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05.05.12

Hoher Kreativitätsfaktor beim Rennzirkus in Weimar

Der Ortswechsel des Spacekidheadcup am 1. Mai in Weimar von der Belvederer Allee zur Carl-August-Allee war in zweifacher Hinsicht spannend. Zum einen war der Zuschauerzuspruch mit etwa 2.500 Schaulustigen noch größer als im letzten Jahr, zum anderen fand parallel dazu, in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Bahnhofsvorplatz, die Anti-Nazi-Protestaktion "Weimar bleibt bunt" statt.

Unsere sehr zeitige Anreise in die Nachbarstadt sicherte uns die Teilnahme an beiden Veranstaltungen. Nach zügiger Abfertigung und Erhalt der Soap Box TÜV Plakette und der Anmeldung bei den fleißigen Helfern des Org-Teams, konnten wir den Flitzer im Fahrerlager entlang der Allee abstellen.


Das Weimarer Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus hatte aufgerufen, gegen den geplanten Neonazi-Aufmarsch an diesem Maifeiertag zu protestieren. Die Stadt Weimar verbot im Vorfeld den braunen Aufzug durch die Innenstadt, musste aber eine Standortkundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz hinnehmen. Nach Polizeiangaben waren ca.700 Protestteilnehmer gekommen, darunter auch viele Jenaer, die sich den angereisten Nazis entgegenstellten. Stunden später wurde die Kundgebung der Rechten aufgelöst, weil sie die Auflagen der Versammlungsbehörde nicht erfüllen konnten, ausreichend nicht vorbestrafte Ordner zu stellen. Gut, dass sie ihre rassistische Ideologie nicht unters Volk bringen konnten und wie Christoph Matschie während der Kundgebung richtig sagte, es ist wichtig, Gesicht gegen Rechts zu zeigen. 



Zum Rennverlauf
Die Strecke an sich war weniger spektakulär als im letzten Jahr, eine gerade abschüssige Allee mit kleiner Startrampe und im Auslauf zum Ziel eine Strohballen-Schikane. Dennoch musste man den Wagen auf Ideallinie halten, um eine optimale Zeit zu erreichen. Dass uns dies gelang, zeigte unsere schnelle Zeit von 24,3 Sekunden, die uns den zweiten Platz in der Speedwertung sicherte.
Merci, an alle Helfer entlang der Strecke. Ihr habt hervorragende Arbeit geleistet, als Starthelfer, Streckenposten, Zeitnehmer und Musikbeschaller, um die über 60 Boliden sicher ans Ziel zu bringen.
Besonders das charmante Moderatorenteam (Studenten des 4. Semester Medienkultur) Merle Hagelücken und Wilhelm Stroppek haben zum fröhlichen Ablauf der Veranstaltung viel beigetragen.


Viele Kinder-und Erwachsenenträume gingen an diesem Tag in Erfüllung. Die manchmal zermürbenden Anstrengungen beim Bau der Flitzer, das Herzblut und die Fantasie, die man in Design und Aerodynamik steckt, endeten in Spaß und der Schönheit der Bewegung. Die Ansätze beim Bau konnten nicht unterschiedlicher sein und wir haben wieder so viele schöne, kreative, selbst gebaute Rennautos gesehen.
Wer mehr tolle Fotos vom Rennverlauf sehen möchte, kann sich in der Bildergalerie der "Thüringer Allgemeine" umschauen und es ehrt uns natürlich ungemein, dass unsere Kiste "Jenalebt" als Aufmacherfoto des Zeitungsberichtes abgebildet ist.


Mein Mitgefühl an diesen Tag hatte das rote Maimobil. Die Burschen bekamen große Probleme beim Feintuning ihrer Räder. Sie konnten das schöne Wetter und die entspannte Stimmung kaum genießen, ständig bastelten sie noch am Wagen herum. Beim zweiten Start fuhren sie dann einfach auf den Felgen die Rennstrecke herunter und kamen auch ins Ziel. Klasse!



