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27.02.11

Literarischer Weinabend in Dornburg

Die Redensart "Aller guten Dinge sind drei" brachte den literarischen Weinabend im Ratskeller Dornburg auf den Punkt. Angeregt durch den Restaurantbesitzer Frank Tischendorf fand am letzten Samstag eine Paarung von Genuss, Kriminalgeschichte und Wein statt. Unstruter Schneckensüppchen, Rinderfilet und Limonencreme waren die Zutaten aus der Küche des Hauses, Auszüge aus dem Debütroman "Krügers Erbe", erschienen im Greifenverlag zu Rudolstadt, verlas Autor Klaus Jäger und Winzer Wolfram Proppe rundete mit edlen Rebensäften aus Sonnendorf und dem Gleistal den Abend ab.
Genießerherz, was willst du mehr?
Autor Klaus Jäger, im Berufsleben Lokalchef der "Thüringer Allgemeinen" in Apolda, siedelt seine Krimihandlung im thüringischen Riedburg an und der Protagonist Peter Hartmann ist wie er Journalist. Die ausgewählten Textpassagen vermochten die Zuhörerschaft zu fesseln und auch nach mehreren Weinproben wurde es mucksmäuschenstill, wenn gelesen wurde.
Ebenso spannend waren aber auch die Ausführungen des sehr ambitionierten Winzers Wolfram Proppe. Als Kellermeister im Weingut Bad Sulza trägt der gebürtige Jenaer dort die Verantwortung. Gemeinsam mit seiner charmanten Lebensgefährtin Wencke Werra (die an diesem Abend die Wirtsfamilie tüchtig unterstützte) baut er seit 2006 aber auch 4000 Rebstöcke auf dem eigenen Weingut am großen Gleisberg Golmsdorf aus. Und das sehr erfolgreich, eine Goldmedaille bei der 18. Landesweinprämierung von Saale und Unstrut für seine "Kerner Auslese trocken" waren der Lohn. Dornbug ist ein Refugium alter Weinstöcke, meinte der Winzer, und er hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese erfolgreich zu kultivieren.
Gaumenlyrik waren die Jungweine an diesem Abend!
Villa
Dornburger Schlösser mit Weinreben

24.05.09

3. Thüringer Bloglesung im Markt 11


Lange musste ich bangen, dass der Termin der 3. Thüringer Bloglesung genau in Philipps, Cuentas und meine Urlaubszeit fällt. Mein Jubel war groß, als nun das endgültige Datum und Vorlesungsort bekannt gegeben wurde. Markt 11 habe ich gestern mal gecheckt, aber auf meine Nachfrage, wusste das Personal noch nichts davon. Ich werde mich auf alle Fälle am Samstag den 6.6. ab 19.00 Uhr dort einfinden und hoffe auf einen ebenso interessanten Abend, wie vor einem Jahr. Diese Veranstaltung hat meinen persönlichen Blogroll ungemein bereichert und ich lese heute mit Vorliebe die Blogs, der damals Vortragenden. Ich werde den Gatten mal ein wenig drängeln, dass er die Lesung in seinem Veranstaltungskalender aufgreift. Wenn auch Gäste von außerhalb lesen dürften, wäre Christa ein guter Kandidat.
Also ihr Lieben und Freunde der kulturvollen Unterhaltung, merkt euch den 6. Juni und seid bei der 3. Thüringer Bloglesung dabei! Ich verspreche euch: Es lohnt sich!!!
Phill. könnte mir ja wieder ein Cartoon zeichnen.

2. Thüringer Bloglesung



Was hatte ich erwartet, als ich Phillipp dazu überredete mit mir zur Bloglesung zu gehen?

Eine Nabelschau, Jahrmarkt der Eitelkeiten? Nein, ich hoffte auf einen unterhaltsamen Abend, wollte unbedingt den Textspeier live erleben und vielleicht auch ein wenig lernen, wie ich bessere Texte und Blogggestaltung betreiben kann. Unterhaltsam, doch unterhaltsam war der Abend schon. Im sehr spröden Charme des ausrangierten Saalbahnhofes, er nennt sich inzwischen Kulturbahnhof, fand dieses Ereignis statt.
Der Putz bröckelte von der Decke, die Inneneinrichtung sah identisch aus wie unser heimisches Wohnzimmer in den frühen 70-Jahren. (Echt, Phill. saß auf genau dem gleichen Sessel, den mit dem elendigen Rautenmuster.) Aber es war dunkel und die Kerzenbeleuchtung, der Königssessel im Podium, die billigen Getränke und vor allen Dingen, die vortragenden jungen Leute waren hörenswert. Leider saßen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft zwei Mädels, die das alles überhaupt nicht interessierte. Sie waren offensichtlich als Groupies der lokalen Bloggerszene (eine meist weibliche Person, die ihre sexuelle Aufmerksamkeit einem angehimmelten Idol oder Star aus der Kunst und Kultur widmet.) anwesend. Während sie es in der ersten Stunde noch halbwegs schafften, sich ruhig zu verhalten, störten sie danach so, dass mir akustisch einige Pointen bei der Geschichte von Pulsiv, als er dem Publikum darlegte, warum er die Ente nicht nur für das coolste Tier von allen, sondern für die Krone der Schöpfung hielt, verloren gingen. Mein vernehmliches Räuspern, meine flehendlichen Augen mit der Bitte um Ruhe, ignorierend, schossen sie ca 100 Selbstfotos von sich, oder ließen sich von Baytor (auch ein Blogger) ablichten. Ich wusste schon immer, dass Fotos eine Waffe sind und so schoss ich das Mädel mit den dicken Beinen und dem überproportional großen Hintern, aus dem ständig ein ausgeleierter Stringtanga lugte, einfach ab. Ein Klick mit der gemeinen Haufrauenkamera auf ihren Popo und das Mädel verließ fluchtartig unsern Tisch.

Lächelnd vernahm ich im weiteren Verlauf des Abends, dass Frauen mit Anfang 50 inkontinent wären. Diese Arroganz der Jugend halte ich für normal, zumal Textspeier auch als "Alter Sack" bezeichnet wurde. Am meisten lachen musste ich aber über die "Deine-Mutter-Witze".
Dass wir zwei "Alten" uns vorkamen wie die Beiden von der Muppet Show, veranlasste den Moderator „Sapere aude" dazu, uns als vermeintliche Nichtblogger zu interviewen. So outeten wir uns als Fans vom Textspeier alias Kolumnistenschwein, und als dieser uns am Ende auch als seine zwei Fans aus der Südkurve besuchte und auf die klitzekleine Kritik, ob seiner Vortragskunst, heute mit einer herrlichen Glosse parierte, spätesten ab da war der Abend perfekt. Chista hätte viel cooler reagiert, sie hätte mit stolzgeschwellter Brust behauptet: " Ich schreibe ein erotisches Blog" . Den jungen Leuten wäre die Kinnlade heruntergefallen.
Ich hätte mir noch einen kleine Vortrag über technische Umsetzungen gewünscht, denn daran harperts doch am meisten bei mir, aber es war ein schöner Abend und meine Lust am Schreiben ist wieder da.
Danke Phillipp für deine Begleitung Villa

Mit Vorfreude und Erinnerung auf/an dieses Ereignis Villa