Der Begriff Zitadelle ist
dem italienischen cittadella (Städtchen)
entlehnt und bezeichnet eine in sich abgeschlossene Festung, die in dem Fall,
dass eine Stadt von feindlichen Truppen erstürmt wurde, der Garnison als
Rückzugsort diente. Nun wird zwar Berlin nicht von Feinden erstürmt, sondern
nur von Touristen, aber auch dieser Ansturm lässt einen Rückzug manchmal
wünschenswert erscheinen, und so begaben wir uns am Samstag in die Zitadelle Spandau. Sie gilt als eine der am
besten erhaltenen Festungen der Hochrenaissance in Europa und zählt mit allem
Recht zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt, bleibt vom Massentourismus jedoch
ebenso verschont wie vom Verkehrslärm der stark befahrenen Straße Am
Juliusturm. Kaum hatten wir die Zugbrücke überquert und das Torhaus
durchschritten, umgab uns ein geradezu himmlischer Frieden. Eine Gruppe
fröhlich zechender Italiener im Biergarten der Zitadellen-Schänke und eine nicht
minder fröhliche Männerriege, der nach dem Besuch der Exerzierhalle der Sinn
nach ein wenig Exerzieren stand, tat dem keinen
Abbruch. Davon abgesehen trafen wir auf unserem Erkundungsgang vorbei zwischen
Zeughaus, Kasernen und den Italienischen Höfen, dann die Treppen hinauf, um von
einer der Bastionen aufs Wasser hinaus zu schauen, nur vereinzelt andere
Besucher. Wir fanden den kleinen versteckten Hafen, wo eine Barkasse vertäut
war. Im Fledermauskeller tappten wir durch dunkle Gewölbe, in denen wir einige
der von der Natur mit Radar ausgestatteten Fledertiere hinter Glasscheiben wie
Schatten hin und her huschen sahen. Tatsächlich haben in den Kasematten der
Zitadelle über 10.000 Fledermäuse ihr Winterquartier. Mit den Mitarbeitern des Berliner Artenschutz
Teams BAT e.V. führten wir ein interessantes Gespräch über die Segler der Nacht
aber auch über die verlockende Möglichkeit, mit der Barkasse eine Fahrt auf dem
Zitadellengraben, verbunden mit einer Fledermausführung nach Absprache zu
buchen.
Die wohl größte „Personengruppe",
der wir an diesem Nachmittag in der Zitadelle begegneten, waren die
Statuen, die einst die von Kaiser Wilhelm II. in Auftrag gegebene Siegesallee
im Tiergarten säumten: Marmordenkmäler der Markgrafen und Kurfürsten
Brandenburgs und Könige Preußens. Der Boulevard, der den Machtanspruch des
Kaiserreichs symbolisierte, war bereits kurz nach seiner Fertigstellung
umstritten, und erhielt von den Berlinern den Namen „Puppenallee“. Weil damals
wie heute die Umgebung der Siegessäule Ort und Ziel festlicher Veranstaltungen
bis spät in den Abend hinein war, entstand der Ausdruck „bis in die Puppen“
feiern, tanzen… aber auch schlafen. Seit Mai 2009 werden die Figuren
im Hof der Zitadelle restauriert und sollen 2014 als Bestandteil der neuen
Dauerausstellung enthüllt werden.
Auch jetzt schon kann in der
Zitadelle außer den Baulichkeiten viel Historisches aber auch zeitgenössische
Kunst angeschaut werden. Neben dem im Zeughaus untergebrachten Stadtgeschichtlichen
Museum Spandau gibt es Wechselausstellungen. Bis zum 2. September konnte man in
der Bastion Kronprinz die Ausstellung „HEUREKA“ mit Gemälden und
Airbrush-Arbeiten von Christian Hahn
sehen, in Kombination mit
plastischen Objekten und Fotografien von JudithWalgenbach.
Beiden Künstlern gemeinsam
ist die teils heitere, teils beunruhigende Verbindung von Kunst und
Wissenschaft, Natur und Zivilisation unter Einbeziehung kunstgeschichtlicher
Reminiszenzen sowie der veränderten Sehgewohnheiten in einer immer
digitalisierteren Welt. Gleich nebenan werden in der KUNSTBASTION
(Jugendkunstschule Spandau) aber auch die Arbeitsergebnisse aus den zahlreichen
Werkstätten für Kinder und Jugendliche gezeigt. Darüber hinaus wird die
Zitadelle regelmäßig zum Spielort für Konzerte, Theateraufführungen und Feste –
siehe Programm-Kalender.