Bei so einer aufgeschlossenen Veranstaltung lernt man immer interessante Menschen kennen. Unsere Boxengassennachbarn kamen aus Leipzig und hatten schon viel Rennerfahrung. Unser Pausenquartier war das kleine Gasthaus "Bratwurstglöck'l" an der Rennstrecke und mit dem Inhaber, Herrn Noster, hatten wir sehr lustige Momente. Von dort aus sah ich auch ein perfekt gestyltes Mädel in der Menge und ich machte mich auf, sie zu suchen. Wie sich herausstellte, war es Molla Mills ( Meet A Girl with Talented Hands, Creative Mind and Finnish accent), finnisches Model und Produktdesignerin, spezialisiert auf den fünfziger Jahre Stil. Außerdem eine sehr aktive Bloggerin. Sie posierte gerne für mich und wir hatten ein nettes Gespräch. Ich liebe solche Momente der unverhofften Begegnung.



Großen Dank noch mal an meine Teammitglieder Lina und Phillipp.
Villa ist stolz auf euch!

07.06.11

Traumautos?

Von Cuentacuento

Jetzt übertreibt sie aber doch ein bisschen, dachte ich und meinte Villa. Vor dem Hotel, in dem sie abgestiegen war, standen fünf oder sechs Rolls-Royce Stoßstange an Stoßstange. So etwas habe ich noch nicht mal vor dem Adlon gesehen – dass die luxuriösesten der Luxus-Karossen nicht mehr in die Tiefgarage passen, sondern wie normalsterbliche Autos am Straßenrand parken müssen. Da ich mich nicht so leicht beeindrucken lasse von Dingen „that money can buy“ fragte ich später den Taxifahrer, der uns zu „unserem“ Hotel brachte: „Sagen Sie mal, stehen die immer da? Ist das Dekoration?“ – „Nein“, klärte er uns auf, „die nehmen wohl an dieser Rallye teil.“ Und später konnte ich es dann auch in der Zeitung nachlesen: Die Mitglieder der Schweizer Sektion des "Rolls-Royce Enthusiasts' Club" sind im Osten Deutschlands unterwegs. Ihre Tour, genannt "Thüringen-Sachsen-Rallye 2011", begann am Himmelfahrtstag. Noch bis Pfingstsonntag sollen weltweit bekannte Ziele in Thüringen angefahren werden.


Je nun, die schöne Thüringer Landschaft hat es verdient, dass auch Schweizer – und selbst solche mit Rolls-Royce – sich an ihr erfreuen. Und Villa, der Frühaufsteherin, gönne ich es von Herzen, dass sie sich am Anblick der morgens um sechs den Lederlappen schwingenden Rolls-Royce Fahrer erfreuen konnte. Oder jedenfalls will ich doch hoffen, es waren die Fahrer (Besitzer) höchstpersönlich, die da wienerten, putzten und auf Hochglanz brachten. So viel Sportsgeist möchte wohl sein! Oder funktioniert das wie mit den Schuhen, die man zum Putzen vor die Zimmertür stellt, so mit den Autos, die man zum Putzen vor die Hoteltür…???

cuentacuentos

Jenseits der Sehnsucht

Von Cuentacuento

Waren wir „jenseits der Sehnsucht“, als wir uns auf der Terrasse vor der Gastronomie der ACC Galerie Weimar niederließen? Fast. Wenn einem vom Laufen die Füße wehtun, und man durstig ist, hat man eigentlich nur noch zwei Wünsche: Füße hochlegen und etwas Erfrischendes trinken. Aber nicht nur profane Touristenbedürfnisse, sondern auch die Ausstellung „Jenseits der Sehnsucht“ hatten uns hierher gelockt. Zum 16. Mal führt die ACC Galerie Weimar ihr Atelierprogramm durch und zeigt vom 13. Mai – 19. Juni 2011 die Arbeiten der Stipendiaten.

