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06.01.13

Noch nicht im Windkanal getestet - Seifenkiste 2013

Nein, im Windkanal getestet wurde unser neuer fahrbarer Untersatz noch nicht. Ehe es zum großen Showdown kommt, müssen wir uns beim Basteln noch sehr ins Zeug legen. Die nationale Konkurrenz schläft nicht! Windschnittig, schnell und schön soll sie werden und so feilten wir an der richtigen "Stromlinie".


Auf die Räder hat mein Rennwagen-Konstukteur Phillipp sehr großen Wert gelegt und die Anschaffung nahm geraume Zeit in Anspruch. Anfang der 50er Jahre unterstützte die Autofirma Opel den Seifenkistensport mit der Lieferung von Radsätzen. Diese Räder sollten es unbedingt werden und Phillipp wurde bei eBay fündig. Einzeln ersteigerte er vier Originalräder. Diese hatten allerdings ihre beste Zeit hinter sich und Stunde für Stunde wurden sie mühevoll abgeschliffen und mit Rapsgelb, Enzianblau und Schwarz lackiert. Respekt gebührt unserem jüngsten Teammitglied, Schleifen ist eine Scheißarbeit und sie hat sie tapfer gemeistert.


So ein Seifenkistenbau ist nicht nur pure Gaudi für mich, sondern auch ein Lernprozess. Phillipp besitzt unglaubliche handwerkliche Fähigkeiten und auch das große Talent und die Geduld, mir neue Dinge beizubringen. Lichtbogenschweißen war so ein Ding. Ich habe erheblichen Schweiß gelassen, ehe die blöde Schweißelektrode meinen ersten Schweißpunkt an der Achsschenkellenkung ordentlich gesetzt hat. Es sah aus wie eine dicke Wulst und war nicht optimal.



Wer mehr über den Bau unserer ersten Seifenkiste und die Rennen erfahren möchte, schaut bitte hier.

Es geht voran mit der Evolution Seifenkiste 2013.
Team Jenalebt

Wie immer gilt: Doppelklick macht Bilder groß

16.09.12

Oldtimersternfahrt zum Tag des Handwerks in Jena

Zwitscherkollegin @anne234 hatte recht, als sie gestern schrieb: "Mehr geht fast nicht: Altstadtfest, Flohmarkt, Tag des Handwerks, Oldtimer, Thüringer Büchertage..."

Bundesweit wurde am 15. September der Tag des Handwerks gefeiert und  die Innungen der Region hatten auf dem Leutragraben Jena eine Handwerkermeile errichtet. Motto des Tages: "Wir sind Handwerker. Wir können das." Neben dem bunten Bühnenprogramm (Andreas Geffarth und Double Drums aus München habe ich mir angehört) präsentierten sich verschiedene regionale Handwerker.

Für mich, als "alte Autobauerin", war natürlich die Oldtimersternfahrt mit über hundert Oldtimern aus dem Freistaat auf dem Ernst-Abbe-Platz Pflichtprogramm. Die historische Fahrzeugparade zog viele interessierte Schaulustige an, um die Zeugnisse der Mobilität eines ganzen Jahrhunderts zu sehen.


Zum Publikumsliebling wurde das Modell P70 Coupe Baujahr 1959 vom VEB Sachsenring Zwickau mit 22 PS gewählt. Sichtlich stolz erzählte mir Besitzerin Marlene Schlechtiger aus Bad Berka, dies wäre das letzte Modell aus der Serie (von der nur 1500 gebaut wurden) und sie hätten noch den originalen Kaufvertrag. Besonders schönes Detail, die liebevolle Lederausstaffierung des Kofferraumes. Auch den weitgereisten Gästen aus der Dominikanischen Republik gefielen die Veteranen und Sammlerstücke.



Schon lange suche ich genau DIESEN Oldtimer Halbschalenhelm mit Brille. Wer ein Angebot hat, immer her damit.


