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10.11.08

Villas Zeitungsschau















Mein lieber M&M, wir waren ja schon bei vielen deiner Konzerte und es hatte uns immer wunderbar gefallen. Die Rentnerbande hat mir heute den Artikel mitgegeben. Schön, dass du dir ab und zu die Zeit nimmst und dort für gute Stimmung sorgst. Danke! Wir hätten am Samstag eine Karte zu verschenken für Berlin. Besteht Interesse?

20.10.08

Ja spinnen die?







Nachdem wir jahrelang gekämpft haben, dass die Saalestraße zum Sperrbezirk erklärt wird und auch wirklich das letzte Bordell in unserer Straße in eine Studenten-WG umgewandelt wurde, hoffte ich der Mantel des Vergessens legt sich über diese unsere Straße. Es ist mir immer peinlich, wenn der Gatte Taxifahrern mit dem Hinweis auf bestimmte Etablissements unseren Wohnort beschreibt und seltsamerweise haben Taxifahrer auch ein gutes Gedächtnis und fahren uns daraufhin immer richtig nach Hause. Nun wurde das "Hilton" in unserer unmittelbaren Nachbarschaft in einen riesigen Rotlichtbezirk verwandelt. "Jena-Wohnen" bestückte ihr neustes Sozialprojekt mit tausenden roten Lichtern. Eine Landebahn ist ein Scheiß dagegen. Meine Socken die im Westflügel der Wohnung zum Trocknen aufgehängt sind, verwandelten sich in Rote Socken, die Terrasse ist in gleißendes Rot getaucht und ich sehe rot. Rot ist die Farbe des Blutes. Rot ist dem Kriegsgott Mars geweiht.