Die Nähe zur Bauhaus-Universität ist überaus passend zu den Gemälden der Argentinierin Leila Tschopp. Seit 2006 hat die Künstlerin verschiedene Projekte entwickelt, die Malerei mit dem realen Raum, Architektur und Szenografie verbinden. Ihr spezielles Interesse gilt Bauwerken aus den 20er- bis 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ihren Deutschland-Aufenthalt nutzte Leila Tschopp, um die Satellitenstädte Halle-Neustadt und Gera-Lusan zu bereisen und sich auf die Spuren Oskar Schlemmers zu begeben. Es entstanden erste Ideenskizzen. Zu erwarten sind Gemälde und Installationen, in denen sich Vergangenheit und Gegenwart kreuzen, wobei der Blick bewusst nach vorn gerichtet bleibt, die Idee der Moderne als Utopie wieder aufgegriffen wird, um die Gegenwart neu zu durchdenken. Die jetzt gezeigte Installation aus architektonischen Elementen, Leinwänden und Wandgemälden, die den Betrachter in einen fiktionalen Raum versetzen sollen, vermittelt einen ersten Eindruck.

Christoph Ziegler, hatte sich mit der Installation „Utopisches Institut Weimar“ um das Stipendium beworben. Auch sein künstlerisches Interesse geht vom urbanen Raum und dem Spannungsfeld zwischen Mensch und Architektur aus und untersucht das Streben nach Fortschritt und Perfektion im Widerstreit zu den individuellen Bedürfnissen und den aus ihnen entwickelten Überlebensstrategien, die durchaus darin bestehen können, etwas auf die einfachste Funktionalität herunter zu brechen. Und was könnte einfacher sein als ein Institut, das nicht mehr ist, als eine aus rohen Brettern gezimmerte „Gartenlaube“, in der man Fachliteratur ausleihen und arbeiten kann? Mehr beeindruckte uns aber seine Installation „Moebling“ (2010), bestehend aus einem Objekt, einem Video und einer Serie von Fotografien. In „Moebling“ inszeniert sich der Künstler selbst: ein Schattenboxer in seinem ästhetisierten Kampf, in der Auseinandersetzung mit der ihn umgebenden Einrichtung und deren vorgegebener Funktion. Dabei entstehen kritisch-ironische Konstruktionen und Assemblagen. Es geht um die Legitimierung des Körpers als Experimentalorgan. Bei der Verflechtung von Körper und Möbel eröffnen sich Zwischenräume, in denen der Körper zum Experiment wird bei der Suche nach einer wenn auch unbequemen Lösung.

Kathrin Schlegel untersucht in ihren ortsbezogenen Installationen und Interventionen die subtilen Rituale des Zusammenlebens und die Mehrdeutigkeit standardisierter Umgangsformen. Bezogen auf die Weimarer Geschichte und deren Spiegelung im Stadtraum und mit einer deutlichen Reminiszenz an Vanitas-Stillleben arrangierte sie die beiden vermeintlich falschen Schillerschädel in einem Zwiegespräch. Die Künstlerin weist darauf hin, dass es sich hier nicht um die „originalen falschen“ Schädel, sondern um die „falschen falschen“ Schädel handelt, um eine Fiktion von der Fiktion. In Szene gesetzt wird ein endgültiges, nur in der Vorstellungswelt existierendes Zwiegespräch. Ähnlich hintersinnig und doppeldeutig ist die Performance, ausgeführt auf Schloss Plüschow von authentischen Charakteren der Region um die Wismarer Bucht „Ein Seefahrer und ein Kettenraucher spielen eine Kerzenlänge Schiffeversenken“, in der Ausstellung als Videoarbeit zu sehen. Kathrin Schlegel führt den Aberglauben, dass ein Seefahrer stirbt, wenn man eine Zigarette an einer Kerze ansteckt, ad absurdum. Durch die melodramatische Inszenierung des Spieles «Schiffeversenken» auf dem Dachboden des Schlosses Plüschow bekam das Spiel den bedrohlichen Charakter eines Duells auf Leben und Tod, während die Kerze sich verzehrt.

Vorher die Füße hochgelegt und etwas in der Gastronomie „verzehrt“ zu haben, wirkt sich übrigens ermäßigend auf den Eintrittspreis aus. Ich weiß nicht, ob sich vorheriger Ausstellungsbesuch auch ermäßigend auf den Getränkepreis ausgewirkt hätte. Auch Sprichworte wie „Erst die Arbeit, dann…“ sollte man mal ad absurdum führen.

