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19.12.09

Jena erlebt die Renaissances des Varietés

Seit einigen Wochen schon war das wunderschöne Palast-Zelt auf dem Festplatz Jenzigweg gegenüber der Dualingo-Grundschule in Jena-Ost zu sehen und gespannt wartete ich auf die Dinnershow " Stars & Emotionen".


Die gespannte Erwartung teilte ich mit dem Publikum und wir wurden nicht enttäuscht. Ein buntes Mosaik aus Musik, Comedy, Jonglagen, Zauberei und Akrobatik bescherte uns kurzweilige Unterhaltung und nette Geselligkeit. Der prächtige, ganz in rot gehaltene und schön erwärmte (Jena hatte gestern Abend immerhin -13.4°C ) Menü-Palast bot zudem ein Fünf-Gänge-Menü, welches jeweils von dem österreichischen Conférencier Martin von Barabü, Katrin (dem hübschen, wandelnden Nummerngirl) und einem Klavierspieler musikalisch angekündigt wurde.


Faire Preise auf der Getränkekarte und ein umsichtiger Service sorgten bei den Gästen für Wohlbefinden. Hervorheben möchte ich aus der Vielfalt der Darbietungen den italienischen Tenor Enzo De Franco (Bekannt durch Auftritte in der Mailänder Scala) und Danilo Marder, einem tollen jungen Artisten der staatlichen Artistenschule Berlins. Die beiden haben mir am besten gefallen.
Gastgeber Thanas Kumi erzählte mir nach der Veranstaltung von dem (sehr löblichen) Sozialprojekt, einer Sonderveranstaltung für die Jenaer Tafel. Viel, viel Geld hätten die Betreiber Thanas Kumi und Thomas Kastl in diesen Eventservice und das Zelt gesteckt und es gäbe bereits Termine mit neuem Programm für das Jahr 2010. Dann würden die Veranstaltungen bis einschließlich 25.12. laufen und wären auch als Weihnachtsgeschenk eine Option. Wer sich einen Überblick über den Programmablauf verschaffen möchte, kann das ab Mitte Januar auf der Internetseite tun, das Geschehen wurde aufgezeichnet. Kleiner Tipp von Villa, die Veranstalter sollten ihren Besuchern die Platzauswahl laut Bestuhlungsplan selbst überlassen, wer zuerst kommt mahlt zuerst.

Einen zauberhaften Varieté-Abend im Kreise ihrer besten Freundinnen hat Villa erlebt.

21.11.09

Tom Pauls sächselt in Jena


Der Kabarettist Tom Pauls lässt sich seinen Dialekt nicht von der Seele schleifen, ganz im Gegenteil. Als verwandlungsfähiger Darsteller, besonders in der Rolle der tratschenden Rentnerin Ilse Bähnert, gab er gestern im Großen Saal des Volkshauses, einen Kleinkunstabend in sächsischer Mundart.
Seine Bewunderung für die sächsische Mundartdichterin Lene Voigt brachte er als "Lauter gleenes Zeich zum Vortragen" unters Publikum. Aber auch aktuelle Bezüge z.B. der Wettskandal in der Bundesliga wurden auf die große Hausordnung gesetzt. Köstlich vorgetragen im Schillerjahr, kulturhistorische Lyrik auf sächsisch: De Graniche Des Ibigus und der Dr Handschuh.
Dorr säggs`sche Dialeggd ist unüberhörbar, liebenswert und regt zum Schmunzeln an. Was sagt der Sachse nach dem Sex? Ferdsch! ( fertig) Ich habe mir sagen lassen, die Enter-Taste auf der Computer-Tastatur in Sachsen hat auch diesen Aufdruck. Und genau diese drücke ich jetzt.

