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27.02.11

Winterschlaf beendet

Kein Vorsatz wird je in Stein gemeißelt und als ich im Dezember 2010 nach einem Mega-Computercrash beschloss, die Blogseite ruhen zulassen, war mir klar, die Lust und Motivation zu bloggen kommt wieder. Inzwischen hat sich eine Jenaer Computerfirma sehr "Redlich" bemüht, meine gelöschten Daten und Fotos aus dem Datennirwana zurückzuholen.

So wie derzeit am Wehr am Paradiesbahnhof hat sich ganz schön viel angesammelt in der Winterpause und es wäre müßig, alles nachzutragen. Allerdings möchte ich mich für die vielen besorgten Anfragen bedanken. Mein besonderer Dank geht an den werten Herrn Pestkrause, der mit mir den bitterbösen Ausführungen Hagen Rethers im Volkshaus gefolgt ist. Das Programm "Liebe" war hammerhart, sehr sarkastisch, bisweilen sogar zynisch. Danke auch für die zauberschönen Kalender, so habe ich täglich deine großartigen Fotos vor Augen.
Ebenfalls angekommen ist das Adventsrätsel-Gewinnpäckchen von John-mit-H. Mir ist es fast peinlich, schon so viele Jahre immer wieder zu gewinnen, aber ich lege im Dezember auch sehr viel Ehrgeiz in die oft schwierige Lösung aller 24 Tagesrätsel. Lieber John-mit-H , dein verrücktes Glücksrad ist der Partyspaß schlechthin. Für mich erstaunlich, dass es heute möglich ist, fast alle Aromen künstlich herzustellen. Aber nur Verrückte kommen wohl auf die Idee, Baby-Windel-, Nasenpopel-, Hundefutter-, Erbrochenes- und Tausendfüßleraroma in Bonbons einzuarbeiten.Mein Dank für den witzigen Gewinn geht nach Hannover.
Eine weitere Blaue Mauritius der Modelleisenbahn bereichert meine Sammlung. Laut "Knoll´s Spezialkatalog der Sondermodelle" wurden nur 20 Wagen hergestellt, ausgestattet mit dem päpstlichen Wappen und der gedruckten Papstunterschrift. Angeblich sollen sie auch vom Pontifex höchstpersönlich gesegnet worden sein, was ich aber nicht so recht glaube.
Und wieder beteilige ich mich an einer Studie des Institutes für Ernährungswissenschaften der Uni Jena. Diesmal geht es um den "Einfluss von Calciumphosphat und Vitamin D auf Marker des Knochenstoffwechsels." Vitamin D und Calcium wurden in leckeres Brot verbacken und sollen den Knochenstoffwechsel positiv beeinflussen. 10 Wochen Brotzeit und diverse Probensammlungen - später werde ich gespannt auf das Ergebnis sein. Eine andere sehr interessante Jenaer Ernährungsstudie wird in dem spannenden Artikel des "redaktionsblog" aus Österreich erwähnt. Meine Frage geht an den Freund Sol in Graz: " Kommt die fleischlose Gesellschaft?"
Nicht fleischlos, aber kulinarisch sehr ansprechend ist ein neuer Jena-Blog, "Das süße Leben", der Neuzugang meiner persönlichen Blogroll.
Um Thüringer Blogs ging es auch im Februar bei einem Bloggerkonvent in Weimar. Phillip hat mich begleitet und in sehr entspannter Atmosphäre wurden verschieden Aspekte dieses Mediums diskutiert.


Die Letzte in meinem Dankesreigen ist meine Freundin Christa aus Berlin. Eigentlich für das Blog Cuentacuentos konzipiert, hat sich die Geschichte von Martin verselbständigt und ist nun als Taschenbuch gegenständlich. Vielen Dank für das Buch und die schöne Widmung:
"Unsere Freundschaft verbindet uns seit den Tagen, als dieses Buch noch in seinen Kinderschuhen steckte. Kinderschuhe werden schnell zu klein, Freundschaften wachsen mit."

So, der Neuanfang wäre gestartet und auch wenn ich die Blog-Auszeit genossen habe, freue ich mich nun wieder darauf, das virtuelle Papier zu füllen.
Villa

10.06.09

Bloggen ist keine Einbahnstraße

Vor einem Jahr am 6.7.08 schrieb ich:

"Ich muss den Gatten ja immer zwingen, sich seine eigenen Schandtaten in Blog anzusehen, Blogs interessieren Journalisten herzlich wenig (Konkurrenz?). Umso mehr war ich erstaunt uns in einem Sonntagsartikel wieder zu finden. Der Chefredakteur hätte seine Gattin auch mal vorinformieren können. Villa, die Blogs mehr mag als Gazetten..."