Der interessanteste Aussteller an diesem Nachmittag war für mich Wolfgang Höhne aus Jena und sein Sport-Cabrio Goliath-Pionier Baujahr 1933. Das auf drei Rädern gebaute Modell bestach durch seine Schlichtheit: ein Einzylindermotor 5,5 PS, Dreiganggetriebe und schon eine Blinkeranlage statt Winker. Allerdings sei der Motor müde, meinte Höhne, aber im nächsten Jahr wolle er daran bauen und er hoffe, dann schneller als 30 Km/h fahren zu können und damit auch für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen zu werden. Chassis und Motor waren noch original, die Karosse hat der Hobbybastler nach besten Wissen und Gewissen nach Fotos aus Holz und Kunstleder nachgebaut. Lose organisiert sei er mit seinem alten Klassiker bei einem Jenaer Oldtimer-Club.


So, Phillipp, ich habe mir genügend Anregungen geholt, um die Evolution Seifenkiste voran zu treiben. Bald werde ich hier unsere Fortschritte zeigen und über meine ersten Schweißversuche an der Achsschenkellenkung berichten.

Villa, im Autobaufieber

06.05.12

Der Drops ist gelutscht!

Evolution der Seifenkiste


Nach unserer zweimaligen Teilnahme an dem von der Bauhaus-Universität Weimar organisierten Spacekidheadcup ist für uns klar, das nächste Mal müssen wir mit einem neuen Rennboliden dort aufschlagen.
Die Frage, die sich uns stellt, bauen wir eine Gaudikiste oder wagen wir uns noch einmal an eine professionelle Soapbox heran. Die Entscheidung ist wohl gefallen. Phillipp hat letzte Nacht die Vorlage dazu gezeichnet. Das Design ist schon alt und kommt von einem wunderschönen alten italienischen Rennwagen aus den 50er Jahren.



Auf geht's, Jenalebt Seifenkiste 2 wird in Angriff genommen. Es wartet viel Arbeit auf uns.
Team Jenalebt

05.05.12

Hoher Kreativitätsfaktor beim Rennzirkus in Weimar

Der Ortswechsel des Spacekidheadcup am 1. Mai in Weimar von der Belvederer Allee zur Carl-August-Allee war in zweifacher Hinsicht spannend. Zum einen war der Zuschauerzuspruch mit etwa 2.500 Schaulustigen noch größer als im letzten Jahr, zum anderen fand parallel dazu, in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Bahnhofsvorplatz, die Anti-Nazi-Protestaktion "Weimar bleibt bunt" statt.

Unsere sehr zeitige Anreise in die Nachbarstadt sicherte uns die Teilnahme an beiden Veranstaltungen. Nach zügiger Abfertigung und Erhalt der Soap Box TÜV Plakette und der Anmeldung bei den fleißigen Helfern des Org-Teams, konnten wir den Flitzer im Fahrerlager entlang der Allee abstellen.


Das Weimarer Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus hatte aufgerufen, gegen den geplanten Neonazi-Aufmarsch an diesem Maifeiertag zu protestieren. Die Stadt Weimar verbot im Vorfeld den braunen Aufzug durch die Innenstadt, musste aber eine Standortkundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz hinnehmen. Nach Polizeiangaben waren ca.700 Protestteilnehmer gekommen, darunter auch viele Jenaer, die sich den angereisten Nazis entgegenstellten. Stunden später wurde die Kundgebung der Rechten aufgelöst, weil sie die Auflagen der Versammlungsbehörde nicht erfüllen konnten, ausreichend nicht vorbestrafte Ordner zu stellen. Gut, dass sie ihre rassistische Ideologie nicht unters Volk bringen konnten und wie Christoph Matschie während der Kundgebung richtig sagte, es ist wichtig, Gesicht gegen Rechts zu zeigen. 



Zum Rennverlauf
Die Strecke an sich war weniger spektakulär als im letzten Jahr, eine gerade abschüssige Allee mit kleiner Startrampe und im Auslauf zum Ziel eine Strohballen-Schikane. Dennoch musste man den Wagen auf Ideallinie halten, um eine optimale Zeit zu erreichen. Dass uns dies gelang, zeigte unsere schnelle Zeit von 24,3 Sekunden, die uns den zweiten Platz in der Speedwertung sicherte.
Merci, an alle Helfer entlang der Strecke. Ihr habt hervorragende Arbeit geleistet, als Starthelfer, Streckenposten, Zeitnehmer und Musikbeschaller, um die über 60 Boliden sicher ans Ziel zu bringen.
Besonders das charmante Moderatorenteam (Studenten des 4. Semester Medienkultur) Merle Hagelücken und Wilhelm Stroppek haben zum fröhlichen Ablauf der Veranstaltung viel beigetragen.