Kleiner Nachtrag: Der Jenaer Politik- und Literaturwissenschaftler Fabian Beigang hält heute (7.6. 2011 20.00 Uhr) zur aktuellen Ausstellung einen kritischen Vortrag über Facebook, Apple, Google & Co. Thema "Neue utopische Räume oder lauter "Große Brüder"?
Villa

Hans-Christian Schink im Neuen Museum Weimar

Von Cuentacuento

Seit dem 8. April und noch bis zum 13. Juni zeigt das Neue Museum Weimar die Ausstellung „Hans-Christian Schink - Fotografien 1980 bis 2010“ und bietet damit einen beispielhaften Überblick über die verschiedenen Werkgruppen eines der bemerkenswertesten international arbeitenden Fotografen unserer Zeit.

Mit dem Fokus auf vier thematischen Schwerpunkten, zeigt diese Werkschau hauptsächlich großformatige Fotografien aus den Serien „Wände“ (1996-2005), „Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“ (1998-2003), die 2004 auch als Bildband verlegt wurde und international Beachtung fand, außereuropäische Landschaften sowie das Projekt „1 h“.

Menschenleer sind Schinks Interieurs und Landschaften, und Letztere liegen unter einem gleichsam leeren Himmel. Dies erfordert Geduld bei der Auswahl des geeigneten Materials, Geduld beim Warten darauf, dass der Himmel verschleiert aber nicht verhangen ist oder, wie bei den „Verkehrsprojekten“, der letzte Bauarbeiter die Baustelle verlassen hat. Belohnt wird diese Geduld durch eine nachdenkliche Stille, die nicht durch Kontraste zerrissen wird, durch die zarten Pastelltöne, mit denen sich die Antarktis, die peruanischen Tempel und vietnamesischen Wälder fotografisch zeichnen lassen.


Die Tageslichträume des Neuen Museums Weimar bieten einen optimalen Rahmen, zumal man darauf verzichtet hat, so viel wie möglich zu zeigen. So dienen einige Stücke aus den frühen Zyklen „Leipziger Bäder“ (1988), und „Pjönjang Metro“ (1989), welche die großen Wandgemälde im Gewölbe der Metrostationen gleich Altarbildern inszeniert, zur Vervollständigung der Werkschau, die einen Eindruck vom beachtlichen Spektrum dieses Fotografen vermitteln und gleichzeitig dessen Handschrift erkennen lassen soll.

Hans-Christian Schink, 1961 in Erfurt geboren, studierte von 1986-1991 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, zu deren Meisterschülern er in den zwei folgenden Jahren zählte. Die Serie „LA Night“ entstand 2002-2003 während eines Aufenthaltsstipendiums der Villa Arosa in Los Angeles. 2008 wurde Schink für die Serie „1 h“ mit dem „REAL Photography Award“ ausgezeichnet. Inspiriert durch das Foto „Black Sun“ (1955) des amerikanischen Fotografen Minor White und die dabei verwendete Technik der Solarisation, schuf Hans-Christian Schink eine Bilderfolge mit Belichtungszeiten von jeweils genau einer Stunde. Über Landschaften, deren Breiten- und Längengrad jeweils genau angegeben ist erscheint im Verlauf der ebenfalls genau angegebenen Stunde die Sonnenbahn wie ein fremdartiges Flugobjekt mit variierender Länge und Neigungswinkel. Die fotografisch „festgehaltene“ Zeit lässt auch die unter der Solarisation liegende Landschaft seltsam erstarrt und unwirklich erscheinen.

In größerem Umfang wird die Werkschau anschließend im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst in Duisburg gezeigt. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen:
Hans-Christian Schink - Fotografien 1980 bis 2010
Hatje Cantz Verlag, 2011
180 Seiten | 38,50 EUR
ISBN: 978-3-7443-0150-3

Online können Bilder aus den oben erwähnten Serien und mehr auf der Webseite der Galerie Rothamel angeschaut werden.