Auch in diesem Jahr war er nicht bereit, mich zur 3. Bloglesung zu begleiten, aber er setzte eine einspaltige Ankündigung zum Termin, Ort und Ablauf ins Blättchen und ich freute mich darüber.
Inzwischen ist bei der Thüringer Blogzentrale viel über die Lesung geschrieben worden, so dass ich mein Fazit kurz halten kann. Es hat mir riesigen Spaß gemacht und ich danke den Organisatoren sehr herzlich für ihr zeitaufwendiges Engagement. Während ich im letzten Jahr noch ein Tisch in der hinterste Reihe suchte, bestellte ich uns dieses Mal schon am frühen Samstagmorgen einen Tisch im vorderen Drittel der Kaffeerösterei. In den Sommermonaten fungiert der Außenbereich oft als Balkon, Terrasse und Gartenbank für mich, aber nie verstehe ich deren Bestellsystem (wird heute am Tisch bestellt, gehe ich mir meinen Latte Macchiato selber holen oder zwinkere ich heftig in Richtung Personaltisch). Egal der Kaffee schmeckt mir dort am Besten, von den Speisen lasse ich die Finger, sie können einfach nicht kochen (selbst Tomate-Mozzarella ist schlecht dort). Ich blieb beim Weinchen und freute mich den Abend mit Christa und Phillipp verbringen zu können. Vor einem Jahr war es hauptsächlich der Textspeier den wir kannten und hören wollten. Zu unserer großen Freude, saßen wir diesmal gemeinsam am Tisch und den Button Kolumnistenschwein.de den er uns schenkte, trugen wir stolz nach Hause. Ich war gut vorbereitet, kannte fast alle Blogs der Blogger, die Lesen würden (ja, Villa ist auch großer Bastih Anhänger) und war am meisten auf "Seine Pestilenz" Pest Krause gespannt. Mein Begleiter Phillipp dagegen wollte unbedingt den "Amerikaner" ReneS treffen, der sein Amerikabild nachhaltig verändert hat. Gut, dass der große Meister Jojo neben mir saß und mir bei der Identifizierung helfen konnte. Nach dem zweiten Wein mutig, sprach ich diesen Blogger mit seinen wunderschönen Fotos, seinen aufregenden freitagsfrischen Melodien und seinen guten Texten an und wir hatten ein kleines feines Gespräch. Danke dafür.
Phillipp hatte weniger Glück, unachtsam hatten Christa und ich ihn verdonnert auf unsere Handtaschen aufzupassen und nagelten ihn so am Tisch fest. Tschultschung!!! Die große Blogneuentdeckung war für uns der Geschichtenerzähler, locker mit viel Ironie und Ungezwungenheit agierte er und als Nachtessen gab es in der heimischen Villa Leberwurstbrote. Der Höhepunkt für mich war natürlich meine liebe Freundin Christa. In DK suchten wir die Texte gemeinsam aus, sie las, ich stoppte die Zeit und schon da war ich felsenfest überzeugt, dass sie es souverän meistern würde. Ihre Vielseitigkeit und ihr Wissen beeindrucken mich immer wieder und obwohl sie Riesen-Stress mit einer neuen Ausstellung an der Akademie der Künste hatt, war sie wie immer ruhig und gelassen. Großartig Cuentacuentos und Danke für deinen Besuch!
Weit nach Ende der Lesung, ergab sich für mich noch ein sehr informatives Gespräch mit einem Internet-Profi. Gonzo zeigte sich meinen häufigen technischen Problemen sehr aufgeschlossen gegenüber und uns kam die Idee eines Blog-Workshops. Bleibt eine spannende Geschichte für mich und vielleicht wäre ich am Ende in der Lage einen Trackback zu setzen und die verdammte html-Ameisenscheiße zu verstehen. Verlinken habe ich anscheinend endgültig begriffen.


Ups, doch länger geworden als gewollt...wem das Herz voll ist, laufen die Buchstaben in den Blog Villa
PS Danke Herr Krause, ein kleines Bildchen habe ich mir verabredet gemopst ...Villa ist eitel und sie haben mich gut getroffen.