Viele Kinder-und Erwachsenenträume gingen an diesem Tag in Erfüllung. Die manchmal zermürbenden Anstrengungen beim Bau der Flitzer, das Herzblut und die Fantasie, die man in Design und Aerodynamik steckt, endeten in Spaß und der Schönheit der Bewegung. Die Ansätze beim Bau konnten nicht unterschiedlicher sein und wir haben wieder so viele schöne, kreative, selbst gebaute Rennautos gesehen.
Wer mehr tolle Fotos vom Rennverlauf sehen möchte, kann sich in der Bildergalerie der "Thüringer Allgemeine" umschauen und es ehrt uns natürlich ungemein, dass unsere Kiste "Jenalebt" als Aufmacherfoto des Zeitungsberichtes abgebildet ist.


Mein Mitgefühl an diesen Tag hatte das rote Maimobil. Die Burschen bekamen große Probleme beim Feintuning ihrer Räder. Sie konnten das schöne Wetter und die entspannte Stimmung kaum genießen, ständig bastelten sie noch am Wagen herum. Beim zweiten Start fuhren sie dann einfach auf den Felgen die Rennstrecke herunter und kamen auch ins Ziel. Klasse!



Bei so einer aufgeschlossenen Veranstaltung lernt man immer interessante Menschen kennen. Unsere Boxengassennachbarn kamen aus Leipzig und hatten schon viel Rennerfahrung. Unser Pausenquartier war das kleine Gasthaus "Bratwurstglöck'l" an der Rennstrecke und mit dem Inhaber, Herrn Noster, hatten wir sehr lustige Momente. Von dort aus sah ich auch ein perfekt gestyltes Mädel in der Menge und ich machte mich auf, sie zu suchen. Wie sich herausstellte, war es Molla Mills ( Meet A Girl with Talented Hands, Creative Mind and Finnish accent), finnisches Model und Produktdesignerin, spezialisiert auf den fünfziger Jahre Stil. Außerdem eine sehr aktive Bloggerin. Sie posierte gerne für mich und wir hatten ein nettes Gespräch. Ich liebe solche Momente der unverhofften Begegnung.



Großen Dank noch mal an meine Teammitglieder Lina und Phillipp.
Villa ist stolz auf euch!

29.04.12

Erster Pilzfund in diesem Jahr


Morcheln sind die Diven unter den Pilzen. Sie zu finden ist ein Schlüsselerlebnis und ein köstlicher Frühlingsgenuss aus der Natur - die reine Freude. Die Spitz-Morchel ist eine begehrte und wohlschmeckende Art, wächst im April und Mai, und wie ich nun weiß, auch in Jena. Der Geruch ist schwach, aber angenehm (ist ja schließlich keine "Gemeine Stinkmorchel"), der Geschmack deutlich nussig. Sie adelt jedes Essen.
So kann es weiter gehen mit der Pilzausbeute 2012.


Das wunderbare Wetter war natürlich Anlass für die erste Grillparty in diesem Jahr. Ein paar Schalentiere, frischer Waldmeister und Bärlauch-Crêpes mit Spargel gefüllt, Herz was willst du mehr. So gestärkt konnten Phillipp, das Nichtenkind und ich uns der Aufgabe stellen, unsere Seifenkiste auf Vordermann zu bringen.


Am 1. Mai wollen wir wieder in Weimar beim Spacekid Headcup teilnehmen. Die Stadt Weimar hat das Rennen auf der Belvederer Allee untersagt, um die zum Teil 250 Jahre alten Bäume zu schützen. Es wird allerdings auch gemunkelt, die Streckenverlegung in die Innenstadt hätte kommerzielle Gründe. So werden wir jedenfalls auf der Carl-August-Allee starten und wir freuen uns auf das bunte Treiben bei diesem Straßenfest. Ca. zehn Stunden mussten wir in die Restaurierung stecken, die Frontscheibe war im letzten Jahr beim "Eintauchen" in die Strohballen zerbrochen. Luftdruck, Bremsen und Lenkung sind geprüft, die Karosserie gewienert, der Hangabtriebskraft steht nichts mehr im Wege.


Die Kistenpiloten vom Team Jenalebt sind bereit.