Diese Schink-Retrospektive sollte man sich nicht entgehen lassen.
Dank an Esau75 für den wertvollen Tipp und den Berlinern für das schöne Weimar Treffen.
Villa

02.05.11

Bunte Vielfalt beim Spacekidheadcup in Weimar

Inzwischen eine feste Institution ist der am 1.Mai stattfindende Spacekidheadcup an der Strecke zwischen sowjetischem Ehrenfriedhof und Belvederer-Allee-Kurve in Weimar. Diese Veranstaltung (auf Non-Profit-Basis) wird von den Studierenden der Bauhaus-Universität organisiert. Das erste Rennen fand zu Ehren von Juri Gagarin, der 1961 als erster Mensch ins Weltall flog, vor 21 Jahren statt.
Auch in diesem Jahr sollte die Veranstaltung zu einem entspannten kreativen Happening geraten.

"Pimp my Ride" war unsere Aufgabe am Vortag. Die Seifenkiste hatte den Winter gut überstanden und wurde mit einem eleganten, roten Sitz aufgemotzt. Ein ausgedienter Mensastuhl, etwas Schaumstoff und rotes Kunstleder, fertig war die Laube. Ein kleines Sicherheitstraining absolvierte unser jüngstes Teammitglied Lina Rabea.


Angenehm lässig wurden auch die skurrilsten Gefährte auf Fahrttüchtigkeit überprüft, das begehrte TÜV-Siegel war kein Problem. Solange keine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben ausging, wurden auch die grenzwertigsten Mobile mit studentischer Unbekümmertheit durchgewunken. Herrlich! Die charmanten Moderatoren meinten, frühe Startnummern wären mit Sicherheit keine Hochschüler, die würden vor Mittag eh nicht aus dem Bett kommen (unsere Startnummer war die 14 von 53).


Im Fahrerlager fachsimpelten wir mit anderen Piloten und staunten über ihre Fantasie und ihr unerschöpfliches Improvisationstalent.


Jede Menge Schaulustige aus Weimar und dem Rest der Welt säumten die Strecke. Spaß und Schönheit in der Bewegung hatte auch eine Abordnung aus der freien Universität Bozen, die mit ihrem Grasmobil zwar nicht heil im Ziel ankam und ihre phantasievollen Kopfbedeckungen verlor, aber echte Teamfähigkeit bewies.

Mein Favorit waren die vier Kinder, die mit roten fahrbaren Pappbuchstaben das Wort LOVE den Berg runterrollen ließen. Sie gewannen auch einen Preis für die beste Show.

Nicht alle schafften das Gefälle der Startrampe, manche bretterte es unterwegs in die "Banderole" oder sie trugen ihren Untersatz einfach ins Ziel. Auch ein aus zwei Bodenstaubsaugerm konstruiertes Mobil musste der Steckenführung Tribut zollen. Recht flott war die ganze Abwicklung, nach dem ersten Show-Durchgang folgte eine Zeitmessung im 2. Durchgang.

Das Rennen war ein großartiges Erlebnis und für unsere gute Platzierung (drittschnellste Zeit) wurden wir mit einem tollen Buch über 20 Jahre Weimarer Seifenkistenrennen belohnt.

Großes Kompliment an die Studenten der Bauhaus-Uni Weimar. Ihr habt mit großem Idealismus, Witz und Charme all den fröhliche Menschen ein tolles Fest organisiert.