09.06.09

Villa glänzt mit heimischen Superstars

Schade, wenn ich heute in der TLZ den Bericht der ddp- Journalistin über die Blogosphäre lese, stelle ich fest, sie hat überhaupt nicht geschnallt was bloggen ausmacht. Als ich 2005 damit begann, war ich ähnlich blöd. Seither ist viel Wasser, die Saale runter geflossen und das bloggen hat mein Leben facettenreicher und lebendiger gemacht. Einige Freundschaften und persönliche Kontakte über die Landesgrenzen hinaus sind daraus entstanden und als ich 2008 begeistert Cuentacuentos von der 2.TBL berichtete, meinte sie, da würde sie auch gerne mal dabei sein.
Letzten Samstag war es soweit, aber die Dichterfürstin aus Berlin kommt nie ungeschoren davon, wenn sie den Weg nach Jena antritt. Fast alle Berge haben wir inzwischen erklommen, auf den Spuren von Ricarda Huch den seltsamsten Tangoabend unseres Lebens erlebt und im Romantikerhaus wurden wir gemaßregelt, weil wir zu neugierig waren. Für diesen Besuch hatte ich (trotz Nieselregens) die heimischen Superstars entlang den Fürstengaben aufgeboten. Das Frommansche Haus, wo Goethe und Hegel zum Tee saßen, gilt als Kleinod der Jenaer Stadt- und Kulturgeschichte und hat einen wunderbaren Garten. Wenn ich im Sommer meinen Arbeitsheimweg dort entlangführe, verweile ich gerne da und schaue auf die moderne Fassade der
Thüringer Universität-und Landesbibliothek, auch Christa war begeistert. Als nächstes verschleppte ich sie, ins ehemalige Inspektorenhaus des Botanischen Gartens. Der olle Goethe und die schöne Hofanlage aus verputzten Fachwerkgebäuden machen immer eine gute Figur und die zwei Memorialräume im Erdgeschoss sind schnell angesehen. Natürlich wies ich sie auf den Ginkobaum hin, der auf Wunsch Goethes gepflanzt wurde und als der älteste noch lebende Baum dieser Art in Europa gilt. Für mich selbst Neuland sollte die Suche des Grabmals, der Mutter des Philosophen Schopenhauers, sein. Noch nie war ich auf diesem wunderschönen, verwunschenen, von Efeubewachsenen und Jenas ältesten Johannisfriedhof. Wildwuchernde Jasminbüsche umrankten die Skulpturen an der Kirchemauer. Ich vergaß Christa, die Welt und die Zeit. Nur die Grabstätte der Schriftstellerin Johanna Schopenhauer fand ich nicht. Als ich sie endlich doch ausmachte, taten meiner Schriftstellerin bereits die Füße weh und ihr Magen knurrte, war sie doch schon sehr früh auf den Weg ins Saaletal unterwegs. Kurzerhand strich ich meinen letzten Superstar Schiller aus der To-do-Liste und setzte den Bratwurststar "Grillteufel" darauf. Auf dem Theatervorplatz und den Stufen des Theatercafés im Schillergäßchen verspeisten wir die Würste, immerhin Schillerhaus und Schillergarten im Blick.
Ich gebe zu, die Weisheiten über die Superstars, ich von mir gab, hatte ich mir auch angelesen und zwar auf diversen Blogs. Von dieser Bereicherung hatte die Pressetante offenbar noch nie was gehört.
Wie ich meine Blogsuperstars im Markt 11 erlebte, schreibe ich später liebes "Tagebuch"
Tagediebin Villa, die beim Besten Willen nicht mehr als Mittzwanzig und hipgemein durchgeht.

24.05.09

3. Thüringer Bloglesung im Markt 11


Lange musste ich bangen, dass der Termin der 3. Thüringer Bloglesung genau in Philipps, Cuentas und meine Urlaubszeit fällt. Mein Jubel war groß, als nun das endgültige Datum und Vorlesungsort bekannt gegeben wurde. Markt 11 habe ich gestern mal gecheckt, aber auf meine Nachfrage, wusste das Personal noch nichts davon. Ich werde mich auf alle Fälle am Samstag den 6.6. ab 19.00 Uhr dort einfinden und hoffe auf einen ebenso interessanten Abend, wie vor einem Jahr. Diese Veranstaltung hat meinen persönlichen Blogroll ungemein bereichert und ich lese heute mit Vorliebe die Blogs, der damals Vortragenden. Ich werde den Gatten mal ein wenig drängeln, dass er die Lesung in seinem Veranstaltungskalender aufgreift. Wenn auch Gäste von außerhalb lesen dürften, wäre Christa ein guter Kandidat.
Also ihr Lieben und Freunde der kulturvollen Unterhaltung, merkt euch den 6. Juni und seid bei der 3. Thüringer Bloglesung dabei! Ich verspreche euch: Es lohnt sich!!!
Phill. könnte mir ja wieder ein Cartoon zeichnen.