08.04.12

Osterferien auf Rømø

Im vier Generationen Familieverbund verlebten wir eine wunderbare Osterferienwoche auf der südlichsten dänischen Nordseeinsel Rømø. Genügend Platz für die 15 Personen starke Gruppe fanden wir in einem sehr schönen Ferienhaus. Besonders den Kindern bot ein großer Pool und ein Fitnessraum viel Abwechslung. Ostereier färben, Nachtwanderung, gemeinsames Kochen und vieles mehr sorgten stets für erfrischende Perspektivwechsel.


Bei strahlendem Sonnenschein genossen wir Nordeuropas breitesten befahrbaren Sandstrand. Landsegeln mit dem Blokart wurde für Phillipp und mich der sportliche Einstieg in die diesjährige Seifenkisten-Saison. Schnell und extrem manövrierfähig sind die Biester. Sie haben keine Pedale, nur drei Räder und ein Segel. Der Wind wird nur mit einem Seil in der Hand gebändigt. Angetrieben von einer kräftigen Brise erreichten wir rasante Geschwindigkeiten. Ein Riesenspaß!



Schöne Ostern wünscht Villa

02.05.11

Bunte Vielfalt beim Spacekidheadcup in Weimar

Inzwischen eine feste Institution ist der am 1.Mai stattfindende Spacekidheadcup an der Strecke zwischen sowjetischem Ehrenfriedhof und Belvederer-Allee-Kurve in Weimar. Diese Veranstaltung (auf Non-Profit-Basis) wird von den Studierenden der Bauhaus-Universität organisiert. Das erste Rennen fand zu Ehren von Juri Gagarin, der 1961 als erster Mensch ins Weltall flog, vor 21 Jahren statt.
Auch in diesem Jahr sollte die Veranstaltung zu einem entspannten kreativen Happening geraten.

"Pimp my Ride" war unsere Aufgabe am Vortag. Die Seifenkiste hatte den Winter gut überstanden und wurde mit einem eleganten, roten Sitz aufgemotzt. Ein ausgedienter Mensastuhl, etwas Schaumstoff und rotes Kunstleder, fertig war die Laube. Ein kleines Sicherheitstraining absolvierte unser jüngstes Teammitglied Lina Rabea.


Angenehm lässig wurden auch die skurrilsten Gefährte auf Fahrttüchtigkeit überprüft, das begehrte TÜV-Siegel war kein Problem. Solange keine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben ausging, wurden auch die grenzwertigsten Mobile mit studentischer Unbekümmertheit durchgewunken. Herrlich! Die charmanten Moderatoren meinten, frühe Startnummern wären mit Sicherheit keine Hochschüler, die würden vor Mittag eh nicht aus dem Bett kommen (unsere Startnummer war die 14 von 53).


Im Fahrerlager fachsimpelten wir mit anderen Piloten und staunten über ihre Fantasie und ihr unerschöpfliches Improvisationstalent.


Jede Menge Schaulustige aus Weimar und dem Rest der Welt säumten die Strecke. Spaß und Schönheit in der Bewegung hatte auch eine Abordnung aus der freien Universität Bozen, die mit ihrem Grasmobil zwar nicht heil im Ziel ankam und ihre phantasievollen Kopfbedeckungen verlor, aber echte Teamfähigkeit bewies.

Mein Favorit waren die vier Kinder, die mit roten fahrbaren Pappbuchstaben das Wort LOVE den Berg runterrollen ließen. Sie gewannen auch einen Preis für die beste Show.

Nicht alle schafften das Gefälle der Startrampe, manche bretterte es unterwegs in die "Banderole" oder sie trugen ihren Untersatz einfach ins Ziel. Auch ein aus zwei Bodenstaubsaugerm konstruiertes Mobil musste der Steckenführung Tribut zollen. Recht flott war die ganze Abwicklung, nach dem ersten Show-Durchgang folgte eine Zeitmessung im 2. Durchgang.

Das Rennen war ein großartiges Erlebnis und für unsere gute Platzierung (drittschnellste Zeit) wurden wir mit einem tollen Buch über 20 Jahre Weimarer Seifenkistenrennen belohnt.

Großes Kompliment an die Studenten der Bauhaus-Uni Weimar. Ihr habt mit großem Idealismus, Witz und Charme all den fröhliche Menschen ein tolles Fest organisiert.