Team: Jenalebt
Wie immer: Doppelklick macht Bilder groß

20.06.10

Kulinarischer Wahnsinn

Die bestehende Verknappung der Fischreserven zwingt die Wissenschaft nach Alternativen zu suchen. Neue pflanzliche omega-3-Fettsäuren, z.B. wegerichartiger Natternkopf (Echium), waren Bestandteil einer "Humaninterventionsstudie zum Metabolismus und kardiopräventiver Wirksamkeit pflanzlicher omega-3-Fettsäuren". Zwölf lange Wochen plagte ich mich war ich Studienteilnehmer an der Biologisch-Pharmazeutischen Fakultät der Universität Jena. Gewaltig unterschätzt hatte ich meinen Aufwand dafür. Blutabnahmen, Urinsammlung, Körperfettmessungen, Basiskost, Fischverbot, Ernährungprotokolle waren dabei nicht das Problem. Die tägliche Test-Öl-Einnahme (17g) fiel mir zunehmend schwerer.
Am Ende ekelte ich mich vor allem, was nach Öl aussah oder schmeckte. Die Reglementierung meiner Essgewohnheiten fiel mir auch nicht leicht. Letzte Woche endete das selbst gewählte Elend und ich erfüllte mir einen lang ersehnten Wunsch. Einmal, einmal nur wollte ich in den höchsten Thüringer Koch-Olymp aufsteigen.

Seit 1993 wirkt in der Kunst-und Kulturstadt Weimar ein italienischer Künstler am Herd und der exzellente Ruf des Gourmet-Restaurants "Anna Amalia" weckte meine Begehrlichkeit.
Quartier nahmen wir in einem der ältesten Hotels der Stadt, dem "Grand Hotel Russischer Hof". Das Hotel übermittelt in all seinen Räumen die wechselvollen Geschichte und das kulturelle Leben der Klassikerstadt. Sehr schöne Bilder hingen in unserem Zimmer und wir entspannten uns vor unserem Gourmet-Abenteuer.


Zahlreiche Auszeichnungen erkochte sich der Chef de Cuisine Marcello Fabbri und seine Mannschaft. Der "Feinschmecker” kürte das “Anna Amalia” zu einem der besten Restaurants Deutschlands und vom Gault-Millau erhielt es 17 (von 20) Punkte. Bereits zum sechsten Mal in Folge
bekamen sie einen Stern in der "roten Bibel" von dem Restaurantführer Guide Michelin. Ich war so aufgeregt vor dem Hotel "Elephant", dass mir jeder Appetit abhanden gekommen schien.
Daran, dass ich die raffinierten Köstlichkeiten während der fünf Stunden genießen konnte, hatte der professionelle und charmante Service einen großen Anteil. Besonders der sehr unterhaltsame und fachkundige Restaurantleiter und Sommelier Roman Drobeck nahm mir jede Scheu und wir plauderten über meine Vorliebe für Saale-Unstrut-Weine.

Die Fotos lassen erahnen, wie üppig und kunstvoll mein Degustationsmenü war. Zu dem Feuerwerk der sieben Gängen kamen noch zahlreiche Grüße des Hauses aus der Küche und ich war von der Qualität restlos begeistert. Ich habe noch nie so großartige Speisen auf meinem Gaumen zergehen lassen und auch die begleitenden Weine waren sehr fein gewählt.

Im Gourmet-Himmel angekommen Villa

18.04.10

1. Weißweinparty in der Villa Haar Weimar


Bei blauem Himmel und viel Sonnenschein war unser Flanieren durch Weimars Innenstadt das reinste Vergnügen. Im Schlossmuseum beobachteten wir Filmaufnahmen, die nach Bollywood aussahen und in Weimars ältesten, heute noch bestehenden Kaffeehaus, dem Residenz-Café, erholten wir uns vom Stadtrundgang.
Die Schönheiten der Ilmauen betörten Johann Wolfgang von Goethe so, dass er dort mit seinem Freund Herzog Carl August den Ilmpark anlegte und in diesem grünen Herzen der Klassikerstadt steht sehr idyllisch die Villa Haar. Sie bot den perfekten Rahmen für das Landesweingut Kloster Pforta, dort seine Weißweinparty auszurichten.


