Posts mit dem Label Altstadtfest werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Altstadtfest werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

15.09.12

Hundert Taschen

"Wenn man viel hineinzustecken hat, so hat ein Tag hundert Taschen" lautet ein Zitat von Friedrich Nietzsche und meine Taschen sind prall gefüllt.
Die letzten Konzertbilder der Kulturarena wollte ich noch zeigen. Die Zeit des Festivalfiebers vor dem Theaterhaus war für mich Kraftakt und Jungbrunnen zugleich. 68.500 Besucher begaben sich auf diese musikalische Sommer-Entdeckungsreise 2012 in Jena und erfreuten sich an Live-Musik.

Heimvorteil hatten die Jena-Herren von "Feindrehstar", die feinste Clubmusik unter die tanzwütige Menge brachten. Gemeinsam mit dem Genfer DJ Kadebostan und seiner National Fanfare of Kadebostany übertrugen sie trotz Regen die Spielfreude eins zu eins aufs Publikum. Ein großer Abend!



Sein bislang am schnellsten ausverkauftes Konzert sei es gewesen, erklärte Tim Bendzko den 3000 Besuchern und natürlich wollte er "Nur noch kurz Jena retten". Das Tim Bendzko-Konzert war eine fröhliche Familiensause. Nicht so ganz mein Musikgeschmack, aber ich ließ mich von der munteren Bühnenshow und den begeisterten Fans anstecken.


Eine der hundert Taschen habe ich gestern sehr gerne gefüllt mit dem Besuch der aktuellen Ausstellung in der Kunstsammlung im Stadtmuseum. Die wunderbare Ausstellung des russischen Malers Alexej von Jawlensky, der mit seinem expressionistischen Stil den Impressionismus ablöste, ist schon vor hundert Jahren vom Jenaer Kunstverein gezeigt worden. 1912 stieß Jawlensky mit seinen "Köpfen" bei den Jenaern auf Begeisterung. Er schloss sich der Arbeitsgemeinschaft "Blauer Reiter" an und auch von seinen Weggenossen Klee, Feininger und Kandinsky sind einige Bilder in der Ausstellung.


Wer sich musikalisch die Taschen vollhauen möchte, hat beim Altstadtfest Jena 2012 eine große Auswahl. Gestern nach dem traditionellen Turmblasen und Bieranstich eröffneten fast hundert Jahre Bandgeschichte den musikalischen Reigen. Mit "Modern Soul Band" und "Electra" standen zwei DDR-Klassikrockbands auf der Marktbühne, die bis heute großartige Konzerte geben können. Als gegen 23.00 Uhr "Tritt ein in den Dom" zelebriert wurde, Bernd Aust mit wunderbaren Querflötensolos glänzte, waren die gestandenen Dresdner Jenas Markthelden.


Ebenfalls aus Dresden kommt die Band "Letzte Instanz", die mit Rock im Wave-Gothic-Stil am Sonntag auf der Bühne stehen wird. Mein Favorit ist am Mittwoch, 19.September, zu hören, die Musiker aus dem kulturellen, belgischen Schmelztiegel Antwerpen, das Antwerp Gipsy-Ska Orkester.

Villa, die sich aufmacht, die Ankunft der über hundert Oldtimer aus Thüringen auf dem Ernst-Abbe-Platz zu besichtigen.

25.09.11

Glücksschmiede Altstadtfest Jena


In der neuesten Generationenbilanz einer Studie "Glücksatlas Deutschland 2011" belegen wir Thüringer in der Lebenszufriedenheit angeblich den letzten Platz. Das alljährliche Altstadtfest Jena zeigte mir während der gesamten Festwoche generationenübergreifend glückliche Besucher. Wieder einmal ist es den Veranstaltern gelungen, mit ihrem Programm die verschiedensten Geschmäcker zu bedienen. Die Altkultbands "Renft" und "Lift" gaben den Auftakt, die "Firebirds" begeisterten mit ihrer temperamentvollen Show, "Rosa" ließ es beim 25-jährigen Bühnenjubiläum krachen und "Tänzchentee" verwandelte den Marktplatz in eine "Ballermannzone". Mein persönlicher Glücksmoment war die großartige Fusion Jenas bester PartySkaBand "Babayaga" mit den Musikern aus St. Petersburg "Marktschneider Kunst".


Von der US-amerikanischen Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Pearl S. Buck kommt das Zitat: "Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das Große vergebens warten."

Villa ist in der Glücksstudie nicht befragt worden.

26.09.10

Jena wie gemalt

Im letztem Jahr sah ich eine schöne Ausstellung Jenaer Stadtansichten in der Rathausdiele. Leider gab es dort keine Flyer oder Visitenkarten des Malers und der russische Name entglitt mir schnell aus dem Gedächtnis. Nicht so seine Bilder! Seither suchte ich in Jenaer Galerien nach den Spuren des mir unbekannten Künstlers. Vergebens! Am Freitag jedoch begegnete mir auf dem Arbeitsheimweg in der Johannisstraße ein junger Mann, sitzend auf einem Schemelchen vor einer Staffelei. An der Art seines Bildes erkannte ich meinen gesuchten Kunstschöpfer. Wir hatten ein sehr nettes Gespräch und er erzählte mir, dass er ab Samstag in der Kneipengalerie "Zur Noll" eine kleine aktuelle Ausstellung hätte. Leider verpasste ich gestern Valeriy Solovey dort und wie mir Geschäftsführer Andreas Jahn berichtete, hätte er, der sehr bescheidene Maler, keine Eröffnungsvernissage geplant.