Bis in die Puppen (2)
Das Amphitheater Hexenkessel
im Monbijoupark gegenüber dem Bode-Museum bietet ein besonders gutes Beispiel
dafür, wie Kunst den städtischen Raum erobern und positiv verändern kann. 1994
hatte die Sache ihren Anfang genommen. Im Hinterhof eines besetzten Hauses im
Prenzlauer Berg gründeten damals ein paar leidenschaftliche Theaterleute das
Hexenkessel Hoftheater, dem der Gedanke zugrunde lag, mit wenigen Darstellern und
einem Minimum an Aufwand klassisches Theater aufzuführen - nah am Ursprung des
elisabethanischen Lustspiels und fern von Trivialität. 1999 zog das Theater in
den verwilderten Monbijoupark um, zu jener Zeit kulturelles Ödland. Erst zur
Saison 2009 wurde zum das Amphitheater aus Holz nach einem Vorbild
aus der italienischen Renaissance errichtet, das in diesem Jahr zum vierten Mal
wiederaufgebaut wurde. Die15 Tonnen schwere und dreistöckige Treppenanlage mit
200 überdachten Sitzplätzen ist eine ideale Spielstätte für volksnahe
Klassiker. Mehr Spaß kann Shakespeare nicht machen, und wenn Sebastian und
Junker Bleichwang sich für ihr Duell Fahrradhelme aus dem Publikum ausleihen,
so hat dies wenig mit zeitgenössischer Inszenierung, sehr viel aber mit ansteckender
Spielfreude zu tun. Ob zu spät kommender Theaterbesucher oder Zwischenruf,
alles wurde eingebaut ins Spiel, und doch blieb Shakespeare Shakespeare und
sich selber in dieser Form übers Grab hinaus treu. Jan Zimmermanns Inszenierung
von „Was ihr wollt“ und die Leistung der Schauspieler hatten sich den
anhaltenden und herzlichen Applaus am Ende der Aufführung verdient. Es war nach
Mitternacht. Auf dem Tanzboden am Ufer der Spree drehten sich noch immer die
Paare unter Lichterketten… „bis in die Puppen“.
Danke, liebe Chris, für die schöne Zusammenfassung dieser Programmpunkte meines Berlinaufenthaltes. Wir hatten ja noch viele andere schöne Unternehmungen, aber die Spandauer Zitadelle und die Shakespeare-Aufführung im Theater Hexenkessel waren wirklich bemerkenswert.
Berlin ist immer eine Reise wert, besonders gemeinsam mit guten Freunden. Villa, die heute nicht bis in die Puppen tanzt.
Am Vormittag Schauer, am Nachmittag länger anhaltenden Regen hatte der Wetterbericht für Berlin angedroht – und sich wieder einmal, diesmal zu unseren Gunsten, geirrt. Den vorsichtshalber mitgenommenen Schirm brauchte ich jedenfalls nicht, als ich Villa gestern kurz nach 10 Uhr vom Bahnhof abholte, und am frühen Nachmittag schlürften wir unseren Cappuccino in der Sonne und fühlten uns wie Urlauber in der Altstadt von Spandau „bei Berlin“, wo die Zeit ein bißchen gemächlicher zu vergehen scheint, als in der hektischen Hauptstadt.Ich hatte Villa zeigen wollen, wo Berlin nicht viel anders aussieht als Jena. So besuchten wir Tochter Nr. 1 bei FLAMME in Spandau, schlenderten dann noch durch das Möbelhaus, entdeckten dabei einen Eßtisch mit bequemen Freischwingern, deren Bouclé-Bezüge jenen Retro- Touch haben, der gut in meine Wohnung passen würde. Danach machten wir uns auf den Weg Richtung Altstadt und wollten von dort die Kurve zur Zitadelle kriegen, wo wir allerdings nie ankamen, denn, wie gesagt, die Sonne schien so schön, wir hatten Lust auf Kaffee, und als wir weiterwanderten, gerieten wir auf ein Weinfest, und da war natürlich alles zu spät.