Blutrünstig Villa

09.09.07

Banale Gedanken an einem Sonntag

Gestern als meine Freundin bei mir zum Frühstück war, war sie nicht sooo gut drauf. Sie kritisierte einiges an meiner Haushaltsführung. Das habe ich zum Anlass genommen, mich heute ein wenig um "Diesen" zu kümmern und nicht wie geplant dem Festumzug 825 Jahre Zwätzen beizuwohnen. Dabei sind mir einige, ganz banale, lustige Dinge durch den Kopf gegangen. Zum ersten Kritikpunkt E., was hast du gegen meinen Friedhof der Kuscheltiere? Diese Küchenlampe hat wirklich eine merkwürdige Form, so gebogen nach oben. Aber stell dir mal vor, ihr kommt nachher zum Kaffeetrinken und die Viecher würden überall herum flattern. Den Gatten heute vor die Aufgabe gestellt, dieses Leuchtelement zu säubern, meinte gerade heute wäre der (wieder einmal) letzte Tag die Steuererklärung 2006 zu machen. Die Abmahnung kam schon als wir im Urlaub waren. Das habe ich eingesehen und nun sitzt er schon wieder in seiner Redaktion und arbeitet.
Dein zweiter Kritikpunkt war, dass das Blumenwasser so stinken würde, nachdem der Herbststrauß gerade entsorgt wurde. Meine Liebe, schaffst du es, dass das Blumenwasser am nächsten Tag noch wie Rosenwasser riecht? Wenn ja, verrate mir bitte den Trick. Gut, den grünen Daumen hatte ich noch nie und mir war heute beim putzen! aufgefallen, dass ich schlichtweg vergessen hatte, nach Weihnachten unsere Weihnachtsterne zu entsorgen. Nun stehen sie da, vom Liebsten immer gegossen und sehen aus wie eine mittlere Hanfplantage. Ich bin mal gespannt, ob sie wieder rote Blätter kriegen. Das müsste aber so langsam anfangen, denn Weihnachtsgebäck habe ich gestern beim Einkaufen schon gesehen. Dein dritter Punkt, war das Bügelbrett. Ich hatte es extra in einem fernen Zimmer versteckt, aber du hast es gefunden. Ja ich hasse bügeln wirklich und es gibt immer noch Urlaubswäsche die nicht gebügelt ist. Aber deshalb steht das Teil nicht da. Auch das kann ich dir erklären. Immer wenn ich viel Wäsche habe, spuckt meine Waschmaschine und gelegentlich auch der Trockner Kleingeld aus. Damit füttere ich meine Sparpitpulls. Du wirst nicht glauben, was da im laufe der Zeit so alles zusammen kommt. Aber es dauert eben, und ich teste gerade, ob das Bügelbrett und das Bügeleisen, diesen Vorgang beschleunigen können. Teile dir das Ergebnis dann mit.
Beim heutigen sortieren unserer Urlaubspost, fand ich eine Karte von LTU. Scheiße, ich hatte sie beantragt im letzten Jahr, um mehr Havannaclub aus Cuba einführen zu können. Ich hätte sie wieder kündigen müssen, habsch aber vergessen und LTU war so freundlich mir wieder eine neue zu schicken. Meine blöde Plastikkartensammlung sprengt jede Geldbörse und bald auch meine Handtasche. Ich werde mal für das Enkelmädchen ein Familienquartettspiel aus diesen bunten Karten basteln. Wer die "Goldene" zieht, hat verloren und muss bezahlen. Beim Aufräumen habe ich auch alte Geschenkgutscheine gefunden und ich werde nächste Woche sehen, ob sie schon verfallen sind. Wäre echt schade drum.
Lieber Phillipp, auch über dich habe ich mir heute so meine Gedanken gemacht. Bei so einem Plauderstündchen in der Sitzblockade erfährt der Mitstreiter so allerlei. Du bist also auch so ein Baumarktsteckerzieher der verhindert, dass der potente Hobbyheimwerker durch gezielte Werbung animiert wird, es selbst zu versuchen und nicht überteuerten Handwerksbetrieben das Feld zu überlassen. Ich verstehe deine Antriebskraft, fand deine Beschreibung sehr lustig, wie du immer versuchst an die Quelle des Stroms zu kommen. Warst du es etwa, der den Nazis gestern den Strom gekappt hast?
Auch habe ich Sensationelles erfahren von dir. Du übst also im stillen Kämmerlein Gitarre. Gut, übe schön fleißig weiter, damit du beim nächsten Familienfest auch mal die Liedauswahl treffen kannst und in unsere Band aufgenommen wirst. Herbstfest ist ab nächstem WE und die Bühne wartet auf uns. So Formel 1 ist gleich zu Ende, die Freundin kommt zum Kaffeetrinken, wollte Kuchen backen und es erwartet sie eine aufgeräumte Wohnung.
Bei dem blöden Aufräumen, kann man seine Gedanken so schön ordnen, darum der lange Text.
Villa

07.09.07

Kunst und Kampf am Freitag


Die erste Woche Arbeit ist nach dem Urlaub auch wieder absolviert und so beschloss ich, den heutigen Tag mit einigen Unternehmungen fortzuführen. Ich wollte schon seit längerer Zeit die neue Installation in der Johannisstraße ausprobieren. Dachte ich doch es wäre eine Kontaktbörse oder so was ähnliches und so wartete ich geduldig auf die Stimme, die mir Geistesblitze einhauchte. Welche verrate ich nicht, probiert es selber aus.