Das Weingut und ihr sympathischer Geschäftsführer Christian Kloss hatten befreundete und ihnen bekannte Winzer eingeladen, die die für sie typischen, charakteristischsten Weißweine vorstellen sollten. Für uns als Freunde der heimischen Weine eine gute Gelegenheit, auch mal über den regionalen Gläserrand zu schmecken. Auf dem sehr gut vorbereitet Weinführer lasen wir die Beschreibungen und Herkunft der edlen Tropfen und wählten aus. Klare Mineralität, würzige Nuancen, Klarheit in der Fruchtstruktur, nach dem strengen Frost 2009 eine Rarität, mit leuchtendem Gelb und zartrosafarbenen Glanzlichtern und so weiter waren die wohlklingenden Anreiz-Beschreibungen. Jeder von uns hatte seine eigenen Favoriten und als ich Christian Kloss nach seinem befragte, meinte er, die eigenen Kinder sind immer die liebsten. Schwere Arbeit war dieses Probieren und ohne das 3-Gang-Dinner-Büfett hätten wir wohl bald unter den Tischen gelegen. Als wir nach Mitternacht nur noch zwischen Wein und Wasser unterscheiden konnten, verlegten wir uns aufs Tanzen. Radiomoderatorin Wenke Weber von Antenne Thüringen hatte eine gut sortierte Musik-Auswahl und konnte auf alle Musikwünsche eingehen.
Sehr feine Weine, gute Stimmung und ein tolles Ambiente ließen die 1. Weißweinparty Thüringens zu einem vollen Erfolg werden und das Weingut Kloster Pforta besuchen wir bestimmt in diesem Jahr.
Villa


17.04.10

Sterne-Hotel für die Guten

Dieses schöne Insektenhotel haben unsere Kinder gebaut. Für die einzelnen "Zimmer" wurden Baumscheiben, Schilfrohr und andere Naturmaterialien verwendet. Viele natürliche Insektenlebensräume sind durch unsere Eingriffe in die Natur verschwunden, dabei sind gerade die "Guten Insekten" wirksame biologische Schädlingsbekämpfer. Meinen Befürchtungen vor Stichattacken wurde entgegnet, die Solitärinsekten würden kein Revier verteidigen und auch nicht stechen. Gerade in diesen blühenden Frühlingstagen ist eine rechtzeitige Bestäubung verschiedener Pflanzen wichtig und dass die Gäste dieses Sterne-Hotel auch annehmen, sieht man an den mit Lehmverschlüssen belegten Brutröhren. Nicht nur dem Enkelmädchen, sondern auch Villa wurde praktischer Naturschutz plausibel nahe gebracht. Möge das fröhliche Summen und Brummen der "Guten" das Gleichgewicht in der Natur halten und sich Waldbienen, Schlupf-, Falten-, Grab- und Wegwespen oder Ohrwürmer und Co im Sterne-Hotel immer wohl fühlen.

Unser Sterne-Hotel an diesem Wochenende beherbergt uns in Weimar und ich freue mich auf den Spaziergang zur Villa Haar. Die Villa, nach italienischem Vorbild der Villa d` Este in Tivoli gebaut, liegt auf der nordöstlichen Anhöhe über dem Ilmpark unweit von Goethes Gartenhaus und richtet zum 1. Mal eine Weißwein-Party mit den besten Weißweinen Deutschlands aus.
Darauf bin ich gespannt und auf Weimar freue ich mich immer wieder.

Phillipp danke, dass du für heute Abend das passende Sterne-Hotel gebucht hast. Mein passendes Zitat für den Abend:
Ein Mädchen und ein Gläschen Wein, sind die Retter in der Not, denn wer nicht trinkt und wer nicht küßt, der ist so gut wie tot. (Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)


Villa

22.03.09

Weimar Kultur pur



Weimar war und ist für uns, unsere persönliche Stadt d’ amour.
Wir durchwanderten den Ilmpark, suchten in Goethes Gartenhaus die Originalschrift des Erlkönigs und wenn wir die nächste Kunitzrunde mit dem Fahrrad fahren (diese Stecke, auf welcher das Gedicht entstanden sein soll), werde ich an Christa denken, die aus dem Stand heraus das Gedicht rezitierten konnte, als wir auf dem Heili standen. Das Weimarer Schloss, mit seiner umfangreichen Gemäldesammlung ist immer ein Besuch wert. Ein Wein-Sanatorium habe ich entdeckt und sollte mich jemals jemand einweisen lassen, bitte nehmt diese Anstalt zu meiner Gesundung.
Die größte Freude für mich war allerdings, überall die Straßentransparente zu sehen, die auf ein besonderes Highlight der Weltkulturstadt 2008 hinweisen. Sommertheaternächte 2009, Romeo und Julia von William Shakespeare. Theater unter freiem Himmel, Theater inmitten der Stadt, Theater für alle! Und wer hat ein Engagement für dieses Stück beim Deutschen National Theater Weimar? Unser lieber M&M! An der zentralen Stelle des Ilmparks, am Stern haben wir uns schon mal vorgestellt, wie er mit seiner Tuba dieses große Werk der Weltliteratur begleitet. Wir hoffen stark auf Premierenkarten.