Die ausgiebige S-Bahnfahrt von Lankwitz nach Spandau führte meiner Freundin mal wieder vor Augen, warum für mich eine Fahrt nach Jena nicht wirklich eine Reise, sondern mehr ein Ausflug ist. Berlin ist groß, und ein Besuch der Randbezirke führt schon mal durch ein Stückchen Wald, so daß man meint, die Stadt bereits verlassen zu haben. Wer hier meint, an einem Tag möglichst viele Sehenswürdigkeiten „abhaken“ zu können, täuscht sich, was das quantitative Verhältnis von Sehenswertem betrifft, und setzt sich dazu noch einem ganz schönen Stress aus. Stress aber wollen wir nicht, und deshalb nehmen Villa und ich uns immer nur ein Eckchen von Berlin vor. Und während wir so mit der Bahn in „die Stadt zurück“ fuhren, bekam der Wetterbericht dann doch noch Recht. Es fing an zu schütten wie aus Eimern. Doch wenn die S-Bahn auch kein Hochgeschwindigkeitszug ist, so schaffte sie es doch, Lankwitz vor dem Regen zu erreichen. Trockenen Fußes erreichten wir meine heimische Hütte, und erst als wir dort (schon wieder) beim Kaffee saßen, pladderte es los. Der Regen und, weil wir uns schon wieder verplauscht hatten, waren uns Grund genug, wie Wilmersdorfer (Stroh-)Witwen mit dem Taxi zum Wintergarten zu rauschen, der mit seinem von vielen Lichtern geschmückten Entree an einem regnerischen Abend in der Potsdamer Straße ganz besonders lockt.
1880 eröffnete das Central-Hotel an der Friedrichstraße mit einem „Jardin de Plaisanterie“ beziehungsweise Wintergarten. In dem etwa 2000 qm großen Gartensaal mit Palmen, Springbrunnen und Grotten flanierten die Gäste des Hotels, und bereits im selben Jahr fanden erste Konzertveranstaltungen statt. 1884 wurde der Wintergarten zum Programm- und Verzehrtheater, und weitere vier Jahre später wurden erste kleine Varieté-Vorstellungen gegeben, in denen Akrobaten und Zauberkünstlern auftraten. Für Cineasten wurde der Wintergarten im darauffolgenden Jahr wichtig. Die Brüder Skladanowsky brachten hier den Kinematographen auf die Bühne – eine Weltpremiere. In den Zwanzigern des folgenden Jahrhunderts wurde das Programm des Wintergartens von unvergeßlichen Talenten wie Claire Waldoff und Otto Reutter geprägt. Bis zur letzten Vorstellung am 21. Juni 1940 war der Wintergarten die wohl beliebteste Varieté-Bühne der Hauptstadt. Dann fiel er bei einem Bombenangriff in Schutt und Asche. Es dauerte über 50 Jahre – fast so lange, wie der alte Wintergarten existiert hatte, bis er am 25. September 1992 mit einer glanzvollen Premiere und Hommage an den alten Wintergarten neueröffnet wurde. Wer noch keine Gelegenheit hatte, ihn zu besuchen, kann hier einen virtuellen Rundgang machen.
„Made in Berlin“ läuft, von einer Sommerpause abgesehen, schon seit Mai und nur noch bis zum 25.September, und wir haben nicht eine Sekunde lang bereut, sie noch gesehen zu haben. Auch seinem Namen wird dieses Programm gerecht. Die jungen Tänzer und Akrobaten kommen ausnahmslos aus der vor zwei Jahren von Markus Pabst gegründeten Kreativschmiede BASE Berlin, und viele von ihnen wurden an der Staatlichen Schule für Artistik Berlin ausgebildet. Fast alle Acts sind in der Hauptstadt entstanden, und es verwundert nicht, daß einige seither Exportschlager geworden sind, so zum Beispiel der 21-jährige Eike von Stuckenbrok als Puppenspieler der anderen Art mit seiner Handstand-Kreation auf einer Schaufensterpuppe, der in diesem Jahr beim Pariser "Festival Mondial du Cirque de Demain" eine Bronzemedaille gewann. Mindestens ebenso beeindruckt der junge Artist aber zusammen mit dem soviel Lebensfreude ausstrahlenden Rémi Martin bei einer Doppel-Pole-Darbietung am Chinesischen Mast.
So wie David Pereira sich verbiegen habe ich bisher nur die sogenannten „Menschen ohne Knochen“ im Zirkus gesehen. Der Spanier kombiniert die Kunst der Kontorsion und des Tanzes und gleichzeitig die Melancholie mit der Kraft ganz leicht und elegant.