Team: Jenalebt
Wie immer: Doppelklick macht Bilder groß

30.04.11

Wider dem royalen Scheiß

Nicht die Bohne hat mich diese unerträgliche, unverhältnismäßige und untertänigste Hofberichterstattung des royalen Großereignisses gestern im Vereinigtes Königreich Großbritannien interessiert. Spannend dagegen fand ich die Aktion "Tschernobyl sauber abschließen"der JG Stadtmitte um den Stadtjugendpfarrer Lothar König. Im 25. Jahr nach der Reaktorkatastrophe forderten sie die Jenaer auf, am neuen Beton-Sarkopharg mitzubauen. Für 2.39 Euro konnte man einen Sack Zement kaufen. Eine gute Aktion gegen das Vergessen und die Lippenbekenntnisse der Politiker.
Einen weiteren sehr interessanten Denkanstoß erhielt ich von Prof. Dr. Ingo Althöfer (Institut für Angewandte Mathematik). Er hatte jahrelang still unter den Frank Stella-Skulpturen auf dem Campus Jena gelitten, sieht sie aber jetzt als Warn-und Mahnzeichen der Kernenergie.
Schöner Wortwitz: Sellafield (britische Atomanlage mit vielen Krisen) - Stella-Field.
Danke auch für die Einladung zur nächsten "Langen Nacht der Wissenschaften Jena" am 25. November 2011. Ich werde bestimmt im Hörsaal 4 oder 5 im Gebäude Carl-Zeiß-Str. 3 am Ernst-Abbe-Platz vorbeischauen.

"Ja, ich will", sage ich zu DEM kulturellen Großereignis im Städtchen. Die 20. Kulturarena, vom 7. Juli bis zum 21. August 2011, erfordert eine royale Planung. Die ersten Karten wurden bereits in einer Salamitaktik vor Wochen verkauft und als großer Rainald Grebe-Fan empfehle ich, sich zu beeilen, um für das Zusatzkonzert am Sonntag, 14. August, die letzten Restkarten zu erwerben. Das Programmheft soll nächsten Freitag erhältlich sein.

Viele Suchanfragen erreichen mich für das Programm der Tropischen Nacht am 20. Mai im Botanischen Garten Jena. Hier das offizielle Programm:

Königlich werden Phillipp und ich heute unsere Seifenkiste weiter aufmotzen, aber unsere Fahrt ins Glück wird nicht in die Westminster Abbey führen, sondern als Schussfahrt auf der Belvederer Allee enden. Getreu dem Motto Goethes "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? ".
Villa

26.04.11

Höhentraining vor Spacekidheadcup

Als optimaler Trainingsauftakt für die Seifenkistensaison 2011 erwies sich unser Höhentraining im Saale Unstrut Kletterwald Naumburg. Am 1.Mai wird das Team "Jenalebt" in Weimar auf der Belvederer Allee starten. Der Spacekidheadcup ist Initiative des StudierendenKonvent der Bauhaus-Universität Weimar.



Während meine beiden Teammitglieder Lina und Phillipp sich wacker durch die verschiedenen Parcours auf Rollen, Seilen, Hangelleitern und Ringen von Baum zu Baum bewegten, sah mein Klettern weder furchtlos noch elegant aus. Im Spinnennetz verließ mich meine Armkraft, an der Kletterwand war mir mein Wohlstandsbauch im Wege und als sich mein Beingurt in einem Bobby Car in 4,50 Meter Höhe verklemmte, musste ich von Phillipp und Outdoortrainer Hagen aus meiner misslichen Lage befreit werden. Großen Respekt zolle ich meinem 8 Jahre alten Nichtenkind, das sich gekonnt wie ein Äffchen zwischen den (691 Meter Länge, bis zu 13.5 Höhenmeter) Baumwipfeln bewegte. Ich habe mich eindeutig zum Affen gemacht! Wer sich aber auf wackeligen Holzbrettbrücken, an Seilvorrichtungen wie Tarzan an der Liane und auf diversen Schlitten, Snowboards... in luftiger Höhe bewegen kann, für den ist der Hochseilwald in Naumburg ein großartiges Abenteuer.