2. Thüringer Bloglesung



Was hatte ich erwartet, als ich Phillipp dazu überredete mit mir zur Bloglesung zu gehen?

Eine Nabelschau, Jahrmarkt der Eitelkeiten? Nein, ich hoffte auf einen unterhaltsamen Abend, wollte unbedingt den Textspeier live erleben und vielleicht auch ein wenig lernen, wie ich bessere Texte und Blogggestaltung betreiben kann. Unterhaltsam, doch unterhaltsam war der Abend schon. Im sehr spröden Charme des ausrangierten Saalbahnhofes, er nennt sich inzwischen Kulturbahnhof, fand dieses Ereignis statt.
Der Putz bröckelte von der Decke, die Inneneinrichtung sah identisch aus wie unser heimisches Wohnzimmer in den frühen 70-Jahren. (Echt, Phill. saß auf genau dem gleichen Sessel, den mit dem elendigen Rautenmuster.) Aber es war dunkel und die Kerzenbeleuchtung, der Königssessel im Podium, die billigen Getränke und vor allen Dingen, die vortragenden jungen Leute waren hörenswert. Leider saßen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft zwei Mädels, die das alles überhaupt nicht interessierte. Sie waren offensichtlich als Groupies der lokalen Bloggerszene (eine meist weibliche Person, die ihre sexuelle Aufmerksamkeit einem angehimmelten Idol oder Star aus der Kunst und Kultur widmet.) anwesend. Während sie es in der ersten Stunde noch halbwegs schafften, sich ruhig zu verhalten, störten sie danach so, dass mir akustisch einige Pointen bei der Geschichte von Pulsiv, als er dem Publikum darlegte, warum er die Ente nicht nur für das coolste Tier von allen, sondern für die Krone der Schöpfung hielt, verloren gingen. Mein vernehmliches Räuspern, meine flehendlichen Augen mit der Bitte um Ruhe, ignorierend, schossen sie ca 100 Selbstfotos von sich, oder ließen sich von Baytor (auch ein Blogger) ablichten. Ich wusste schon immer, dass Fotos eine Waffe sind und so schoss ich das Mädel mit den dicken Beinen und dem überproportional großen Hintern, aus dem ständig ein ausgeleierter Stringtanga lugte, einfach ab. Ein Klick mit der gemeinen Haufrauenkamera auf ihren Popo und das Mädel verließ fluchtartig unsern Tisch.

Lächelnd vernahm ich im weiteren Verlauf des Abends, dass Frauen mit Anfang 50 inkontinent wären. Diese Arroganz der Jugend halte ich für normal, zumal Textspeier auch als "Alter Sack" bezeichnet wurde. Am meisten lachen musste ich aber über die "Deine-Mutter-Witze".
Dass wir zwei "Alten" uns vorkamen wie die Beiden von der Muppet Show, veranlasste den Moderator „Sapere aude" dazu, uns als vermeintliche Nichtblogger zu interviewen. So outeten wir uns als Fans vom Textspeier alias Kolumnistenschwein, und als dieser uns am Ende auch als seine zwei Fans aus der Südkurve besuchte und auf die klitzekleine Kritik, ob seiner Vortragskunst, heute mit einer herrlichen Glosse parierte, spätesten ab da war der Abend perfekt. Chista hätte viel cooler reagiert, sie hätte mit stolzgeschwellter Brust behauptet: " Ich schreibe ein erotisches Blog" . Den jungen Leuten wäre die Kinnlade heruntergefallen.
Ich hätte mir noch einen kleine Vortrag über technische Umsetzungen gewünscht, denn daran harperts doch am meisten bei mir, aber es war ein schöner Abend und meine Lust am Schreiben ist wieder da.
Danke Phillipp für deine Begleitung Villa

Mit Vorfreude und Erinnerung auf/an dieses Ereignis Villa