Danach begab ich mich mit zwei Kolleginnen ins Stadtmuseum um mir die neue August Macke& Cuno Amit Ausstellung anzusehen. In Jena gab es 1912 eine einzige gemeinsame Ausstellung der beiden Künstler aus der Künstlergruppe "Blauer Reiter" und "Brücke" und es sollte eine Wiederholung oder ein Anknüpfen an diese Ausstellung sein. Mit fast 150 Werken war sie auch sehr umfangreich und Erik Stephan hat es wieder einmal geschafft, schöne Bilder nach Jena zu holen. Danach waren wir noch im Kaffeehaus. Das hätte ich nicht tun sollen, denn später sollte sich das noch bitter rächen. Da morgen in Jena ein Großereignis für die extreme Rechte, mit Publikum, Rednern und musikalischer Begleitung aus Europa angesagt ist, galt es offen dagegen aufzutreten. Aus juristischen Gründen war es notwendig, den Protest als Sitzblockade auf dem Seidelparkplatz zu gestalten. Mit unserer Anwesenheit (gemeinsam mit Phill.) wollten wir demonstrieren, dass Faschisten nicht erwünscht sind und sie sich ihr "Fest der Völker" in den A... stecken können. Der Fußboden war kühl, meine Blase voll und die Dixis, die abgeladen wurden, waren die der Nazis, also braune Scheiße. Fast war ich erleichtert, als die Polizei uns forttrug, so konnte ich mich endlich erleichtern. Aber ich bin nicht erleichtert, da es morgen ein Forum der Selbstvergewisserung der chauvinistischen Teile der politischen Rechten geben wird. Etwas anderes hat mich auch befremdlich gestimmt. Nach meinem Abtransport durch die Polizei, klopfte mir ein junges Mädel aus dem "Schwarzen Block" auf die Schulter und murmelte: Taff. Wie bitte soll ich das deuten? Ist Protest ein ausschließliches Vorrecht der Jugend? Ich jedenfalls werde auch morgen wieder auf der Matte stehen und mich aus meinem antifaschistischen Grundverständnis heraus wehren. Jena ist nicht braun!!!
Villa mit Phillipp an ihrer Seite. Der Gatte war dienstlich da und hat fotografiert.

06.08.07

Sieben

Heute war es soweit. Meine liebe dänische Schwägerin hat mich mit sieben Nadeln, gegen meine sieben Hauptlaster gestochen. Viel habe ich von dem dänisch-chinesischem Fachjargon nicht verstanden. Meine schulmedizinischen Kenntnisse negierten bisher solche chinesischen Weisheiten wie: ...im Blut sitzt auch die Psyche... Jedenfalls ist sie mit ihren sieben Nadeln an die "Quelle meiner Urkraft" gegangen. Auf dem Kopf, im Gesicht, an der Hand, am Unterbauch, am Fuß überall saß das Übel und musste bekämpft werden. Nun soll die Watte im Ohr, die Übelkeit verschwinden. Meine Energie wurde wieder in die richtige Bahn gelenkt, die Bahn zur Leber ist wieder frei und im Kopf sollte ich klar und frei sein. Wenn nicht, könnte es in 5 weiteren Behandlungen gelingen. Während der Behandlung empfahl mir meine Schwägerin keine pseudoreligiösen Gedanken zu haben, hatte ich auch nicht. Ich dachte die ganze Zeit an die armen Opfer in David Finchers Film "Sieben". Ich gelobe nie wieder maßlos, habsüchtig, träge, wollüstig, stolz, neidisch und zornig zu sein.
Villa im 7. Himmel



03.01.05

Villas Startschuß für die Seite

Es macht mir Spaß in Jena Essen zu gehen, es macht mir Spaß Kultur in Jena zu erleben und es macht mir inzwischen auch Spaß darüber zu schreiben. Bisher tat ich es auf unserem privaten Familien-Freundeblog und vermischte wohl alles zu einem großen Brei. Nun werde ich die Suppe auslöffeln und hier nur über die Jenasahnehäubchen aus meiner ganz persönlichen Sicht berichten. Weine werden erst mit den Jahren besser, Käse muss in der Regel reifen und so werde ich als Grundstock einige Beiträge aus der Vergangenheit auf diese Seite übertragen.
Viel Spaß beim Lesen und kommentieren und sollte jemand eine schönen Kneipenbesuch, eine besonders große Bratwurst oder eine Klasse Kulturveranstaltung im Städtchen erleben, schreibt einfach eine Mail an Jenalebt.
Villa Mai 2009