zwei Bands der locker-flockig-femininen Art!.

Hach, war das ein schönes Konzert: Der perfekte Soundtrack zum Sommer - und auch vor den Toren des Theatervorplatzes hatten sich Hunderte Zaungäste eingefunden, um den beschwingten Pop-Songs zu lauschen.

Villa konnte sich dieser Charmeoffensive nicht entziehen.