Ebenso gefühl- und kraftvoll und gleichzeitig voller Harmonie „erzählt“ das Hand-auf-Hand-Duo Kati und Philipp, das auch im Leben ein Paar ist, und dessen gemeinsame Geschichte schon im Kinderzirkus begann, in seiner Darbietung eben diese Geschichte und präsentiert sich darüber hinaus mit einer sehr ästhetischen Performance am Vertikaltuch.
Sehr beeindruckt war ich auch von den „schönsten Beinen Berlins“, die nicht mehr Marlene Dietrich gehören, sondern heute Nata Galkina. Geschicktere Füße dürfte man so schnell nicht wieder zu sehen bekommen, und die Fußjonglage der Künstlerin, die ihre artistischen Fähigkeiten in Rußland erworben und Schauspiel an der Folkwang-Schule in Essen studiert hat, bleiben im Gedächtnis.
Aufgelockert wird das Programm durch die verschiedensten Tanzdarbietungen, bei denen Lea Hinz, die von der rhythmischen Sportgymnastik her kommt, und der Ballettänzer Dennis McDao sich durch ihr Talent und auch durch ihre Komik hervortun, sowie durch die musikalische Untermalung mit Berliner Musik von „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ bis zu einer Persiflage auf „Hier kommt Kurt“, nämlich „Hier kommt Knut“ mit Auftritt eines falschen Eisbären in einem Kostüm, wie ich es seit meiner Kindheit kenne, als man sich vor dem Zoo mit dem falschen Berliner Bären fotografieren lassen konnte.
Alles, was ich jetzt vergessen habe, muß bitte Villa erzählen. Schließlich war ich im Wintergarten auch mit Essen beschäftigt. Und für das Menü ist bitte Villa zuständig, die ich an dieser Stelle noch mal in Gedanken ganz doll umarmen möchte. Das waren für mich wunderschöne Stunden, die wir zusammen verbracht haben. Wie eine Berliner Weiße mit Himbeerschuß könnte ich jetzt noch überschäumen, und wenn das Weißbierglas groß genug wäre, würde eine rosa Welle bis nach Jena schwappen und der Schaum Euch an der großen Zehe kitzeln.
Ganz liebe Grüße von der Spree an die Saale
Eure Chris
Liebe Chris, deinem Bericht und dem Lied ist nichts mehr hinzuzufügen. Es war ein wunderschönes Wochenende. Herzlichsten Dank!Feines Essen haben sie im Wintergarten. Mein Risotto mit sautierten Pfifferlingen und gegrillten Jacobsmuscheln auf Aprikosen-Chutney war perfekt und auch wenn du skeptisch bei meiner Nachspeise, Erdbeeren mariniert mit altem Balsamico und grünem Pfeffer, warst, mir haben sie ausgezeichnet gemundet.Der Sonntagnachmittag gehörte dann wieder unserer Seifenkiste, aber davon später mehr.Ich weiß, dass mein Koffer in Berlin wartet - Villa
Aller guten Dinge sind drei und drei Tage dauerte Villas Reise vom Ausgangsort bis Dänemark. Während wir in Berlin bei unser Brunch-Fahrt auf der "Philippa" drei Schleusen passierten wo nur das Wasser, nicht das gute Essen nach oben stieg, ließ ich mich im KaDeWe in die Niederungen der Gourmetabteilung herab. Ewig und drei Tage hätte mir Christa ihren heimischen Kiez "Kreuzberg" erklären und zeigen können, aber dann wären unsere Füße im Dreieck gesprungen. Nicht bis drei zählen konnten wir offensichtlich beim Kauf und studieren unserer Fahrkarte. So war uns entgangen, dass wir nicht über Jütland nach Fünen reisten, sondern in Puttgarden plötzlich den Zug verlassen und die Fähre besteigen mussten. Als uns ein liebenswerter dänischer Schaffner schließlich erklärte wir wären falsch und in einer halben Stunde in Schweden, hätten wir fast die Drei-Länder-Grenze in einem Ritt geschafft. Drei Kreuze schlugen wir an, als wir am Abend doch noch in Odense landeten und uns NK dort erwartete.
Villa, die den in vielen Kulturen als Dreiheit gesehen Lebenszyklus von Kindheit - Erwachsenenalter - Alter immer noch nicht gerafft hat.
Ja, Holla die Waldfee! Das Kulturangebot in Berlin ist sooo riesig und die Auswahl fällt schwer. Immer wieder stand ich vor den Ankündigungsplakaten und dachte: Das möchte ich sehen, das möchte ich hören und Gott Lob schenkt mir unser beschauliches Jenastädten auch mal Ruhepausen.