Ferdsch Villa

26.09.09

Michael Ferner federleicht und heiter in Jena


Mit der Leichtigkeit des Striches, der Leuchtkraft seiner Farben und der heiteren Gelassenheit seines Kabarettprogramms erfreute uns Michael Ferner im "Beckstage" des F-Hauses und in der Galerie am Johannisplatz. Das charmante Dreigestirn Jutta Schwing (Galeristin), Michael Ferner (Karikaturist und Kabarettist) und Robert Ackermann (Klarinette) führten uns bildreich, wohlklingend und wortgewandt durch den Abend. "Die Rettung naht" das satirische Thema des Abends brachte mir die Erkenntnis, die neue Länderdurchwahl für Thüringen ist die 16, meine Waschmaschine will die Weltherrschaft und österreichische Freundlichkeit ist genau das Richtige, nach einer anstrengenden Arbeitswoche. Die Bilder gefallen und das ewige Problem der Weihnachtsgeschenke könnte ganz schnell gelöst werden. Die Verkaufausstellung läuft noch bis zum 24. Oktober.
Morgen bin ich gespannt, auf die mehr als 100 Werke aus der gesamten Schaffenszeit Kandinskys, die im Jenaer Stadtmuseum derzeit zu sehen sind. Der werte Herr Pest Krause wird das Vergnügen mit uns teilen, bevor wir am Abend dann erfahren, wer in Deutschland die Herrschaft übernimmt.

Bildreicher Villa


PS Phillipp ich freue mich auf deine Zeichnung von gestrigen Abend!

25.10.08

Gaumenfreuden und Kabarett

Die Idee, Essen und Unterhaltung zu paaren ist für mich nahezu perfekt. Freitagabend bot der Bären eine solche Veranstaltung und wir erlebten einen munteren Gang durch tausend Jahre Geschichte mit der Gruppe "Die Urvögel" aus Coburg. Es war eine gefällige Unterhaltung mit sehr verwandlungsfähigen Künstlern, für mich aber in der Summe zu seicht. Das Vier-Gänge-Menü dagegen war Oberklasse! Es ist immer spannend mit wem man an so einem Abend in der Runde sitzt, diesmal war es der Marketingchef von irgendwas und sein Gefolge. Da der Gatte ja bekanntlich Hausmannskost bevorzugt war es anfänglich ein wenig peinlich, als er mir seine Variationen von Jacobsmuschel und Garnelen über den Teller schob und nur das gebackene Gemüsestroh mit Safranschaum und Fettucine aß. Obwohl eine Jacobsmuschel hat er runtergewürgt und heute früh behauptet, diese hätte ihn nicht schlafen lassen. Die Karotten-Ingwersuppe hat uns beiden geschmeckt und bei dem Hauptgang, Medaillon vom Kalbsrücken mit Parmesanhaube an Kräutersaitlingen, Madeiraglace und Pistazienpüree sind wir regelrecht in Begeisterung ausgebrochen so gut war das Fleisch. Es war so gut, dass er sogar den verhassten Käse mit aß und ihn nicht auch auf meinem Teller landen ließ. Beim Dessert, Tamarillensorbet, marmorierte Bananenterrine, Granadaschokomus in Chili an Ananacaparaccio war ich durch eine Flasche Weißwein vom Weingut Pawis immerhin so locker, dass ich es fotografiert habe und den The Kinks Titel "Lola" mitgrölen konnte.
Genusssüchtig Villa

03.08.08

Jeder Tag ohne Wein ist ein Gesundheitsrisiko


Unter diesem Motto buchten wir ein Gesundheitswochenende in der wunderschönen Wein-Region Saale-Unstrut. Die Tage der offenen Weinkeller im nördlichsten Qualitätsweinanbaugebiet Europas wollten wir, vom „Berghotel zum Edelacker“ aus (unmittelbar über der mächtigen Anlage des Schlosses Neuenburg gelegen), erleben. Am ersten Abend beim fürstlich rustikalen Menü auf der Neuenburg, testeten wir die selbstgebrannten, hochprozentigen Rachenputzer, ob sie in der Lage wären, den Kampf gegen Dämonen und Vampire aufzunehmen. Der Gatte versuchte es mit 54 % Küchenmeister Blut, der Heili mit 43 % Brotschnaps und ich mit 69 % Absinth mit Wermut, Anis, Fenchel und anderen Kräuterlein. Dermaßen gestärkt übernahmen wir zur nächtlichen Stunde das Schloss und spielten Schlossgespenster. Auch das Romantikdinner am zweiten Tag war kulinarisch und kulturell. Bei einer Räucherlachs-Frischkäseterrine, Cappuccino von der Strauchtomate, zart rosa gebratenes Roastbeef und einem Erdbeerparfait und den heimisch prämierten Weinen hörten wir uns die Live-Musikband „Salon Pernod“ schön. Beim heutigen Kulturbrunch lachten wir über den Kabarettisten Frank Hengstmann. Und zwischendurch sind wir durch die geöffneten Weingüter und Weinkeller, das schöne Städtchen Fryburg und Rotköppchencity GEWANDERT.
Mit minimiertem Gesundheitsrisiko Villa