Die Auswirkungen des Höhentrainings sollten Kraftausdauer, Schnelligkeit und Bewegungskoordination sein. Nun plagen mich Muskelkater, Blasen an den Händen und ein Selbstvertrauen, das an einem seidenen Faden hängt.
Weimar wir kommen! Villa

20.09.10

Phillippnase

Rennbericht von Phillipp



Borgen bringt Sorgen, ich weiß.

Aber bloß gut, dass ich meinen Helm beim ersten Winzerlaer Seifenkistenrennen einem jungen Mann mit einer Art Dreirad lieh. In der ersten Kurve schon lag sein Gefährt auf der Seite und der Helm war um eine ordentliche Schmarre reicher. Glück gehabt. Er war so freundlich, ihn mir durch einen Fahrerkollegen in letzter Minute wiedergeben zu lassen, und so konnten wir unsere Fahrt noch pünktlich mit per Los zugeteilter Startnummer 6 antreten. Nicht ganz so viel Glück hatte ich mit meiner Schutzbrille, die wurde mir zwar jedes Mal eilig am Ziel von Mitstreitern des Organisatoren-Komitees abgenommen, damit andere Fahrer auch regelkonform bebrillt die sehenswerte Winzerlaer Wasserachse herunter düsen konnten, am Schluss aber (was hatte ich erwartet?) bekam ich sie nicht zurück.

Aber was soll’s! Dabeisein ist schließlich alles!

Nachdem wir gut 3 Wochen unermüdlich nach Feierabend und an den Wochenenden an unserem Seifenkisten-Flitzer geschraubt und geschliffen hatten, haben wir heute an unserem Premierentag doch so manches Lob dafür bekommen. Viele wollten gar nicht glauben, dass wir alles selbst gebaut haben. Aber die eifrige Villa hat ja alles auf ihrer Blogseite dokumentiert.

Das Rennen selbst, war ganz prima abgesichert und auch die Streckenführung konnte begeistern. Immerhin… bei welchem Seifenkistenrennen darf schon angeschoben werden?

Allerdings war die Veranstaltung einfach zu lang. Ehe so die Siegerehrung als letzter Akt begann, hatte sich ein Großteil der Zuschauer auf den Heimweg gemacht, und auch unser jüngstes Teammitglied Lina hatte nach gut 5 Stunden einfach die Nase voll, und mochte die uns auf dem Heimweg eilig nachgetragenen Trostpreise (?) nicht mehr. Zugutehalten sollte man ihr allerdings, dass sie die letzten Tage mit Scharlach zu kämpfen hatte, und ihr die Seifenkistenbauerei wohl auch noch ein wenig in den achtjährigen Knochen steckte. Ich vermute mal, sie hatte ein wenig auf den Titel „schönste Seifenkiste“ spekuliert, aber den gewann ein Team mit einigen großen Spinnen auf ihrem scharlachroten Boliden. Da muß man auch mal aufrichtig gratulieren!

Am Ende durften wir uns immerhin über 6 Stck. Thüringer Waldquell-Gläser freuen. Und, wer weiß, vielleicht bauen wir ja nächstes Jahr eine passende Schrank-BAR mit Rädern dazu. Eine Brille dafür können wir sicher ausleihen.

Veranstalung: 1. Winzerlaer Seifenkistenrennen
Zeit: 18.09.2010 12:00-17:30 Uhr
Team: Jena lebt , Lina Rabea-Villa-Phillipp
Spaßfaktor: hoch
Lernfaktor: jede Menge, sollte in Schulen ein Projekt sein
Das Beste daran: unsere 1. Seifenkiste, gemeinsam packen wir (fast) alles

Phillipp




Danke Phillipp und weil es so schön war, gibt es noch dieses kleine Video zur Erinnerung.

19.09.10

Das große Rennen

Am Freitag vor dem Renntag haben Phillipp und ich nochmal einen Urlaubstag geopfert, um die letzten Arbeiten zu verrichten. Sehr nett war die Begegnung mit Bernd Adam, der auch ein phantastischer Fotograf ist und von seinem letztem Urlaub in den Nationalparks Afrikas schwärmte. Er hatte die Aufkleber nach unseren Wünsche gestaltet und das sorgfältige Anbringen dauerte zwei Stunden. Es zeigte sich, dass die tagelange Spachtel- und Schleifarbeit sich gelohnt hatten. Wir hatten glatte Flächen.
Viele Kleinarbeiten waren noch vonnöten (besonders das Heißluftbiegen einer Plexiglasscheibe für die Windschutzscheibe), sie verzögerten unseren Probestart bis in den frühen Abend.