Der in Charkow in der Ukraine geborene Valeriy Solovey ist in der Jenaer Volkshochschule als Lehrer tätig und Mitglied des Verbandes Bildender Künstler Thüringen. Seit 20 Jahren hatte er zahlreiche Einzelausstellungen im In- und Ausland, davon 10 in Jena. Hinweise über sein weiteres mannigfaltiges Schaffen fand ich auf seiner russischen Art-Studio-Seite. Ich liebäugele sehr mit einem bestimmten Jenabild, mal sehen was daraus wird.

Wie gemalt war auch das Wetter beim Altstadtfest letzte Woche in Jena. Bei fast sommerlichen Temperaturen war die "Gute Stube" stets gut besucht. Während Russkaja den Marktboden in ein schwankendes Oberdeck zu verwandeln schien, empfand ich das Konzert der Berliner Bluesrockband "Engerling" als saft- und kraftlos (Wo waren die Bässe?). Dem Gatten hat allerdings gerade dieses Konzert sehr gut gefallen. Gestern war Schluss mit schönem Wetter, auch wenn mein Lieblings-Tubaspieler Martin Marczinke und die Herren von "Brass up" aus Weimar mit dem Titel " Wochenend und Sonnenschein" tapfer gegen den strömenden Regen ankämpften.

Nicht gemalt waren die mythischen Fabelwesen aus der Welt der Antike in der Goethe Galerie. Bis zum 25. September lief die Ausstellung "Aufruhr der Titanen" der Bernd Wolter Design GmbH. Gigantische Ausmaße erreichten die zehn Titanen von Zentaur bis Pegasus und mir schien, das einzelne große Auge auf der Stirn des 4,50 Meter großen Zyklopen würde mich durch die ganzen Stadt verfolgen.

Mit beiden Augen sehend freue ich mich auf das bunte Kleid des Herbstes - Villa

12.09.09

Pankow rockt das Altstadtfest

Seit Tagen hat sich Jenas "gute Stube" auf das Altstadtfest (11.09.-20.09.) 2009 vorbereitet. Der künstlerische Leiter Oliver Jahn hat ein klasse austariertes Programm auf die Beine gestellt. Sorgfältig wurden alle Altersschichten bedacht und nach der traditionellen Eröffnung (Bieranstich durch Bürgermeister Frank Schenker/Turmblasen) war der Markt schon dicht bevölkert. Während es bei den Dixieland Stompers noch recht gemütlich zuging, war im späteren Verlauf des Abends kaum ein Fuß vor den anderen zu setzen. Der Auftakt des Abend-Altstadtfest-Bühnenprogramms mit Pankow war ein Paukenschlag.

Pankow rockte das Publikum! Keine Spur von nostalgisch verbrämten DDRock (trotz der vielen alten Titel), solides Handwerk (gelernt ist gelernt) und eine tolle Live Performance (köstliche die Rod Stewart-Attitüden von Frontmann André Herzberg). "Kocht euch schon das Blut?" fragte Herzberg und das Publikum schäumte. Ich fragte mich die ganze Zeit, was für einen großen Orden er sich an die Brust geheftet hatte und nach dem Konzert nahm ich die Gelegenheit beim Schopf und befragte ihn dazu. Er erzählte mir eine skurrile Geschichte, dass er den Orden: "Es lebe der Bassismus/Gittarismus" von Außerirdischen bekommen hätte.
Irdisch ging der erste Tag des Altstadtfest zu Ende. Immer wieder treffe ich bei den Stadtfesten auf Freunde und Bekannte, die ich zum Teil ewig nicht sah, manchmal komme ich mir vor, wie auf einem großen Klassentreffen.

Glückwunsch an die Macher solcher Feste, ihr beweist Jenalebt!
Heute spielt 11.00 Uhr die Old Time Memory Jazzband, 15.00 Uhr das Blasorchester SCHOTT Jena und ab 18.00 Uhr Who`Black und Wild Boy Heinz&the Pontiacs. Das Höhenfeuerwerk wird uns den Jenaer Himmel ab 22.00 Uhr erhellen.

Man sieht sich auf den Altstadtfest in Jena Villa

20.09.08

Kunst und Kirmes

Ich bin wahrlich keine Kunstkennerin, eher eine Genießerin mit schlichtem Gemüt. Da ich aber immer neugierig bin, überredete ich meine malende Kollegin Biggi, sich mit mir eine neue Kunstausstellung im Johannestor anzusehen. Einige Bilder haben uns dann auch recht gut gefallen, aber mit den Installationen hatten wir so unsere Probleme. "Ein Fahrradschlauch kombiniert mit metallenen Essstäbchen der deutschen Bahn werden zur klingenden Doppelhelixstruktur menschlicher DNA transformiert." genauso sah es auch aus. Ne Leute, das ist zu hoch für mich. Zu hoch erwies sich der Pulverturm auch für meine liebe Kollegin, sie litt an Höhenangst und war dennoch fasziniert über die Aussicht. Das Altstadtfest und der Rummel sind wieder ein Familientreffpunkt. Mich ärgert diese exorbitante Preisgestaltung der Fahrgeschäfte. Kein Wunder, dass wir alleine! auf dem Riesenrad waren. Sie würden sicherlich mehr verdienen, wenn die Preise moderater wären und viele Kinder sich es leisten könnten. Kostenlos dagegen ist das Sitzen auf dem Herbstmarkt und der ist immer voll. An unserem Tisch machten viele auf einen kurzen Schwatz halt. Der attraktive Chemieprofessor gefiel mir besonders, was dem Gatten aber nicht gefiel. Der Pfarrer unserer Kinder saß bei uns, inzwischen im Ruhestand, aber ständig ruhelos. Ob wir uns heute Abend zum Höhenfeuerwerk alle auf dem Markt wieder sehen, wird sich zeigen.
Villa zwischen Kunst und Kirmes hin-und hergerissen