Unser Tageshöhepunkt an diesem Kulturwochenende war das One Man Musical "Orpheus" in einem kleinen Sz(k)enetheater "GalliTheater Weimar". Die Liebesgeschichte von Orpheus und Euryike äußerst charmant dargestellt, bei aller Spannung immer mit augenzwinkerten Humor, mit einer wunderbaren Leichtigkeit. Krspin Wich sang und spielte, begleitet von seiner Gitarre, verzweifelt, leidenschaftlich und immer schalkhaft durch diese dramatische Liebesgeschichte. Er gab Songs von Elvis Preley, Mick Jagger, Barbara Streisand, den Beatles und vielen anderen zum Besten und als er bei den Zugaben das Publikum nach einem Wunschtitel befragte, wünschte sich der Gatte "Staiway to Heaven" (Treppe zum Himmel) von der britischen Rockband Led Zeppelin.
Die Treppe zum musikalischen Musikhimmel haben wir auf der Ü30 Party in der Weimarhalle, die wir gegen Mitternacht noch besuchten nicht mehr erklommen. Gammelfleischparty, als Vorstufe zum Seniorenheim werden diese Events genannt und wir kamen mit der Musik auf den 6 Dancefloors nur bedingt klar. Bei der Latino&Salza Tanzfläche gab es zumindest was für die Augen und wir haben ein wenig unser Sportprogramm abgearbeitet. Die Welt ist ein Dorf und so staunten wir nicht schlecht, als wir im Tanzgetümmel auf Bekannte trafen, die ja längst noch nicht die 30 erreicht haben, auch sie war erstaunt uns zu sehen, aber Ü30 ist ja sehr dehnbar.

Schillers Dienstmädchen musste die Strecke nach Weimar noch zu Fuß gehen, Goethe fuhr immer mit der Postkutsche, wir sind locker in 20 Minuten dort.
Sich auf das Sommertheater freuend Villa

21.03.09

To-Do-Liste und BedJump für den Weltfrieden

Ganz spontan entschloss ich mich Samstag früh, den letzten Punkt auf meiner To-Du-Liste nicht auf die lange Bank zu schieben. Im März vor 40 Jahren inszenierten John Lennon und seine Ehefrau ihr "Bed-In" (Liegen für den Frieden) in einem Hotelbett in Amsterdam. Während der ahnungslose Gatte den Wochenendeinkauf erledigte, buchte ich ein sehr feines Hotel in meiner geliebten Doppelstadt Weimar. Um das Kraut fett zumachen, wurde es die Junior Suite, einem auf zwei Ebenen eingerichteten Turmzimmer mit Blick auf das berühmte Goethe-Wohnhaus und -Garten sowie in den Park an der Ilm. Hier und nur hier sollte mein erster BedJump stattfinden. Fast wäre das Unterfangen gescheitert, als der Gatte sich anfänglich weigerte diesen "Unsinn!!!" mitzumachen. Vermutlich hatte er Angst, ich würde wie John und Yoki die Federn zur Kampfzone erklären und er ergab sich seinem Schicksal.
An unserem Hotel war der Spruch von Goethe gemalt "Das ist das Angenehme auf Reisen, daß auch das Gewöhnliche durch Neuheit und Überraschung das Ansehen eines Abenteuers gewinnt". Nun an Überraschungen hatte ich noch einiges In Petto und ein Abenteuer war es für uns beide. Wie immer fügte ich die Hotelhausschuhe meiner Sammlung hinzu.
Gejumpt Villa