Endlich gegen 18.00 Uhr verluden wir die Kiste in den Transporter und starteten zur ersten Probefahrt am Heiligenberg. Es war ein berauschendes Gefühl, am Bach entlang das erste Fahrgefühl zu entwickeln. Leider stellte sich dabei heraus, dass sich die Vorderachse leicht nach oben bog und an der Karosserie schrammte. Also zurück in die Werkstadt und den Fehler beheben. Noch vor Mitternacht schweißte mein unermüdlicher Chefkonstrukteur zwei Türgriffe über die Achse. Völlig verfroren und total übermüdet, versuchte ich ihm dabei zu helfen. Mitternacht war es dann soweit, wir erklärten den Seifenkistenbau für beendet und fuhren für eine Mütze Schlaf nach Hause.

Die Strecke Wasserachse Winzerla empfing uns im Sonnenschein und nach Anmeldung und Startgeldbegleichung wurde uns unsere Starternummer, die Sechs, zugewiesen. Nun kam die Stunde der Wahrheit, würde unser Teil vor den gestrengen Augen des TÜVs bestehen? Es gab keine Beanstandungen und so begaben wir uns zur offiziellen Einweisung und einer Streckenbegehung. Inzwischen war auch schon ein großer Teil unserer Fangemeinde aus Nah und Fern an der Stecke erschienen und wir bedanken uns recht herzlich bei Familie und Freunden. Während der oft langen Wartezeiten kam es zu vielen Fachsimpeleien unter den Tüftlerkollegen und wir staunten, wie kreativ alle Teilnehmer waren. Auch sahen wir die eine oder andere Problemlösung, die wir beim Seifenkistenbau gut hätten gebrauchen können. Allerdings nervten uns zunehmend die unterschwelligen Unterstellungen, wir hätten unsere Kiste nicht selbst gebaut. Gut, dass ich den Werdegang genau dokumentiert habe. Wir hatten hohe Ansprüche an uns und den Bau und ich glaube, wir können zurecht stolz auf unsere Leistung sein.

Sehr gut war die ganze Veranstaltung organisiert und wir danken allen Beteiligten aus dem Stadtteil Winzerla. Vielleicht entwickelt sich ja eine Tradition daraus und es wird als Bereicherung angenommen. Die Strecke eignet sich prima dafür.

Hier ein paar Schnappschüsse von den Fahrerkollegen. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt, mein Favorit war das gefleckte Kuhmobil.

Hier der schnellste Flitzer. Da passte einfach alles für eine schnelle Zeit. Glückwunsch!

Dies war die schönste Seifenkiste nach dem Willen der Jury. Glückwunsch!

Das Fahren selbst war ein riesiger Spaß für uns. Beim 1. Durchgang starteten Phillipp und Villa, beim 2. Durchgang Phillipp und Lina Rabea. Immerhin in unserer Altersklasse 3 hat es für den 3. Platz gereicht. Leider sind nicht alle Rennboliden ins Ziel gekommen, aber Gaudi hatten sie alle - vom Kleinkind bis zum Rollatorgeschwader.

Die Auswertung zog sich sehr in die Länge, da besteht im Falle einer Wiederholung eindeutig Verbesserungsbedarf. Fototermine und Interviews gehören nun mal zum Rennsport und bis zur Siegerehrung gab es reichlich davon.

Völlig ausgehungert verlegten wir unsere Aftershowparty auf den Jenaer Markt. Dort findet der traditionelle Herbstmarkt statt und die österreichische Skaband Russkaja hatte ihren großen Auftritt. Die treibende musikalische Mischung war für mich genau das Richtige, um die Anspannung der vergangenen Tage abzubauen. Russkaja -Psychotraktor muss man einfach live erleben. Letztes Jahr in der Kulturarena und gestern auf der Marktbühne waren sie umwerfend. Wir haben den Kosmos erreicht, meinte der Sänger, ich bin auch ein wenig froh, dass sich mein Kosmos nun nicht mehr nur um die Seifenkiste dreht.