Nachdem ich mich zu Hause noch grämte, dass fast alle Veranstaltungen im Köstritzer Spiegelzelt Weimar ausverkauft sind, war es ein glücklicher Umstand Karten für das Spiegelzelt "Bar jeder Vernunft" zu erhalten. Toll ausgesucht von Christa.
Rebecca Carrington räumt seit einer Zeit verdient sämtliche Kabarett-und Kleinkunstpreise in Europa ab. Mit unschlagbarem britischem Humor bediente sie auf ihrer musikalischen Weltreise so ziemlich jede Musikform, jede Sprache und jedes Länderklischee. Hochmusikalisch ging es auf der Bühne zu und als wir den nächtlichen Heimweg antraten, sangen wir uns durch Berlin. Ich habe die komplette Videoaufzeichnung der Veranstaltung und lade euch zu einem heimischen Musikabend in Villas Villa ein. Vernünftig verhielt ich mich und kam der Bitte nach, während der Veranstaltung nicht zu fotografieren... aber danach entkamen sie mir nicht. Eine Besessene kann man nicht zur Vernunft bringen Villa
P.S. Hagen Rether für den ich in Weimar keine Karten mehr bekam, kommt am 28. August ins Volkshaus und auch da gilt: rechtzeitig Karten sichern.
Träum nicht nur, lass deine Träume auch Wirklichkeit werden. Sei Du selbst und tu, was Dir Spaß macht, dies ist die einfache Botschaft der The Rocky Horror Picture Show. Der Spaßfaktor dieses Grusicals war sehr hoch und wir waren sehr gut vorbereite. Im Gewitterwald konnten wir uns einigermaßen vor den Spritzern unserer Nachbarn schützen, meine Haushaltgummihandschuhe und Kuhbimmel kamen an der richtigen Stelle und mit der Toilettenrolle umhüllten wir unsere Vorderleute. Die Sänger waren hervorragend, die Live-Band zum Teil etwas übersteuert und als es zur Pause ging hatte ich das Gefühl es wären erst 10 Minuten vergangen, so temporeich war das Stück. Alles sehr schräg (viel Strapse) mit guter alter Rockmusik und beim Song "Time Warp" tanzten wir euphorisch mit. Martin Semmelrogge setzte sich für meinen Geschmack als Sprecher zu betont in Szene. Christa hatte uns das Hotel geschenkt und uns mit Blumen, Sekt und Pralinen überrascht, Sehr schade, dass ihre Karte nicht zum Einsatz kam. Sehr, sehr schade, dass sie den Spaß nicht mit uns teilen konnte. In unserem Hotelzimmer lag so ein Guru-Buch von einem Schweizer und als ich es heute am Morgen las, stach mir ein Satz ins Auge: "...Ich verdiene es, die Balance von Arbeit und Vergnügen mit gutem Gewissen zu genießen." Jap, genau so ist es! Danke lieber Heili für das feine Frühstück, so konnten wird den Abend noch mal Revue passieren lassen. Es ist schön mit euch, unsere Träume auch Wirklichkeit werden zu lassen. Bis zum nächsten Traum, Furt Krachgarten ist ja nicht mehr lange hin und da lassen wir es wieder richtig rocken. Morgen früh schlägt die Balance erst mal wieder in Richtung Arbeit aus. Villa
Der Gatte ist heute unterwegs, um sich im größten Stadium Deutschlands das Pokalhalbfinale, Dortmund gegen den Absteiger der Zweiten Bundesliga Jena anzuschauen. Den ganzen Tag skandierten die Fans: Berlin, Berlin wir fahren nach Berlin.
Diese popelige Jenaer Mannschaft verschafft dem DVB die größte Zuschauerzahl überhaupt. 80708 haben im Stadium Platz genommen. Dem Gewinner winkt das Finale in Berlin. Mein Finale in Berlin rückt auch immer näher. Ich habe mir heute das entsprechende Schuhwerk für den Roten Teppich zugelegt und morgen kommen die Haare dran. Den Gatten werde ich als Soziale Fallstudie verkaufen müssen. Er ist wie immer nicht bereit, an seinem Äußeren etwas zu ändern. 18. Minute, Jena hat gerade das erste Gegentor kassiert und während meine Stimmung nach dem Schuhkauf blendend ist, wird die des Gatten... Was die Fußballer nicht können, kann ich schon lange. Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin. Ausstaffiert Villa