Riesengroßen Dank an Phillipp! Du hast dein Versprechen vom letztem Jahr gehalten. Wir haben die Seifenkiste gebaut und sie ist toll geworden.
Villa, Team Jenalebt

16.09.10

Der letzte Schliff

Nur noch der Freitag bleibt uns, der Seifenkiste den letzten Schliff zu verpassen und das Teil zu testen. Aus Sicherheitsgründen hat Phillipp die Stempelbremse gegen eine Felgenbremse getauscht. Gut so!

Villa im Lampenfieber

14.09.10

Seifenkistenbau - Kurz vor Ultimo

Letztes Wochenende hat mir mein Sonderstreckenposten Biggi Aufnahmen der Streckenführung des Seifenkistenrennens in Jena-Winzerla gemacht. Es wird schwierig, unser Doppelgefährt durch die kurvige Strecke zu lenken. Auch die Bremsen müssen dem Gefälle standhalten. Für die rasante Schussfahrt werden 100 Ballen Stroh, 200 m Plasteabsperrzaun, ein Krankenwagen mit zwei Sanitätern vom DRK und Security-Leute sowie Freiwillige und Mitarbeiter der Veranstalter bereitgestellt. Die Rennstrecke wird zwischen 13 und 14 Uhr für eine Probefahrt freigegeben, während die eigentlichen Rennen ab 14.00 Uhr stattfinden. Das Rennfieber in unserem Fahrerlager ist durch die Frage der Tauglichkeit unserer tollkühnen Kiste noch arg gebremst. Endlich haben wir geeignete Räder. Freitagabend trafen die georderten zwei Lastenanhänger im Rennstall ein und ich glaubte nun rollt die Kiste. Aber mein Chefkonstrukteur Phillipp bekam Probleme mit einem Radachsen-Feingewinde. Seine Aussage, die Räder müssten fluchten, war mir unverständlich und da er mich wieder mit Schleifarbeiten beschäftigte, wollte ich lieber flüchten.

Erneut wurden die kleinen Löcher und Dellen verspachtelt und geschliffen. Samstag im Baumarkt wollten wir nun den Farblack und den schützenden Klarlack kaufen. Bei der Farbauswahl sind immer Emotionen im Spiel und ich hatte mich in eine Vespa-Retro-Racing-Farbe verguckt, sportlich und formvergrößernd. Die Unsitte, immer nur ein Stück des gewünschten Artikels vorrätig zu haben und der Satz "das können wir bestellen", bescherte uns eine vergebliche Einkaufstour. Kurz vor Zwölf Uhr mittags erwischten wir in einem Jenaer Autohaus den Maler- und Lackierermeister Karsten Schumann, der uns trotz Umbaustress und Wochenendlaune aus fünf Farbkomponenten das gewünschte Pastellbeige (kein Taxi- oder Krankenwagenbeige) für die Karosserie elektronisch zusammenmischte. Auch der 2-Komponenten-Klarlack gehörte zu unserer Ausbeute.

Unterstützt wurden wir, sowohl moralisch als auch mit Lebensmitteln, an diesem arbeitsreichen Wochenende von unseren Familien. Besuche im Fahrerlager waren immer gerne gesehen und wir wurden ausgezeichnet mit Delikatessen versorgt.
Waren es mein kraftloser Schleifarm oder die zu guten Speisen? Als wir uns zu einem Probesitzen am Samstagabend wie die Ölsardinen in den Flitzer quetschten und sich mein Po-tenzial im Wageninneren ausbreitete, war uns der Ausstieg nicht mehr möglich. Minutenlang lachend und weinend zugleich sah mein Rauskommen schließlich doch sehr unelegant aus. Am Renntag hoffe ich nun auf starke Boxenluder (gibt es davon auch eine männliche Form?), die mir betagtem Mädchen unauffällig aus der Soap Box helfen.

Am späten Sonntagabend, zur heiligen Tatort-Zeit, erfolgte die erste klitzekleine Probefahrt. Die Räder haben die Spur gehalten, der Lenkeinschlag ließ einen gewissen Kurvenradius zu und wir hatten die Kontrolle über die Seifenkiste.


Viel Zeit bleibt uns nicht mehr, unseren Windkanalflitzer in die Königsklasse der Seifenkisten zu führen, es ist kurz vor Ultimo - Villa